Fußball

Wieder Marseille! Auf „Volltrottel“ Payet muss Salzburg aufpassen

Wie nach dem Aufstieg gegen Dortmund blieb auch nach dem historischen Triumph über Lazio Rom, der dem TV-Sender Puls4 606.000 Zuschauer und mit 39,3 Prozent den höchsten Sender-Gruppenmarktanteil seit Bestehen brachte, dem, FC Salzburg in der Europa League sein Wunschgegner Arsenal verwehrt. Österreichs Vorzeigemannschaft bekam im Semifinale den Gegner, der am wenigsten attraktiv und am gefährlichsten ist, nämlich Olympique Marseille. Einerseits weil die Franzosen unbedingt ins Endspiel im eigenen Land,am 16.Mai in Lyon wollen. Anderseits weil viele Salzburg nicht mehr als Außenseiter  sehen werden. Weil die Mannschaft von Marco Rose in den Gruppenspielen gegen den derzeitigen Vierten der Ligue 1 kein Tor kassierte, ungeschlagen blieb: 1:0 am 28.September in Wals-Siezenheim durch einen Treffer von Munas Dabbur,  0:0 am 7.Dezember in Marseille, als  Salzburg schon als Gruppensieger feststand. Dass sich die Aufsteiger einer Gruppe im Semifinale wiedersehen, passiert auch nicht alle Tage,

Nach dem Triumph am Donnerstag kam auch Red Bull-Besitzer Didi Mateschitz zum Gratulieren in die Kabine, versicherte den jubelnden Sieger bei ihrer Party: „Ihr habt´s  uns enorm viel Freude gemacht, seid´s eine Supertruppen“. Und die kann am 26. April in Marseille und am 3. Mai in Salzburg die zweite Red Bull-Mannschaft, sprich RB Leipzig, rächen. Die schied in Marseille mit einer 2:5-Abfuhr aus, wobei es auch ein Verletzungsopfer mit Salzburger Vergangenheit ab: Die linke Schulter von Marcel Sabitzer sprang wie im Herbst beim Auswärtssieg in der Champions League über Monaco heraus, für ihn dürfte die Saison beendet sein. Womit der Steirer auch in Österreichs Länderspielen gegen Russland, Deutschland und Brasilien fehlen wird. Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl zu Salzburgs Chancen, den Finaltraum zu realisieren: „Wenn sie nicht so viele Fehler machen wie wir, dann sind sie intakt!

Salzburg hat im Herbst mit Ausnahme vom griechischen Sturmtank Kostas Mitroglu gegen alle Marseille-Stars gespielt, die auch diesmal warten. Gegen den Brasilianer Luiz Gustavo, gegen Adil Rami, der auch dadurch Schlagzeilen liefert, dass die Baywatch-Blondine Pamela Anderson zu ihm nach Südfrankreich zog, gegen den torgefährlichen Mittelfeldspieler Florian Thauvin und auch gegen Topstar Dimitri Payet. Allerdings nur 22 Minuten beim 0:0 im Stade Velodrome. Noch vor einem Jahr war der 31jährige der meistgehasste Spieler in England, galt dort als abschreckendes Beispiels eines Streik- Profis. In Marseille ist er der gefeierte Star und Hoffnungsträger: „Er kann den Unterschied ausmachen“, weiß Marseille-Trainer Rudi Garcia, der Payet im Janur 2007  aus London von West Ham zurück holte. Beim jetzigen Klub von Marko Arnautovic hatte Payet wenige Monate nach seiner Vertragsverlängerung bis 2021, durch die er stolze 160.000 Euro pro Woche verdiente, für Aufruhr gesorgt, als er dem damaligen kroatischen Trainerduo mit Slaven Bilic und Nicola Jurcevic erklärte, nie wieder für West Ham spielen zu werden und das Training verweigerte. Die Fans verbrannten ihre Payet-Trikots, beschimpften ihn via Internet aufs Übelste. Geldgeiles Miststück war noch harmlos. Payet bereut im Rückblick die Aktion nicht: „Mit den sportlichen Zielen bei West Ham sah ich meine Karriere in Frankreichs Nationalelf in Gefahr. Wenn ich alle Leute anpissen will, dann mache ich das auch. Ich weiß,wie ich ein Volltottel sein kann.“

Bei Marseille blüht Payet, der auch bei Frankreichs Heim-.EURO 2016 von sich reden gemacht hatte, wieder auf. Mit je einem Tor war er an den Siegen gegen Bilbao im Achtelfinale entscheidend beteiligt, gegen Leipzig erzielte er  Donnerstag das vorentscheidende 4:2. Als er den Ex-Salzburger Stefan Ilsanker locker umkurvte, dann mit links genau ins Eck traf. Einen Fixplatz bei Frankreichs Teamchef Didier Deschamps für die WM in Russland hat er trotzdem noch nicht, da muss er sich auch gegen den FC Salzburg empfehlen. Wo Trainer Marco Rose Freitag nach dem ersten „Auslosungsschock“ sicher war, das Marseille ein ganz anderes Brett als im Herbst bedeuten wird. Anders werden auch die Zuschauerzahlen und die Stimmung  sein: 29.500 in Salzburg statt 11.000, 60.000 heißblütige Fans im Stade Velodrome wie gegen Liepzig statt 23.965 im Dezember. Im übrigen gab Rose, der zugab, Donnerstag vor lauter Emotionen nie aus dem Hamsterrad rausgekommen zu sein, die Devise aus, sich jetzt besser auf die Meisterschaft am Sonntag gegen Admira in der Südstadt sowie das Cupsemifinale am Mittwoch in Mattersburg zu fokussieren.

 

Foto: Instagram.

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