Eishockey

Der vierte Punkt war zu wenig Belohnung für „brutal gut“

Zum dritten Mal im fünften Spiel in der Nokia-Arena von Tampere kam Österreichs Eishockeyteam ins Nachspiel, zum weiten Mal ins Penaltyschießen. Bei dem aber anders als beim historischen Sieg gegen Tschechien am Dienstag etwas das Glpck fehlte. Daher 3:4 (0:0,2:3, 1:0, 0:1) gegen Lettland nach dem mit 1:2 verlorenen Penaltyschießen und der vierte WM-Punkt. Zu wenig für eine Leistung, die nicht nur Teamchef Roger Bader als „brutal gut“ bezeichnete. So hat eine österreichische Mannschaft noch nie Lettland dominiert wie im letzten Drittel, als der zum besten Spieler gewählte Kapitän Thomas Raffl (Bild oben) einen Schuss von Verteidiger Kilian Zündel zum Ausgleich abfälschte. Das Schussverhältnis von 15:3 sagt alles, der Sieg nach regulärer Spielzeit wäre durchaus verdient gewesen.

Bader veränderte wieder etwas in den Linien. In der Verteidiger ersetzte Erik Kirchschläger den gesperrten Philipp Wimmer, im ersten Sturm spielte der wieder überzeugende Youngster Marco Kasper als Center mit Manuel Ganahl und Lukas Haudum,  Brian Lebler agierte als linker Flügel in der dritten Linie mit Ali Wukowits als Center und Paul Huber. Die bisher größte Kulisse bei Österreich-Spielen (8516 Zuschauer) schien die Mannschaft zu beflügeln. Benjamin Nissner verwertete einen Pass von Raffl nach 22 Minuten zur Führung. Den Letten gelang beim offenen Schlagabtausch der Ausgleich und beim zweiten Powerplay hintereinander das 2:1.  Kurz darauf nützte Dominique Heinrich die numerishe 5:3-Überlegenheit zum 2:2.  In die Drittelpause gingen die Letten mit einer 3:2-Führung, weil Haudum die Chance zum zweiten Ausgleich ausließ.

Dann folgte die rot-weiß-rote Machtdemonstration im letzten Drittel, die Lettland total in die Defensive drängte. Mit Chancen auf mehr als ein Tor. In der Verlängerung gab es bei einem Doppel-Stangenschuss Lettlands einmal Glück, aber Österreich hatten auch Top-Chancen, die erste und die letzte. Doch Huber brachte nach einem Solo den Puck nichts ins Tor, daher Penaltyschießen. In dem Österreich begann, Kasper als erster vergab. Gegen die Tschechen kassiert Goalie Bernhard Starkbaum bei fünf Penaltys kein Tor, gegen Lettland war er schon beim ersten geschlagen. Danach vergaben Ganahl und Peter Schneider, der den einzigen Penalty gegen die Tschechen verwandelt hatte. Als Heinrich traf, konnte er damit nur auf 1:2 verkürzen. Danach wehrte Starkbaum den zweiten Penalty ab, eröffnete Lebler die Chance, für eine Verlängerung des Penaltyschießens zu sogen. Was nicht gelang.

Der vierte Punkt reichte nicht, um den Klassenerhalt schon nach fünf Spielen zu fixieren. Das gelingt höchstwahrscheinlich erst Montag gegen Großbritannien, außer es gibt gegen Finnland am Samstag Nachmittag unerwarteten Punktezuwachs.  Da wird die Nokia-Arena mit 14.000 Zuschauern ausverkauft sein. Finnland ist nach dem 6:0 gegen Großbritannien der erste Viertelfinalist der WM: „Wir haben eine gute Moral und eine sehr gute Energie. Wir werden das Spiel gegen die Finnen nicht herschenken, sondern versuchen, einen Weg zum Sieg zu finden!“, versprach Bader. Raffl  freute sich über die WM, auf die er in seiner langen Karriere am meisten stolz sein kann: „Weil wir bisher in jedem Spiel alles mobilisierten!“

Foto: IIHF.

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