Kylian Mbappe holte mit seinem Doppelpack bei Frankreichs 3:0 (1:0) gegen Schweden in New Jersey Lionel Messi in der Torschützenliste dieser WM ein. Teamchef Didier Deschamps verneigte sich vor seinem Kapitän, als er ihn im Finish austauschte. Frankreich trifft im Achtelfinale am Samstag in Philadelphia auf Deutschland-Bezwinger Paraguay. Auch Mexiko erreichte mit dem 2:0 (2:0) gegen Ecuador das Achtelfinale, behält daher weiter den Heimvorteil im Aztekenstadion. Ecuadors Teamchef, der Argentinier Sebastian Beccacece, trat nach dem Ausscheiden zurück. Die WM entwickelt sich zum „Friedhof“ der Teamchefs: Bisher bedeutete sie schon für sieben die Endstation. Es bahnt sich aber eine Fortsetzung an.
Es begann mit Tunesiens 1:5-Debakel im ersten Gruppenspiel gegen Schweden. Danach wurde der Teamchef, der Franzose Sebastian Lamouche, durch Landsmann Herve Renard ersetzt. Mit ihm verlor Tunesien gegen Japan und England. Bei drei Teams, die nicht die k.o.-Phase erreichten, hatte das Konsequenzen: Der 62-jährige Schotte Steve Clarke hörte nach sieben Jahren auf eigenen Wunsch auf, bei Tschechien durfte der 74-jährige Miroslav Koubek nicht weitermachen, obwohl er das wollte. Seine Ära dauerte nur sieben Monate. Südkoreas Myung Bo-Hong musste auf Befehl der Politik nach zwei Jahren gehen. Er war der Nachfolger des deutsch-österreichischen Duos mit Jürgen Klinsmann und Andreas Herzog. Bei Südafrika verabschiedete sich der 74 jährige Belgier Hugo Bross nach dem 0:1 gegen Kanada im Sechzehntelfinale wie beabsichtigt in Pension, nicht geplant war der Rücktritt von Ronald Koeman (Bild) in Holland, den er am Tag nach dem Scheitern gegen Marokko erklärte. Die zweite Teamchefära des 63 jährigen dauerte zweieinhalb Jahre. Ihm wurden vor allem taktische Fehler vorgeworfen, das Festhalten an einer „Fünferabwehr“.
In Deutschland spricht in der Teamchefdebatte wenig dafür, dass Julian Nagelsmann sein Scheitern „überlebt“, seinen Vertrag bis 2028 erfüllen darf. „Jetzt muss Klopp her“, fordert die „Bild“-Zeitung Mittwoch in Balkenlettern auf Seite eins. Jürgen Klopp hat einen Vertrag bei Red Bull bis 2029, ohne Ausstiegsklausel. Zahlt der DFB Nagelsmann aus, kostet das 14 Millionen. Die US-Sportzeitung „Sports Illustrated“ nannte auch Ralf Rangnick als möglichen Nachfolgekandidaten, aber das ist reine Spekulation. Seit Monaten ist geklärt, dass in Frankreich die Ära von Deschamps auf dessen Wunsch mit dem letzten WM-Spiel nach 14 Jahren vorbei ist. Der Nachfolger ist noch nicht offiziell bekannt. Es wäre überraschend, sollte er nicht Zinedine Zidane heißen.
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