Die dritte Saison von Marco Grüll in der deutschen Bundesliga bei Werder Bremen ist bisher die mit Abstand beste: Mit einem Tor und zwei Assists machte der 28-jährige Salzburger Samstag den 3:2-Heimsieg gegen Augsburg nach 0:2-Rückstand möglich. Propmpt wurde er zum „man of the match“ gewählt. Damit gewannen Grüll und Marco Friedl auch das Österreicher-Duell gegen Michael Gregoritsch, der mit Augsburg die erste Saisonniederlage erlitt, Als der Grazer nach 53 Minuten ausgetauscht wurde, führte Augsburg 1:0. Fünf Minuten später fiel das 2:0, doch Grülls Anschlusstor in der 66. Minute (Bild), als er dann Ball unter die Latte hämmerte, weckte Bremen so richtig auf. Auch bei den späten Toren in der 86. und 93. Minute, die für Ekstase sorgten, hatte Grüll seine Beine im Spiel. Die Bilanz nach vier Runden: Zwei Tore und drei Assists. Damit empfahl sich Grüll auch Österreichs Teamchef Ralf Rangnick. Das letzte seiner acht Länderspiele bestritt er am 25. November 2025 beim 2:0-Auswärtssieg in der WM-Qualifikation auf Zypern. Sein vierter Einsatz in Rangnicks Ära dauerte nur zwei Minuten. Am Donnerstag gegen Israel in Linz könnte er länger zum Zug kommen.
Die Siegesserie von Philipp Lienhart mit Freiburg ging in Frankfurt gegen Adi Hütters Eintracht zu Ende. Freiburg konnte zweimal einen Rückstand aufholen, aber nicht mehr – daher 2:2 (1:2). „Ich muss mit dem Punkt zufrieden sein, weil die Leistung nicht gut genug war“, gestand Hütter, „um gegen ein starkes Freiburg zu gewinnen, muss man sich ganz anders präsentieren.“ Neuer Tabellenführer ist Borussia Dortmund nach dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg gegen VfB Stuttgart, bei dem Marcel Sabitzer ab der 82. Minute spielte, Carney Chukwuemeka gar nicht. Philipp Mwene und Stefan Posch prolongierten mit Mainz das Tief von Borussia Mönchengladbach, sorgten mit dem 4.3 (2:1)-Auswärtssieg für Mönchengladbachs vierte Niederlage. Den ersten Sieg feierte der Hamburger SV mit 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln. Ex-Salzburg-Legionär Nicolas Capaldo erzielte per Kopf die Führung, den ersten Hamburger Saisontreffer. Ein bemerkenswertes Zeichen setzte Kathleen Krüger, die Sportvorständin: Nach drei Runden ohne Sieg und erzieltes Tor verlängerte sie den Vertrag mit Trainer Merlin Polzin um drei Jahre.
Ungewöhnlich auch Österreichs Teamspieler Alexander Prass, der bei Hoffenheim bisher zu keinem Einsatz kam: Da dies auch Sonntag in Paderborn so gewesen wäre, spielte er Samstag „freiwillig“ in der zweiten Mannschaft. In der dritten Liga holte er sich 58 Minuten lang beim 1:0 gegen Meppen Spielpraxis. Der Oberösterreicher gehört zu Österreichs Teamkader.
Foto: SV Werder Bremen.