Fußball

Ein spezieller Abend mit Stromausfall: Salzburg kann es besser als beim 3:0

Wer bei tipp 3 zehn Euro auf ein 3:0 von Red Bull Salzburg über Mazedoniens Meister Shkendija 79 im Hinspiel der dritten Runde der Qualifikation zur Champions League, wettete, der bekam nachher 60 zurück. Das Wunschergebnis, das den Aufstiegs ins Play-off gegen Spartak Trnava oder Roter Stern Belgrad bedeutet, aber doch in einem speziellen, in dieser Form unerwarteten Abend zu Stande kam. Einen kompletten Stromausfall im Stadion Wals-Siezenheims als Folge eines Unwetters mit Blitzeinschlag hatte zuvor noch keiner erlebt. Passiert  im Finish nach dem zweiten Elfer zum 3:0 (2:0)-Endstand für fast zehn Minuten. Erst danach ging das Flutlicht wieder an und das Match weiter.

Was war nach speziell an diesem Abend? Niemand hätte erwartet, dass Referee Aliyar Agayev aus Aserbaidschan so eine wichtige und wahrscheinlich  mitentscheidende Rolle spielte. Niemand hätte erwartet, das Salzburgs Tormann Cican Stankovic so oft sein Können zeigen musste, um ein Tor der Mazedonier zu verhindern. Auch das gehörte zum Kapitel speziell: „Das Match hat uns verschiedene Dinge aufgezeigt, die wir verbessern können und müssen,  um uns weiter zu entwickeln“, meinte Rose, der nichts vom praktisch fest stehenden Aufstieg hören wollte: „Man hat gesehen, dass Shkendija besser spielen kann als viele glaubten. Da wartet Dienstag in Skopje noch ein hartes Stück Arbeit.“

Der Schiedsrichter griff mehrmals mit umstrittenen Entscheidungen ins Geschehen ein: Etwa,als er Zlatko Junuzovic bei 1:0 für eine vermeintliche  Schwalbe Gelb zeigte, die in Wahrheit ein Elferfoul an ihm war. Etwa, als er ein klares Elfmeterfoul von Xaver Schlager übersah. Etwa, als er Junuzovic im Finish für seine einziges Foul im Spiel wieder Gelb zeigte, was Rot bedeutete und das Fehlen des Routiniers im Retourspiel. Und als er es zuließ, dass nach der Unterbrechung das Spiel sieben Minuten lang unter irregulären Bedingungen weiter ging. Das Wasser stand am ganzen Feld, der Ball rollt nicht mehr, einfach irregulär.

Es war an dem Tag, an dem Österreichs Rekordspieler Andreas Herzog nach Tel Aviv kam, um seinen Job als neuer Teamchef Israels anzutreten,  am Flughafen einer wahren Traube von TV-Reportern, die auf ihn warteten auf englisch mit den Worten „i believe in my abiities“ versicherte, an seine Fähigkeiten zu glauben,  das Match von Salzburgs israelischem Torjäger Munas Dabbur (Bild oben). Den Elfer zum 1:0 herausgeholt und selbst verwandelt, einen Freistoß von Zlatko Junuzovic per Kopf zum idealen Zeitpunkt, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 2:0 verlängert. Und er ließ beim zweiten Elfmeter nach einem Foul an Kapitän Andreas Ulmer Diadie Samassekou den Vortritt, statt seine Chance auf einen Dreierpack wahrzunehmen. Den Grund verriet Rose: „Diadie redet schon seit Monaten davon, dass er endlich sein erstes Tor in einem Pflichtspiel für uns erzielen will. Da schnappte er sich in dieser Situation den Ball, nützte das souverän. Jetzt darf er auch Eckbälle und Freistöße schießén.“

Rose bekrittelte die vergebenen Chancen, aber mehr, dass man  einige von Shkendija zuließ: „Trotzdem war es auch in dieser Höhe verdient. Wir waren fokussiert und engagiert, sind sehr viel gelaufen und hatten einen guten Tormann.“ Aber Salzburg kann es sicher noch besser. Das Niveau der Europa League-Spiele vom Frühjahr war es nicht. Vor allem Xaver Schlager und Hannes Wolf misslang zu viel, um schon von reif für die Champions League reden zu können.

Das gilt auch für die TV-Übertragung. Für den Senderausfall infolge des Gewitters kann Puls 4 zwar gar nichts, aber für die Reaktion darauf. Und die hatte eher Kreisklasse-Niveau als ein internationales. Über 20 Minuten irgendwelche Sendungen, die gar nichts mit Fußball zu tun haben und die sogar zweimal, war schwach. Nicht vorbereitet zu sein, dass in Salzburg irgendetwas passieren könnte, was eine Reaktion im Wiener Studio erforderlich machte, bedeutet kein Ruhmesblatt. Da hätte jemand die an Fußball interessierten Zuschauer mit dem, was in Salzburg  gerade passierte, am Laufenden halten müssen.  Passierte nicht. War etwa die ganze Fußballredaktion in Salzburg und keiner in Wien? Das kann nicht sein, darf auch im Herbst nicht mehr passieren, wenn Puls 4 wieder die Europa League überträgt. Auch nicht, dass man nach dem infolge des Stromausfalls  verspäteten Spielendes nachher nur die Werbung vollständig zeigte, aber sich mit den Interviews kurz halten musste, um den weiteren Sendeablauf nicht durcheinander zu bringen.

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