Fußball

Eine ´“Erdogan-Zelle“ im Lavanttal

Die Führungsetage des Wolfsberger AC muss rund um die zwei verlorenen Europa League-Spiele gegen Basaksehir Istanbul ausgezeichnete Kontakte zu den Entscheidungsträgern des türkischen  Vizemeisters geknüpft haben. Denn alle drei Winterkäufe der Kärntner haben etwa mit Basaksehir Istanbul zu tun. Am wenigsten noch Senegal-Stürmer Cheikhou Dieng, der zwar früher bei Basaksehir unter Vertrag stand, aber seit Sommer vereinslos war. Aber sehr wohl der serbische Mittelfeldspieler mit Vergangenheit beim 1.FC Köln und Borussia Dortmund, Milos Jojic. Und der 29 jährige portugiesische Innenverteidiger Miguel Vieira, der Montag in der Lavanttal-Arena  den Wolfsberg-Dress gemeinsam mit Trainer Ferdinand Feldhofer in die Kameras hielt (Bild oben). Sowohl Jojic als auch Vieira verlieh Basaksehir bis Saisonende nach Kärnten. Weil bei Okan Buruk, dem Trainer des Tabellenzweiten, und seinem Assistenten, Österreichs Ex-Teamspieler Ekrem Dag, kein Bedarf an ihnen bestand. Der 29jährige Vieira spielte  im August in beiden Partien der nicht geschafften Champions League-Qualifikation gegen den griechischen Meister Olympiakos Piräus und in der Süper Lig beim 1:2 im Istanbul-Derby gegen Fenerbahce.  Als es Basaksehir aber gelang, den mittlerweilen 35 jährigen Slowaken mit Liverpool-Vergangenheit, Martin Skrtel, von Atalanta Bergamo zu holen, war Vieira nicht mehr gefragt. Dennoch meint Feldhofer: „Es ist nicht selbstverständlich dass Wolfsberg einen Spieler wie Vieira bekommt!“ Ähnliches sagte er bereits bei Jojic. Vieira soll den zu Barnsley gewechselten Michael Sollbauer ersetzen.

Somit gibt es eine „Erdogan-Zelle“ im Lavanttal. Das ist wirklich nicht politisch gemeint, aber Basaksehir gilt als Lieblingsklub des türkischen Staatschefs Recep Erdogan. Der war an der Gründung des Klubs beteiligt, fast alles steht in Zusammenhang mit ihm. Präsident Göksel Gümunsdag gehört zur Familie Erdogans. Wahrscheinlich ist es auch den Verbindungen von Erdogan zu verdanken, dass sich Basaksehir eine Mannschaft mit klingenden Namen wie Skrtel, Gael Clichy (früher Manchester City), dem bosnischen Teamstar Edin Visca, Ex-Barcelona-Legionär Ardan Turan, bei dessen Hochzeit Erdogan sein Trauzeuge war, den holländischen Altstar Elijero Elia, den ehemaligen Schweizer Teamkapitän Gökhan Inler und den 36jährigen Brasilianer Robinho leisten kann, die sportlich in Istanbul derzeit die Nummer eins in Istanbul vor Fenerbahce, Galatasaray und Besiktas ist, in der Europa League nicht nur Wolfsberg besiegte, sondern auch Mönchengladbach eliminierte, jetzt auf Sporting Lissabon trifft. Da bleibt auch dem  letzte Sommer von Salzburg geholten Norweger Fredrik Gulbrandsen nur ein Platz auf der Bank.

Das soll heißen: Jojic und der letzten Sommer von Basaksehir um 1,3 Millionen Euro vom spanischen Zweitligisten CD Lugo geholte Vieira  müssten Qualität genug haben, um Wolfsberg zu helfen. Wenn sie nach ihrer halbjährige Pause rasch ihren Rhythmus finden. Die Kehrseite der Medaille: Spielen sie ihre Klasse aus, dann existiert im Sommer garantiert die „Erdogan-Zelle“ im Lavanttal nicht mehr. Ähnliches erlebte Wolfsberg vor kurzem bei Salzburg-Leihgabe Anderson Niangbo. Das ist das Risiko, das man bei Leihgeschäften eingeht. Aber Wolfsberg-Boss Dietmar Riegler  befindet sich nicht in der komfortablen Lage, darauf verzichten zu können.

Foto: RZ Pellets Wolfsberger AC.

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