Fußball

Das letzte Wiener Derby im Happel-Stadion fast nur Nebensache

Österreich jubelt dem Husarenstück von Meister Red Bull Salzburg zu. Alles redet darüber und über die Chancen, ins Finale zu kommen. Und daher verkommt das auf Jahre hinaus letzte Wiener Derby zwischen Austria und Rapid fast zur Nebensache, auch wenn es für Violett um die letzte Chance geht, im Rennen um die Europa League Plätze zu bleiben. Und bei dieser aktuellen Konstellation, die Donnerstag Abend entstand, muss man sich erst recht noch einmal fragen, welcher Teufel Rapids Präsident Michael Krammer und Vorstand Christoph Peschek geritten haben, am Ostersamstag in den offenen Worten aus Hütteldorf Kritik an Salzburg zu üben. Zu solchen außergewöhnlichen Abenden wie derzeit Salzburg wird Rapid auf absehbare Zeit nicht im Stande sein.

So wäre es fast schon ein Wunder,sollten Sonntag zum 376.Duell zwischen den Wiener Erzrivalen halb so viele Zuschauer kommen wie  zur Salzburger Gala gegen Lazio. Die Austria bestreitet künftig ihre Heimderbys nur in der neuen Generali-Arena in Favoriten, wo derzeit der neue Rasen gesät, die Rasenheizung installiert wird, violette Sitzplätze montiert werden und ab Juli ein violetter Kunstrasen (Bild oben) rund um das Spielfeld zu sehen sein wird. Am Tag des Salzburgers Triumphs im Viertelfinale der Europa League hatte sich 40 Jahre zuvor die Austria vor 70.000 Zuschauern mit ihrer Supertruppe unter Hermann Stessl mit Kapitän Robert Sara, Tormannheld Hubert Baumgartner, Erich Obermayer, Herbert Prohaska, Karl Daxbacher, Ernst Baumeister, Julio Moalres, Thomas Parts, Hans Pirkner und Alberto Martinez im Prater durch ein 5:4 gegen Dynamo Moskau für das Pariser Endspiel im Europacup der Cupsieger qualifiziert, in dem Violett gegen Anderlecht 0:4 untergegangen war. Das sind wehmütige Erinnerungen an  sportlich bessere Zeiten und viel größere Kulissen.

Sonntag steht das Derby im Zeichen außergewöhnlicher, familienfreundlicher Sicherheitsmaßnahmen, die Austrias Vorstand Markus Kraetschmer in Anbetracht von Vorkommnissen bei den letzten Derybs im Prater ausgerufen hat. Damals war es auf der Längsseite im Sektor E zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Chaoten aus beiden Lagern gekommen, die eine Gefahr für andere Zuschauer bedeuteten. Also entschloss sich Kraetschmer  zur strikten Trennung beider Fan-Lager, auch wenn darunter obwohl die Besucherzahlen als auch die Einnahmen leiden. Drei Sektoren (C, D,E) bleiben Sonntag violetten Mitgliedern und Abonnenten vorbehalten, die sich ausweisen mussten. Es gab keinen freien Verkauf.  Rapid wurden mehr Karten als üblich im Kurvensektor F angeboten. Knapp 3000 gingen weg.

Natürlich gab´s aus Hütteldorf Kritik daran, weil die Sicherheitsdevise eine derbywürdige Zuschauerzahl rund um 15.000  voraussichtlich verhindert. Aber man kann Austrias und Kraetschmers Argumenten, wonach Fußball und Emotionen zwar sehr wohl zusammengehören, ebenso aber auch Fairness  und ein würdevoller Umgang, mit den Mitmenschen, nichts entgegensetzen. Das hat jedenfalls mehr für sich als Pescheks ständig wiederkehrende Behauptung, man verwahre sich nur gegen die pauschale Verunglimpfung der Rapid-Fans. Die letzten Zuschauerzahlen bei den Derybs im Happel-Stadion: 14.189, 14.652, 15 270 und 15 577 als Austria das Heimrecht hatte, 26.200, 32.200, 29.800 und 28.000 mit Rapid als Gastgeber.

Foto: © FK Austria Wien Media .

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