Fußball

Einfach bitter: Der Video-Wirrwarr verfolgt Köln weiter! Tore von Gregoritsch, Burgstaller und Sabitzer

Einfach bitter. Die zwei Worte von Peter Stöger Freitag  knapp vor 23 Uhr nach dem 1:2 (0:1) des 1.FC Köln vor 57.000 Zuschauern beim Aufsteiger VfB Stuttgart durch ein Tor in der 94. Minute, der siebenten Niederlage im achten Spiel, sagten alles: Wer unten steht, dem läuft auch einfach auch das Pech nach. Heraus kommt das schlechteste Bundesligastart aller Zeiten. Und dennoch stand Samstag in „FussballBild“ auf Seite eins unter der Schlagzeile von Kölns bitterster  Pleite die Aufforderung: „Bosse sollen Trainer Stöger weiter stützen.“  Weil seine Verdienste zu groß sind um ihn bei der ersten echten Krise vom Hof zu jagen, sich Köln couragiert präsentierte, nicht wie ein schwer angeschlagener Letzter. 10:0 Torschüsse in der ersten halben Stunde, in der zweiten Hälfte ausgeglichen, dann das unglückliche zweite Tor der Stuttgarter durch einen abgefälschten Schuss, ehe Stuttgarts Keeper Ron Robert Zieler noch in der 96. Minute den zweiten Ausgleich verhinderte. Heraus kam Kölns erste Niederlage in Stuttgart seit 21. Jahren. Beim 0:4 am 8. September 1996 stürmte Toni Polster in der zweiten Hälfte für Köln, ohne seinen Freund im Stuttgarter  Tor, den jetzigen Austria-Sportchef  Franz Wohlfahrt, bezwingen zu können. Stuttgarts damaliger Trainer beobachtete Freitag das Match als Weltmeister-Teamchef: Jogi Löw.

Zum Pech kam auch noch der Video-Wirrwarr, er die Kölner schon zum dritten Mal in acht Runden verfolgte. Beim 0:5 in Dortmund wurde via Video-Beweis das Tor zum 0:2 in der letzten Aktion vor der Pause gegeben, obwohl der Referee nachweislich abgepfiffen hatte, bevor der Ball über die Linie war. Köln verzichtete wegen der klaren Abfuhr auf einen Protest, der zur Diskussion stand. Vier Tage später reagierte der Video-Referee nicht, als beim 0:1 gegen Eintracht Frankfurt ein klares Elfer-Foul im Frankfurter Strafraum übersehen wurde. Freitag hingegen meldete er sich schon aus dem Kölner TV-Studio, als Schiedsrichter Benjamin Cortus knapp vor Schluss bei einem Kontakt zwischen  Stuttgarts Verteidiger Dennis Aogo und Kölns Stürmer Sehrou Guirassy  Elfmeter für Köln pfiff. Es folgte ein minutenlanges Wirrwarr, ehe Cortus sich die Szene am Spielfeldrand am TV-Monitor selbst ansah und dann seine Entscheidung zurücknahm, weil er ein Stürmerfoul des Kölners erkannte. „Sehr diskussionwürdig“, fand dies auch Eurosport-Experte Matthias Sammer. „Der Video-Beweis macht den Fußball noch brutaler“, behauptete  Stuttgarts Abwehrchef mit Bayern.Vergangenheit, Holger Badstuber, „die Kölner können einem nur leid tun.“

Der wegen des Videowirrwarrs schwer verärgerte Kölner Sportvorstand Jörg Schmadtke lehnte es dezidiert ab, eine Trainerdiskussion zu eröffnen: „Ich kann kein Stürmerfoul erkennen. Jetzt werden mir drei Tage lang wieder Experten erklären, warum das  passierte. Das ist unakzeptabel. Ich werde Peter Stöger schützen, versuchen, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln.“  Darum verweigerte er sich, das nächste Heimspiel gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag zum Trainer-Endspiel zu deklarieren: „Das kommt nicht in Frage.“

Bei der  bisherigen Kölner Abschlusschwäche wird Stöger sich Samstag vor dem TV-Schirm seinen Teil gedacht haben, als er sah, wie Michael  Gregoritsch als Joker von Augsburg mit seinem zweiten Saisontor das 1:1 in Hoffenheim erzielte. Jener Gregoritsch, den Stöger und Schmadtke im Sommer wollten, aber nicht um die vom Hamburger SV geforderten  sechs Millionen. Am Ende hieß es 2:2, bei Augsburg verteidigte Kevin Danso erstmals in der Saison im Abwehrzentrum neben Martin Hinteregger. Bei Hoffenheim feierte ein Schützling von Gregoritsch-Vater Werner, Österreichs U21-Teamspieler Stefan Posch, in der Innenverteidigung sein Bundesligadebüt. Florian Grillitsch kam nach dem Ausgleich von Gregoritsch.

Das zweite Saisontor gelang auch Guido „Burgknaller“ Burgstaller bei Schalkes 2:0 (1:0) in der Hauptstadt bei Hertha BSC Berlin, wo Valentino Lazaro in der 65. Minute eingewechselt wurde, als Schalke 1:0 führte. Vor seinem Treffer gelang Burgstaller nicht viel, Herthas Japaner Genki Haraguchi sah knapp vor der Pause für ein Brutalofoul an dem Kärntner die rote Karte. Erst danach fielen die Schalker Tore.

Ein Stanglpass des aktiven David Alaba, den Freiburgs Kapitän Julian Schuster zur schnellen Bayern-Führung ins eigene Tor verlängerte, stand am Anfang des 5:0 (2:0)-Heimsieg des Meisters bei der gefeierten Rückkehr von Jupp Heynckes. Ein Ausrufezeichen, Jupp, Jupp, Hurra! Österreichs Teamneuling Philipp Lienhart trug keine Schuld an den fünf  Treffern der ungefährdeten Bayern. Schwarzer Samstag für Martin Harnik bei Hannover: Sein Ballverlust leitete daheim Hannovers 0:1 gegen Eintracht Frankfurt ein. Das Siegestor der Frankfurter in vorletzter Minute zum 2:1  sah der diesmal ausnahmsweise schwache Harnik von der  Bank.

Den wertvollsten Sieg mit rot-weiß-roter Beteiligung feierte Ralph Hasenhüttl mit RB Leipzig bei Tabellenführer Borussia Dortmund vor 80.000 Zuschauern. Das 3:2 (2:1) bedeutete nicht nur Dortmunds erste Niederlage in dieser Saison, sondern das erste verlorene Heimspiel vor der gefürchteten gelben Wand seit dem 4. April 2015. Marcel Sabitzer war erstmals der Kapitän von Leipzig, erzielte per Kopf den Ausgleich zum 1:1, sechs Minuten nach Dortmunds schneller Führung durch Pierre Emerick Aubameyang, die auf das Konto eines Patzers von Stefan Ilsanker ging. Der sah nach 57 Minuten, oder zehn nach dem Ausschuss von Dortmunds griechischem Abwehrchef Sokratis, Gelb-Rot. Kurz darauf brachte Hasenhüttl Konrad Laimer, der mithalf, den wertvollen Auswärtssieg über die Distanz zu bringen. Dortmund liegt nur noch zwei Punkte vor Bayern, drei vor dem Dritten Leipzig.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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