Zur Pause sah noch alles nach dem Ende der kurzen „Austria-Herrlichkeit“ aus, Aufsteiger Ried lag vor 12.000 Zuschauern 20 in Führung. Überdies musste Aleksandr Dragovic verletzt in der Kabine bleiben, daher Flügelspieler Reinhold Ranftl zu Youngster Dejan Radonjic und Philipp Wiesinger ins Abwehrzentrum. Aber dennoch gelang die violette Wiederauferstehung. In 35 Minuten, von der 49. und 84. von 0:2 auf 3:2 Damit ohne den verkauften, „unersetzbaren“ Dominik Fitz der dritte Sieg hintereinander mit einem Tor Unterschied. Erstmals erzielte die Austria in diesem Kalenderjahr drei Tore in einem Spiel, gelangen zwei Heimsiege hintereinander. Die richtige Einstimmung auf das Derby gegen Rapid am kommenden Sonntag.
Ein Fehler von Wiesinger bei einer Flanke ermöglichte Sambia-Stürmer Kingstone Mutanda, einer Leihgabe von Cagliari, Rieds Führung nach 22 Minuten. Bis zur Pause hatte die Austria nur zwei gefährlich Offensivaktionen oder zu wenig Energie, wie es Kapitän Manfred Fischer nachher ausdrückte. Ein Fehlpass von Dragovic leitete in der Nachspielzeit die Aktion zum 0:2 ein: Mutanda traf zunächst die Schulter von Tormann Samue Sahin Radinger, der den Ball wegschießen hätte können, aber zögerte. Daher erkämpfte sich Mutandwa wieder den Ball, hob ihn aus der Drehung ins leere Tor. Das erinnert etwas an Slapstick.
Das rasche Anschlusstor von Abubakr Barry nach vier Minuten der zweiten Häfte machte offenbar die nötige Energie frei. Ried zerfiel praktisch in seine Bestandteile, es wurde kaum noch ein Zweikampf gewonnen, die Austria marschierte nach Belieben durch das Mittelfeld, dominierte. Rieds Trainer Max Senft sprach von Aufsteiger-Lehrgeld, das bezahlt wurde. Ein wichtiger Faktor bei den vielen violetten Balleroberungen war der für Dragovic gekommene U 21-Teamspieler Luca Pazourek an der rechten Flanke, auch wenn die meisten Austria-Angriffe über links liefen. Beim Ausgleich gehörte Glück, weil Barry aus kurzer Distanz Ante Bajic an die Hand schoss. Referee Alexander Harkam sah eine Verbreiterung der Körperfläche, zeigte auf den Elfmeterpunkt, VAR Markus Hameter wertete dies nach Überprüfung nicht als schwere Fehlentscheidung. Johannes Eggestein schickte Rieds Torhüter-Kapitön Andreas Leitner ins falsche Eck, Gleichstand nach 77 Minuten. Sieben Minuten später jubelte Fischer vor der Austria-Fantribüne. Der Kapitän fing einen Fehlpass von Rieds Joker Fabian Rossdorfer in Rieds Hälfte ab, setzte Talent Sanel Saljic ein, verlängerte den Chip des 19 jährigen Talents mit rechts an Leitner vorbei. Im Finish gab es noch eine Chance zum 4:2. Das Happy-End tat der Austria gut. Das zeigten auch die Jubelgesten von Trainer Stephan Helm nach Schlusspfiff: „Ein Sieg des Willens. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Qualität und Charakter hat!“
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