Fußball

Die Überraschung: Hearing um Windtners Nachfolge zwischen Milletich und Schmid

Nicht viel länger als 90 Minuten dauerten Montag die Beratungen des ÖFB-Wahlkomitees, ehe das überraschende, sogar einstimmige Ergebnis feststand. Dass er zu keiner Einigung über einen Kandidaten für die Nachfolge von ÖFB-Präsident Leo Windtner kommen wird, war zu erwarten. Ebenso, dass der interne Kandidat Burgenlands Verbandspräsident Gerhard Milletich heißt. Überraschend kam hingegen die Festlegung auf Roland Schmid als externen Kandidaten. Die Landesverbandspräsidenten und Ligapräsident gaben dem 45 jährigen Unternehmer, Sponsor und designierten Vizepräsidenten der Vienna (Bild oben) den Vorzug gegenüber Ex-Rapid-Präsident Michael Krammer, der sicher mehr Erfahrungen im Fußballgetriebe hat als Schmid. Kommenden Samstag gibt es in Salzburg ein Hearing von Milletich und Schmid, in dem geklärt wird, wer am 17. Oktober bei der Generalversammlung in Velden der Kandidat für Windtners Nachfolge sein wird.

Krammer nahm die Entscheidung sehr gelassen hin. Wie es dazu kam? Es war praktisch ein Duell der politischen Lager. Die der SPÖ nahestehenden Landesverbandspräsidenten waren total gegen Krammer eingestellt, weil er von türkis, sprich Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer.ins Gespräch gebracht wurde. Über Vorarlbergs Verband, dessen Präsident Kopf von 1998 bis 2006 war. Als Kopfs Nachfolger Horst Lumper zugab, Krammer nicht näher zu kennen, war die Offensive für Krammer, der zuvor ein Gespräch mit Wolfgang Bartosch, dem Vorsitzenden des Wahlausschusses hatte,  der aber nicht für ihn war, praktisch zusammengebrochen. Sachliche Argumente zählten also nicht. Es lief so, wie es eigentlich nicht laufen sollte. Bis Samstag wird die Gerüchteküche Hochbetrieb haben.

Wer das  bessere Konzept für die Zukunft hat, wird beim Hearing nicht den Ausschlag geben. Viel kommt darauf an, ob Dienstag  bei einer Tagung des Aufsichtsrats der Bundesliga die bisherige Linie für Schmid bestätigt wird. Die auch dadurch entstanden war, dass einige Klubs befürchteten, mit Krammer als ÖFB-Präsident könnte der Einfluss von Rapid zu groß werden. Böse Zungen behaupten, dass Schmid der Liga wirtschaftliche Zugeständnisse in Aussicht gestellt haben soll, sollte er ÖFB-Präsident werden. Milletich, den natürlich Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil unterstützt, kann mit den Stummen der Landesverbände aus der Steiermark, Kärnten, Wien und des Burgenlands rechnen. Auch Niederösterreich soll zu den Milletich-Befürwortern zählen. Eins Ost-Achse also. Für Schmid hat sich Tirol positioniert. Alle Versuche, noch andere Kandidaten ins Rennen zu bringen, etwa mit einem Rundbrief an die Landesverbandspräsidenten, hatten Montag keine Chance mehr.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

3

Meist gelesen

Nach oben

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen