Fußball

Der Auftrag an Adi Hütter zum Start: Schlag die Bayern!

Auftakt zur deutschen Bundesliga am Freitag Abend mit dem Traditionsduell zwischen Borussia Mönchengladbach und  Titelverteidiger Bayern München. Reichte es für ihn mit dem neuen Trainer Julian Nagelsmann für Titel Nummer zehn? Daran gibt´s in Deutschland prominente Zweifler. Angefangen von Weltmeister Lothar Matthäus. Grund: Bayern habe zwar die beste Startelf, aber nicht den stärksten Kader. In der Breite sind andere besser aufgestellt. Wie RB Leipzig mit Ex-Salzburg-Trainer Jesse Marsch und laut „Bild“-Einschätzung drei Stars mit Weltklasseformat (Dani Olmo, Emil Forsberg und der von Eintracht Frankfurt geholte portugiesische Torjäger Andre Silva) sowie zwölf Topspielern, darunter die Österreicher Marcel Sabitzer und Konrad Laimer. Wie  Borussia Dortmund, Wolfsburg mit Xaver Schlager, der zu den fünf Topspielern nach Weltklassetormann Koen Casteels zählt, wie  Mönchengladbach.  Bayern hat fünf Weltklassespieler (Manuel Neuer, Alphonso Davies,  Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Robert Lewandowski), neun Topspieler, mit 300 Millionen Euro das höchste Budget der Liga, einen Kader mit Marktwert von 818,5 Millionen. Mönchengladbach soll mit 180 Millionen den zweitgrößten Etat haben, der Marktwert der Spieler „beschränkt“ sich auf 295,8. Da sind Leipzig mit 562,6 und Borussia Dortmund mit 571 deutlich vor  Mönchengladbach. Ein Faktum: Gegen keine andere Mannschaft kassierte Bayern in den letzten zehn Jahren so viele Niederlagen wie gegen Mönchengladbach, bei der Borussia hat der Serienmeister auch seine schwächste Auswärtsbilanz.

Kein Wunder, dass Adi Hütter am Dienstag, einen Tag nach dem Aufstieg in die zweite Pokalrunde bei Drittligist Kaiserslautern am Betzenberg (1:0) auf der Generalversammlung von Sportvorstand Max Eberl den Auftrag hörte: „Adi, schlag die Bayern“. Hütter reagierte mit einem Lächeln. Von den acht Spielen, die er mit Eintracht Frankfurt gegen Bayern bestritt, gewann er zwei, verlor den Rest. Bei Mönchengladbach wurde er bestens aufgenommen, liegt er auf einer Wellenlänge mit seinem Chef Eberl (Bild oben). Der es sich 7,5 Millionen Euro kosten ließ, um Hütter aus dem Vertrag mit Frankfurt herauszukaufen. Konnte sich Eberl leisten, da er zuvor von Borussia Dortmund fünf Millionen für den Wechsel von Salzburgs ehemaligen Meistermacher Marco Rose bekam. Hütter fand inzwischen in Düsseldorf eine Wohnung, 40 Kilometer vom Borussia-Park entfernt.: „Ein Verein wie Mönchengladbach hat das Ziel, international zu spielen. Und das ist auch meines“, versicherte Hütter. Die Qualifikation zur Champions League zu schaffen, was ihm mit Frankfurt letzte Saison nicht gelang, ist sein Traum, aus dem er kein Geheimnis machte. Rose hat es vor zwei Saisonen vorgemacht, dass dies mit Mönchengladbach gelingen kann.

Letzte Saison schaffte Gladbach keinen Europacupplatz, darum fällt die Dreifachbelastung diese Saison weg. Gar nicht schlecht für Hütter in seiner ersten Saison bei der Borussia. Topspieler Stefan Lainer gehört selbstverständlich zur Startelf, Hannes Wolf wahrscheinlich auch. Mit dem Steirer hatte Hütter ein langes Vieraugengespräch, in dem er ihm sagte, mehr Leidenschaft und Mut von ihm einzufordern, dann könnte er ebenfalls ein Topspieler werden, statt guter Durchschnitt zu sein. Das Rezept von Hütter, der wie seit Young Boys Bern-Zeiten Landsmann Christian Peintinger als Assistent an seiner Seite hat, um den Sieg-Auftrag Eberls zu erfüllen: Kaltschnäuzig, mutig, laufstark. Bayern gewann von vier Vorbereitungsspielen unter Nagelsmann keines, zudem fällt Rechtsverteidiger Benjamin Pavard verletzt aus.  Im Abwehrzentrum, in dem mit David Alaba und Jerome Boateng die Fixpunkte der letzte Saison fehlen, beginnt der von Leipzig als geholte Ex-Salzburger Dayot Upamecano  als neuer Chef. Entweder mit Niklas Süle oder dem 19 jöhrigen Franzosen Tanguay Nianzou, der nach zwei schweren Verletzungen wieder Fuß fasste, als Partner. Bayern gewann keines der vier  Vorbereitungsspiele unter Nagelsmann, verlor gegen Mönchengladbach in München 0:2, wobei Wolf das zweite Tor erzielte.

Durch Corona gibt´s Zuschauerbeschränkungen.  Mönchengladbach hat eine Stadionkapazität für 54.022 Zuschauer, hinein dürfen 23.000. Zu Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt am Samstag dürfen 25.000. Das wird die größte Kulisse der ersten Runde sein. In der neuen Saison gibt es auch neue TV-Rechte: 200 Samstag-Spiele der Bundesliga laufen bei Sky, die übrigens 106 bei DAZN (Freitag und Sonntag). Neu dabei ist SAT 1 mit vier Live-Spielen. Darunter Freitag Adi Hütters Eröffnung gegen Bayern.

Foto: Borussia Mönchengladbach.

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