Fußball

Die Trainersuche von Bayern überstrahlt das deutsche Pokalfinale

Wenn Kevin Stöger nächste Saison in der ersten Bundesliga spielen will, dann muss der 30 jährige Oberösterreicher den Verein wechseln, Bochum verlassen. Denn nach der 0:3 (0:2)-Heimpleite im ersten Relegationsspiel gegen Zweitligist Fortuna Düsseldorf am Donnerstagabend wird Montag in der Stadt, in der Österreich am 17. Juni sein erstes EM-Gruppenspiel gegen Frankreich bestreiten wird, keine Wende möglich sein. Da Stögers Vertrag ausläuft, kostet er keine Ablöse. An Angeboten fehlt es nicht. Unter anderem von Union Berlin, dessen neuer Trainer Bo Svensson Stöger aus gemeinsamen Mainzer Zeiten kennt.

Samstag geht Meister Leverkusen trotz Ende der Erfolgsserie nach51 Pflichtspielen, des 0:3 im Europa League Finale gegen Atalanta Bergamo, als klarer Favorit ins Pokalfinale gegen Kaiserslautern, den 13. der zweien Liga. Dessen Trainer, der 70 jährige Friedhelm Funkel, sich damit wieder von Kaiserslautern verabschiedet. Die Mission, den Klassenerhalt zu schaffen, hat er erfüllt. Der Einzug ins Endspiel war die Draufgabe. Zu den fünf Kandidaten für Funkels Nachfolge zählt auch Austrias Ex-Trainer Michael Wimmer, als Favorit gilt Markus Anfang, der als Spieler zwischen 1998 und 2002 dreimal Meister mit dem FC Tirol war, den 1. FC Köln mit den Ex-Rapidlern Louis Schaub und Florian Kainz trainierte, als er 2018/19 in die Bundesliga aufstieg, bei Werder Bremen zu Corona-Zeiten wegen eins gefälschten Impfpass zurücktrat und vom DFB gesperrt wurde, danach beim Drittligisten Dynamo Dresden war.

Die Geschichte des DFB-Pokals ist auch mit Österreichern verbunden. Vier Trainer sind auf der Siegerliste verewigt, Adi Patek (1955 mit Karlsruhe), Willi Hahn (1957 mit Bayern München), Max Merkel in den Sechzigerjahren mit 1860 München, Ernst Happel 1987 im letzten Spiel mit dem Hamburger SV vor dem Wechsel nach Tirol. Dazu auch zahlreiche Spielerlegenden. Mit Bayern Gustl Starek, Peter Pumm und David Alaba, der mit sechs Titeln rot-weiß-roter Rekord-Champion ist, dazu Bruno Pezzey mit Eintracht Frankfurt, Franz Wohlfahrt mit VfB Stuttgart, Andreas Herzog mit Werder Bremen, ebenso Sebastian Prödl und Martin Harnik, die Samstag als ServusTV-Experten bei der Direktübertragung im Einsatz sind, sowie Konrad Laimer und Xaver Schlager mit RB Leipzig.

Das größere Gesprächsthema in der deutschen Fußballszene als das Pokalfinale ist die Trainersuche von Bayern München: „Was will Bayern mit einem Abstiegstrainer?, fragte „Bild“ Freitag in Balkenlettern auf Seite eins.  Gemein ist der 38 jährige Belgier Vincent Kompany, der letzte Saison Burnley zurück in die Premier League brachte, heuer aber abstieg. Kompany, der 89 Länderspiele bestritt, WM-Teilnehmer war, spielte elf Jahre bei Manchester City, darunter die letzten drei unter Bayerns Ex-Trainer Pep Guardiola. Bayerns Sportvorstand Max Eberl und Sportchef Christoph Freund sind mit Kompany über einen Dreijahresvertrag einig, jetzt wird um die Millionen gepokert, um die Bayern Kompany aus dem bis 2028 laufenden Vertrag herauskaufen muss. Burnley gehört einer US-Investmentgesellschaft, fordert 20Millionen britische Pfund, das sind 23,5 Millionen Euro. Oliver Glasner schlug zum Trainereinstand bei Crystal Palace Burnley mit Kompany 3:0. Auch der Trainer, der mit Bayern 2020 das Triple gewann, liefert Schlagzeilen: Hansi Flick, als deutscher Teamchef wenig erfolgreich, wird beim FC Barcelona landen, der sich doch von Trainer Xavi trennt.

Foto: Servus TV.

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