Eishockey

Absage zum Start: Neue Eishockey-Liga wird Kampf um das Überleben

Eishockey-Deutschland jubelt über Leon Draisaitl. Der Star der Edmonton Oilers wurde als erster Deutscher zum wertvollsten Spieler der National Hockey League, der besten Liga der Welt, gewählt. Das verdrängt für kurze Zeit die Alltagssorgen. Die in Corona-Zeiten heißen: Wann kann die deutschen Liga wieder starten, hält der geplante November-Termin, woran schon Zweifel bestehen? In Österreich geht es schon Freitag los. Mit der neuen ICE Hockey League, mit elf Klubs aus vier Ländern. Aus Österreich (KAC, Red Bull Salzburg, Vienna Capitals, Villach, Black Wings Linz, Graz 99ers, HC Innsbruck, Dornbirn), Italien (Bozen), Ungarn (Fehervar) und erstmals aus der Slowakei (Neuling Bratislava Capitals, der die Saison gegen Bozen eröffnet). Was passiert aber, wenn wegen steigender Infektionszahlen ein Land die Grenzen dicht macht? Dann gibt es die Variante, nur in Österreich zu spielen.  Eines der vielen Fragezeichen vor dem Start, zu dem es gleich eine Absage, statt geplanter fünf Partien nur vier gibt: Bratislava Capitals gegen Bozen, als Startspiel eingeplant, musste wegen positiver Covid 19-Tests bei den Italienern abgesagt werden.

Eine Saison mit neuem Sponsor (Bet at Home), einem neuem TV-Partner (Puls 24, der Freitag KAC gegen Linz zeigt) zu Sky, bei dem Freitag Salzburg gegen Villach live übertragen wird, neuem Logo und Graz-Boss Jochen Pildner Steinburg als neuen Liga-Präsidenten.  Mit drei neuen Trainern, die, wie nicht anders zu erwarten, Ausländer sind. Nämlich Dan Ceman in Villach, Pierre Beaulieu in Linz und Mitch O´Keefe in Innsbruck. Die neue Eishockey-Liga wird ein Kampf um das Überleben. Nur 1500 Zuschauer dürfen nach aktuellem Stand in die Hallen, da verlieren einige Sponsoren das Interesse. In Wien dürfen es nur 250 sein, wenn die Corona-Ampel auf orange steht. Das alles bedeutet zusammen finanzielle Verluste in siebenstelliger Höhe. Wer keine finanzielle Lebensversicherung in der Hinterhand hat wie der KAC in Mäzenin Heidi Horten oder die Vienna Capitals in Präsident Hans Schmid oder Salzburg mit Red Bull-Boss Didi Mateschitz, für den kann´s sehr eng werden.

Darum muss doch verwundern, dass nur drei der acht österreichischen Klubs die Zeichen der Zeit erkannten und als Zeichen der nötigen Sparwelle vermehrt jungen Österreichern die Chance geben, sondern  weiter auf Legionäre setzen. Die drei sind der KAC, erstmals die Vienna Capitals und mit Abstrichen auch Salzburg. Der KAC begnügt sich mit fünf Legionären, von denen Star-Verteidiger Dave Fischer noch Wochen außer Gefecht sein wird, die Vienna Capitals haben nur sechs unter Vertrag, Salzburg acht. Wobei die Vienna Capitals für eine bemerkenswerte Ausnahme sorgen: Der einzige Klub, der auf einen ausländischen Tormann verzichtet, auf Österreichs Teamgoalie, Routinier Bernhard Starkbaum (34) und die Youngsters Sebastian Wraneschitz (18) und Max Zimmermann (21) setzt.  Die Zahl derer, die behaupten, dass sich dies bis spätestens Jänner ändern wird, ist allerdings nicht gering. Bei Trainer Dave Cameron wäre das auch keine Überraschung. Der KAC hatte mit nur vier Ausländern letztes Wochenende einen Grund zum Jubeln (Bild oben): Triumph beim Red Bull Salute in Kitzbühel. Mit Siegen über die Red Bull-Mannschaften aus Salzburg und München.

Derzeit stehen bei den österreichischen Vereinen 83 Legionäre unter Vertrag, 64 gehen auf das Konto der  Ausländer-Hochburgen  in Innsbruck, Dornbirn, Villach, Graz und Linz. Die nutzten aus, dass in der Punktereglung wieder mehr Punkte für Ausländer möglich wurden. Ein großer Fehler der Liga. In Wien geht zwar der 40 jährige Verteidiger Phil Lakos in seine 18.Saison bei den Capitals, anderseits fanden Routiniers, die letzte Saison beim KAC, in Villach und bei Salzburg bewiesen, dass sie es noch immer können (Patrick Harand, Markus Schlacher, Michael Schiechl) keinen Klub mehr. Zehn Legionäre bei Villach bedeuten eine neue Klubpolitik, mit der man offenbar die Chance sieht, damit kurzfristig einmal den Kärntner Rivalen KAC zu übertrumpfen, vor ihm zu landen.

Montag begann eine interessante Begleitmusik zum Ligastart. Mit einer Aussendung der neuen Verbandspräsidenten Klaus Hartmann zu den anstehenden Verhandlungen mit der Liga über einen neuen Kooperationsvertrag. Einen Tag vor der offiziellen Liga-Präsentation ließ er wissen, der Verband werde demnächst ein Verhandlungsteam aufstellen, bis Weihnachten einen Rahmen abstecken. Es gehe um die Interessen des österreichischen Eishockeys. Die Antwort von Pildner Steinburg auf das Säbelrasseln konnte Hartmann Donnerstag in der „Kleinen Zeitung“ lesen. Die Liga wolle ihre Position verbessern, eigenständig bleiben. der Verband sei in unsicherer Ansprechpartner, die Forderungen des alten Präsidiums hätte man mit Sicherheit nicht erfüllt, er sei als harter Verhandler bekannt. Auch dieses Szenario zählt zu den unguten Fragezeichen vor dem Saisonstart.

Foto: ICE League.

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