Fußball

Der nächste Tiefschlag für Hütter, Lainer und Kalajdzic

Die zweiwöchige Pause in der deutschen Bundesliga kommt für einige Österreicher zur rechten Zeit. Für Adi Hütter und Stefan Lainer (Bild oben) mit Mönchengladbach sowie für  Sasa Kalajdzic mit dem VfB Stuttgart, um sich von den neuerlichen Tiefschlägen zu erholen: Mönchengladbach verlor daheim gegen Union Berlin durch zwei Tore von Ex-Mönchengladbach-Stürmer Max Kruse 1:2 (1:1), die siebente Niederlage in den letzten neun Pflichtspielen Kalajdzic wartet weiter auf den ersten Punkt und sein erstes Tor, seit er wieder spielt. Das 0:2 (0:1) im Derby bei Freiburg vergrößerte die Abstiegssorgen: Fünf Spiele ohne Punkt und Tor, die längste torlose Serie der Schwaben in der Bundesliga. Kalajdzic gab zu ratlos zu sein.

Für Mönchengladbach ging drei Tage nach der Pokal-Blamage wieder alles schief. Begann schon Freitag beim Training, als sich Kapitän Lars Stindl am Knie verletzte. Er fällt wochenlang aus. Mönchengladbach geriet in Rückstand, als dem Schweizer Teamspieler Dennis Zakaria bei einem Luftkampf der Ball an den ausgestreckten Arm flog und es Elfmeter gab. Vor der Pause fiel nach schnellem Umschalten, dem typischen „Hütter-Stil“, durch den Franzosen Kouadio Kone der Ausgleich. Nach der Pause war Mönchengladbach die aktivere Mannschaft, kam zur Führungschance, doch der einzige Torschuss von Union in der zweiten Hälfte sorgte für den Siegestreffer, Christopher Trimmel bleibt damit auf einem Champions League-Platz. „Union gewann mit einer einzige wirklichen Torchance“, klagte Hütter, „unsere Niederlage ist unverdient, auf der Leistung können wir aufbauen“. Der grippekranke Manager Max Eberl war nicht im Stadion. Hütter antworte auf die Frage des Sky-Reporters, ob es weiter mit ihm durch die Krise gehe, bestimmt mit „Ja“. Die nächsten Gegner sind auswärts Arminia Bielefeld und daheim Augsburg. Da müssen Punkte her, sonst wird es ganz eng. Auch für Hütter.

Für Kalajdzic ist es das nach dem verlorenen Österreicher-Duell gegen den starken Philipp Lienhart schon. Bei einem Kopfball von ihm war Stuttgart dem Ende der Torsperre am nächsten, aber er machte sich nachher Vorwürfe: „Die Aktion zur Stuttgarter Führung begann nach einem Ballverlust von mir. Ich muss mit den Trainern analysieren, was ich besser machen, wie ich der Mannschaft mehr helfen kann. Ich bin derzeit ratlos.“ Sonntag fliegt Stuttgart zur Krisenbewältigung nach Spanien ins Trainingslager. Im gleichen Hotel in Marbella wie in der Aufstiegssaison. Lienhart liegt mit Freiburg hinter Trimmel und Union auf Platz fünf.

Hoffenheim sorgt sich um Christoph Baumgartner. Er war der einzige des Österreicher-Trios, der gegen Borussia Dortmund spielte. Aber nur neun Minuten. Dann ging er nach einem Luftkampf zu Boden, hielt sich den Kopf, wirkte benommen, musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgetauscht werden. Hoffenheim verlor 2:3, selbst Dortmunds Trainer Marco Rose sprach von einem schmeichelhaften Sieg. Er bangt um Torjäger Erling Haaland, der verletzt ausschied. Wenn die erste Diagnose, ein Muskelfaserriss in den Adduktoren stimmt, bedeutete das eine wochenlange Pause.

Solange Dejan Ljubicic, Florian Kainz und Louis Schaub spielten, führte der 1. FC Köln in Bochum 2:1. Nach dem Austausch von Ljubicic und Schaub fiel Bochums Ausgleich. Karim Onisiwo verlor mit Mainz beim Letzten Fürth mit 1:2 (0:1), sein Anschlusstor per Kopf nach Vorarbeit des eingewechselten Landsmann Kevin Stöger fiel in letzter Minute viel zu spät, um die Pleite zu verhindern.  Ein Debakel setzte es für Michael Gregoritsch und Augsburg mit 1:5 beim Dritten Leverkusen.

In der zweiten Liga verlor St. Pauli durch das 1:2 im Derby gegen den Hamburger SV Platz eins an Darmstadt. Der Wiener Matthias Honsak spielte beim 2:0 (1:0)-Auswärtssieg des neuen Tabellenführers gegen den Letzten Ingolstadt in den letzten 18 Minuten. Romano Schmid und Marco Friedl stießen mit Werder Bremen auf Platz drei hinter St. Pauli vor. Nach einem völlig verrückten Spiel mit drei aberkannten Toren und zahlreichen Interventionen des Video Assistant-Referees. Bremen lag in Paderborn 1:3 zurück, gewann im Finish 4:3. Schmid erzielte mit einem 20 m-Knaller ins Kreuzeck das zweite Tor, gab das Signal zur Aufholjagd.

Erneut abgesagt wurde der Trainerdebüt von Andi Heraf in der dritten Liga  bei Türkgücü München. Das stand erst eine Stunde vor Anpfiff des Derbys gegen 1860 München im Olympiastadion fest. Das Gesundheitsamt München schickte die gesamte Mannschaft von 1860  samt Betreuer in Quarantäne. Grund: Ein Corona-Cluster bei Karlsruhe, drei Tage zuvor der Pokalgegner von 1860.

Foto: Union Berlin.

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