Fehler gehören zum Leben dazu. Aber es muss trotzdem weiter gehen. Treffend kommentierte Teamtormann Alexander Schlager, der zuvor bei Flanken entschlossen zugriff, seinen folgenschweren Fehler mit dem rechten Fuß, der in seinem 19. Länderspiel Österreichs Scheitern im Kampf um den Aufstieg in die Nations League A gegen Serbien in Belgrad sozusagen „finalisierte“. Es war sein einziger, an dem auch der verunglückte Rückpass von Nicola Seiwald schuld war. Der Anfang zum Misserfolg wurde schon drei Tage zuvor in Wien mit dem 1:1 gemacht, genau genommen letzten November mit dem 1:1 in Slowenien. Dieses Unentschieden relativiert auch die Theorie von Teamchef Ralf Rangnick, dass zu viele Ausfälle zum verpassten Ziel entscheidend betrugen. Gegen Slowenien waren zwar David Alaba und Gernot Trauner nicht dabei, aber Stefan Posch, Max Wöber, Marcel Sabitzer und Christoph Baumgartner.
Eine Stunde nach dem Schlusspfiff im Rajko Mitic-Stadion sagte Rangnick auf der Pressekonferenz, dass es ihm lieber sei, dieses Match verloren zu haben als das zum Start in die WM-Qualifikation am 7. Juni, einen Tag vor dem Nations League-Endspiel in München, gegen Rumänien im Happel-Stadion. Zugleich bekräftigte er, überzeugt zu sein, als Gruppensieger die Qualifikation für die WM 2026 zu schaffen, wenn die Verletztenmisere nicht so große Ausmaße erreicht wie zuletzt. Damit wollte er ausdrücken: Mehr Prestige als der Aufstieg in die Nations League A bringt Österreichs erste WM-Qualifikation seit 1998, noch mehr der erste Sieg in einem WM-Spield er k.o.-Phase seit 1954. Dann gehen alle als „Helden“ in die Geschichtsbücher ein. Bis dahin wird’s noch ein weiter Weg, vor allem ein schwerer als die meisten glauben wollen. Die nur die starken Auftritte bei der EM in Berlin mit dem Siegen gegen Polen und Holland vor Augen haben wollen, aber nicht, was danach kam. Mit Leistungen wie zuletzt in der Nations League besteht durchaus die Gefahr, dass es trotz Losglück nichts mit der WM wird.
Rangnick wehrt sich gegen Kritik. Was sein gutes Recht ist. Aber es bleibt auch ein Fakt, dass es in den bisher 34 Partie der Ära nur zehnmal gelang, ein Spiel „zu null“ zu beenden, davon sechsmal in einem Bewerbspiel: zum Auftakt auswärts gegen Kroatien in der Nations League, danach in der EM-Qualifikation daheim gegen Schweden, auswärts gegen Aserbaidschan und Estland, in der Nations League zweimal gegen Kasachstan. Auch wenn es derzeit nur mäßig interessiert: Polen, Israel, Ungarn, Schottland, Georgien, Rumänien, Slowenien, Schweden, der Kosovo mit Rangnicks Vorgänger Franco Foda, Nordirland und Nordmazedonien sind mögliche Gegner im Herbst 2026 in der nächsten Nations League. Ein Wiedersehen zwischen Foda und Alaba (Bild) hätte seinen Reiz. Aber sicher noch mehr zuvor die WM. Foda hat in der Qualifikation mit der Schweiz, Schweden und Slowenien allerdings die schwerere Gruppe als Rangnick und Alaba.
In der Österreich-Gruppe bezwang Bosnien nach Rumänien auch Zypern. Das Siegestor beim 2:1 (1:1) in Zenica erzielte nach 56 Minuten Mittelfeldspieler Haris Hajradinovic, Legionär bei Kasimpasa Istanbul. Arjen Malic, der 19 jährige Verteidiger von Sturm Graz, spielte bis zur 72. Minute. Rumänien gewann in San Marino 5:1 (2:0).