Fußball

Rapid-Endspiel um Chance auf 5,5 Millionen gegen Auswärtsgiganten! LASK verzichtet auf Protest

Das Allianz-Stadion in Hütteldorf war noch nicht eröffnet, als Rapid zum bisher letzten Mal auf Platz zwei hinter Meister Red Bull Salzburg landete. Vier Jahre ist das her, der Trainer von damals, Zoran Barisic, ist jetzt als Sport-Geschäftsführer bei der möglichen Wiederholung  dabei. Vizemeister zu sein, reichte damals der grün-weißen Chefetage nicht. Barisic musste gehen, weil Ex-Präsident Michael Krammer mehr den hochfliegenden und teuren Plänen von Ex-Sportchef  Andreas Müller Glauben schenkte als den seriöseren und billigeren von Barisic. Das kostete Rapid viel Geld, brachte wenig Erfolg: 2017 Rang fünf, 2018 Platz drei. Alles noch in der Zehnerliga, ehe im Jahr eins der Reform mit Zwölferliga, Punkteteilung  und Play-off der absolute Tiefpunkt gefolgt war: Rang acht hinter Mattersburg nach dem Grunddurchgang, via Qualifikationsrunde ins Play-off-Finale gekommen, dort an Sturm Graz gescheitert. Das lassen weder Barisic noch Trainer Didi Kühbauer bis heute so stehen: Sie sehen Rapid weiterhin als Opfer des Vorarlbergers Referee Robert Schörgenhofer, weil der beim Retourspiel in Graz einen klaren Handselfer für Rapid übersah. Mit einem 2:0 statt dem gelungenen 1:0 wäre Rapid und nicht Sturm in die Qualifikation zur Europa League gekommen.

Von Rapids letzter Vizemeister-Truppe sind Mittwoch noch drei Mann zur Verfügung, wenn mit einem Heimsieg gegen den LASK Rang zwei fixiert werden kann: Kapitän Stefan Schwab (Bild oben), Stephan Auer und Srdjan Grahovac. Max Hofmann wäre ohne Gelbsperre der vierte,  Philipp Schobesberger, Christopher Dibon, Mario Sonnleitner und Thomas Murg sind als Verletzte kein Thema. Daher kämpft praktisch eine „neue“ Mannschaft mir frischem, jungem Blut (Kelvin Arase, Leo Greiml) darum, sich als Vizemeister feiern lassen zu können. Ist das auch ein Grund zum Feiern? Eigentlich schon. Weil diese Platzierung vor dem 26.Juli, als diese Saison mit einer 0:2-Heimniederlage gegen Salzburg begann, eigentlich niemand Rapid zugetraut hätte. Allein die Tatsache, bereits für den Europacup qualifiziert zu sein, widerlegt die Behauptungen, bei Rapid sei nichts weiter gegangen. Vor einem Jahr kein Europacuplatz, jetzt stellt sich die Frage, ob Rapid Mitte September in der zweiten Runde der Qualifikation für die Champions League beginnt (als Zweiter), erst im Oktober in der Gruppenphase der Europa League (als Dritter) oder ebenfalls im September in der Qualifikation zur Europa League (als Vierter). Theoretisch ist vor den letzten zwei Runden im Dreikampf zwischen Rapid, LASK (zwei Punkte Rückstand) und dem Wolfsberger AC (vier) alles möglich, aber Rapid hat es selbst in der  Hand. Der LASK allerdings auch, wenn es ihm gelingt, zum ersten Mal zwei Auswärtsspiele in einer Saison gegen Rapid zu gewinnen. Dreimal hintereinander bei Spielen in Hütteldorf ein Tor zu erzielen, war dem LASK seit 1996 nicht mehr gelungen. Im Grunddurchgang hatten die Linzer letzten August noch vor 19.400 Zuschauern im Allianz-Stadion durch in Tor von Marco Raguz in der 95.Minute 2:1 gewonnen. Rapid revanchierte ich dafür bisher mit zwei Auswärtssiegen in Pasching: Am 1. Dezember 4:0, vor drei  Wochen am 10.Juni durch das von LASK-Verteidiger Philipp Wiesinger ermögliche Goldtor von Taxiarchis Fountas 1:0.

Eine „Rauferei“ war das, wie Barisic damals wegen der vielen intensiven Zweikämpfe bemerkte. Ähnliches ist Mittwoch Abend wieder zu erwarten, also wird Rapids 17 jähriges Vorzeigetalent Yusuf Demir daher eher kein Thema sein. Ein Sieg gegen den Auswärtsgiganten  (13 Auswärtssiege bedeuten Bundesligarekord) würde Rapid die Chance auf 5,5 Millionen Euro eröffnen. Soviel wäre es wert, das Play-off der Champions League zu erreichen. Um das zu schaffen, müsste Rapid davor zwei Hürden in je einem Spiel nehmen. 5,5 Millionen sind 2,6 mehr als der Startgeld in der Gruppenphase der Europa League. In Corona-Zeiten wäre dieser Geldregen nicht zu verachten. Weder für Rapid noch für den LASK. Überdies spielen ja die Play-off-Verlierer in der Europa League weiter. Wie der  LASK in dieser Saison: „Wer die Ruhe und den Fokus behält, der wird es schaffen“, prophezeite LASK-Trainer Valerien Ismael. Seine „Chefs“, Präsident Siegmund Gruber und Vize Jürgen Werner setzten schon Dienstag einen bemerkenswerten Akzent: Sie kündigten an, gegen den Vierpunkteabzug durch die Liga nicht mehr vor das neutrale Schiedsgericht zu ziehen. Somit wird die Saison kein „Nachspiel“ haben. Werner gab zu, dass es dabei auch um das angekratzte Image ging: „Die Leute sollen wieder sagen, der LASK ist ein sympathischer Klub, der sich alles erarbeitet hat!“ Der „Rückzieher“ verdient Respekt.

Die am öftesten gespielte Wette für das Hütteldorfer Endspiel war bei tipp3  (siehe unten) ein Unentschieden (42 %) gefolgt von einem Rapid-Sieg (31 %). Sonntag in Graz gelang in der legendären Rapid-Viertelstunde durch Schwab und Ercan Kara der Umschwung gegen Sturm zum 3:2. Wird die Zeit ab der 76.Minute auch diesmal zum entscheidenden Faktor? In dieser Phase kassierte Rapid bisher nur sechs Tore, der LASK hingegen doppelt so viel. Aber insgesamt mit 31 die wenigsten in der Liga. Interessante Details vor einem heißen Abend, bei dem es auch der 35 jährige Tiroler Referee Walter Altmann gefordert sein wird. Hinter Rapid und dem LASK lauert Wolfsberg mit Ex-Rapidler Ferdinand Feldhofer als Trainer. Der hofft auf ein Unentschieden in Hütteldorf. Weil dann Wolfsberg mit einem Sieg in Hartberg bis auf zwei Punkte an Rapid ran käme und den LASK einholen würde. Und Sonntag im direkten Duell Rapid mit einem Heimsieg überholen könnte. Das wäre für Feldhofer beim Trainerdebüt in der Bundesliga ein Megaerfolg mit vielen Emotionen „Kärntner Kicker im Aufwind“, hatte Montag die Kleine Zeitung nach den Siegen von Wolfsberg beim LASK und dem Sprung von Austria Klagenfurt auf Platz eins der zweiten Liga getitelt. Wobei das so nicht ganz stimmt. Denn in beiden Mannschaften standen von Start an nur fünf Kärntner. Salzburg bekommt Mittwoch  vor seinem letzten Heimspiel gegen Sturm von Ligavorstand Christian Ebenbauer den Meisterteller. Der Letzte aus Graz braucht ein Wunder, sprich einen Sieg, um verhindern, dass der steirische Rivale Hartberg am 11. und 15. Juli im Play-off-Finale um einen Europacupplatz spielen wird.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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