Fußball

Der zweite Anlauf zum Schöttel-Report

Donnerstag Mittag startet der zweiten Anlauf zum Report von ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel in Sachen Teamchefsuche. Diesmal in Wien, nicht weit vom Happel-Stadion entfernt. Der erste am letzten Freitag in Wr. Neustadt wurde kurzfristig abgesagt, weil Schöttel nach einem England-Trip mit Fieber im Bett lag. Zwei Landesverbandspräsidenten aus Salzburg (Herbert Hübel) und Oberösterreicher (Gerhard Götschhofer), die trotzdem nach Wr.Neustadt gekommen waren, weil sie Redebedarf sahen, mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Mit ziemlichem Ärger, der auch Donnerstag noch nicht verraucht sein wird. ÖFB-Präsident Gerhard Milletich besuchte nur das WM-Qualifikationsspiel der Damen gegen Nordirland, meinte gegenüber dem „Profil“, ohne Anwesenheit des Sportdirektors wäre es brotlose Kunst gewesen, über sportliche Dinge zu reden.

Was dadurch passierte, war nicht gut für den Fußball. Die Berichte über Spaltungen im Präsidium, die es nicht erst gibt, seit Milletich im Herbst Präsident wurde. Zuvor in Leo Windtners Ära war Milletich  als Präsident des burgenländische Landesverbands, der jetzt Ex-Referee Günter Benkö ist, auch ein Teil davon. Rechtsanwalt Götschhofer zweifelte damals nicht so sehr am engeren oberösterreichischen Landsmann Windtner wie jetzt an Milletich, aber doch auch. Es stimmt zwar, dass der erste ORF-Auftritt von Milletich im „Sport am Sonntag“ nicht überzeugend war, vor allem wenn man den des neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf am letzten Samstag im ZDF-Sportstudio als Vergleich heranzieht, aber das jetzt breit zu diskutieren, hilft niemandem. Bringt den Fußball noch mehr in ein ungutes Licht. Dass die Landesverbandspräsidenten es als unseriös empfinden, am 29. April über den Teamchefvorschlag von Milletich, der hoffentlich auch der von Schöttel sein wird, sofort abstimmen zu müssen, ohne vorher Informationen bekommen zu haben, warum es dazu kam, ist durchaus nachvollziehbar.

Teilweise wird unter dem Deckmantel, ein kritischer Geist zu sein,  unsachlich argumentiert. Wenn im „Profil“ Schöttel als unbedarft im Vergleich zum Vorgänger Willi Ruttensteiner bezeichnet wird, ist das erstens falsch und zweitens eine Gemeinheit. Schöttel spielte zuvor 16 Jahre bei Rapid, absolvierte 63 Länderspiele, war bei zwei Weltmeisterschaften und hatte bei fünf Klubs, darunter bei Rapid Rapid, alle Funktionen vom Nachwuchskoordinator über Sportchef bis zum Trainer. Ruttensteiner war 13 Spiele Trainer des FC Linz und zwei Jahre U 21-Teamchef, als er Sportdirektor wurde. Das sind Tatsachen, die jeder Überprüfung stand halten.

Was über Schöttels Teamchefsuche bisher durchsickerte, war nichts, mit dem man nicht einverstanden sein könnte. Kontakte zu Peter Stöger, Andreas Herzog und Markus Schopp, dagegen kann keiner etwas einwenden. Etwa überraschend kam Fränky Schiemer als möglicher neuer Assistent ins Gespräch. Seit Februar ist der 36 jährige Oberösterreicher Assistent von Ex-Salzburg-Trainer Jesse Marsch, genießt die Zeit in der Premier League. Zu der bisher auch ein 1:1 gegen Southampton und Ralph Hasenhüttl (Bild oben) gehörte.  Schiemer hat eine Red Bull-Vergangenheit, was zu der entstandenen Debatte über die Red Bull-DNA bei ein Teil der Teamspieler passen würde. Salzburgs Sportchef Christoph Freund hat von Schiemer aus seiner Zeit bei Österreichs Meister von 2019 bis 2021 eine hohe Meinung. Nur waren damals die Teamspieler mit Salzburg-Vergangenheit wie Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Xaver Schlager schon weg. Den kennt Schiemer aus seiner Zeit als Co-Trainer bei Liefering unter Thomas Letsch (2016/17). Für Stöger ist Schiemer auch kein Unbekannter. Der 25 fache Teamspieler war zwischen 2005 und 2009 bei der Wiener Austria. Die in dieser Zeit unter Sportchef Stöger Meister wurde.

Foto: FC Southampton.

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