Fußball

Einmal Kontinuität gegen zweimal Erneuerung beim Kampf um Rapid

Kurz nach neun Uhr früh vermeldete Rapids sechsköpfiges Wahlkomitee am Dienstag, dass sich erstmals in der 120jährigen Klubgeschichte drei Kandidaten für die Wahl des Präsidenten anmeldeten. Ohne Namen zu nennen, deren Listen zu veröffentlichen. Obwohl sie ohnehin kein Geheimnis waren. Jetzt wird das Wahlkomitee seine weitere Vorgangsweise beraten, frühestens Anfang September mit dem „Hearing“ der Kandidaten beginnen. Die großen Frage: Wird es um die Nachfolge von Michael Krammer ein schmutziger Wahlkampf mit „dirty campaining“, gelingt es eine Kampfabstimmung zu vermeiden? „Ich halte gar nichts vom Anpatzen der anderen“, versicherte Rapids Finanzreferent Martin Bruckner (Bild oben), der von vielen als Favorit angesehen wird. Seit sechs Jahren gehört er zum Rapid-Präsidium, das Crowdfunding bei der Finanzierung das neuen Allianz-Stadions organisierte der Vorstand der Allianz Investmentbank perfekt. Hätte alles bei Grün-Weiß seit damals ähnlich gut funktioniert, gäbe es die Unzufriedenheit über die derzeitige Situation nicht.

Rapid-Präsident zu werden, gehörte nicht zur Lebensplanung von Bruckner: „Entweder mache ich etwas ganz oder gar nicht“ heißt die Devise des 54jährigen, als der Wunsch aus Mitgliederkreisen an ihn herangetragen wurde, Krammers Nachfolger zu werden.  Was ihm auf den ersten Blick besser gelungen scheint als den „Herausforderern“ Robert Grüneis und Roland Schmid: Seine Liste deck das breite Rapid-Spektrum besser ab als die des ehemaligen Chefs von Rapid-Sponsor Wien Energie und des Unternehmers Schmid, der seit sieben Jahren zu den Rapid-Sponsoren zählt. Auf Bruckners Liste sind mit Rechtsanwalt Nikolaus Rosenauer sowie dem Unternehmer Gerhard Höckner zwei aus dem derzeitigen Präsidium, ansonst vier neue Namen. Mit Philipp Newald der Geschäftsführer von Tipp 3, zuvor Marketingleiter von Rapid, vom ehemaligen Manager Werner Kuhn nach Hütteldorf geholt. Dazu mit Stefan Singer der langjährige Mitglieder-Vertreter, mit Gerald Willfurth ein Spieler aus den Achtzigerjahren, in denen Rapid Meister war und ins Europacupfinale der Cupsieger gegen Everton in Rotterdam gekommen war. Und ein berühmter Name aus dem Skilager: Michaela Dorfmeister, die aus ihren Sympathien für Rapid auch zu den Zeiten, als sie je zweimal Olympiasiegerin und Weltmeisterin war, kein Hehl machte: „Es gehört etwas zu, wenn einer aus dem Osten Österreichs im alpinen Skisport solche Erfolge feiern konnte. Das spricht für enormen Siegeswillen und Durchsetzungsvermögen. Dafür sollte auch Rapid stehen“, begründete Bruckner, warum er Dorfmeister in seinem Team unbedingt dabei haben wollte.

Was an der Liste von Grüneis auffällt, ist die Nähe zur Politik, sprich SPÖ. Mit AK-Präsidentin Renate Anderl und dem Organisator des Donauinselfestes Thomas Waldner, der auch zum aktuellen Präsidium gehört. Und dass mit Christoph Marek der Vorstand der Allianz Gruppe einen anderen Kandidaten als Bruckner, den Vorstand der Allianz Investment Bank unterstützt, bei Grüneis als Vizepräsident geführt wird. Und dass mit Konrad Wilczynski ein ehemalige Handball-Star mit internationaler Erfahrung,, der derzeit Westwien managt, bei Rapid etwa bewegen will. Bruckner weiß, wie wichtig die Stadt Wien als Partner ist, suchte deshalb das Gespräch mit Wien Sportstadtrat Peter Hacker, bot ihm an, einen Vertreter der Stadt Wien ins Präsidium zu entsenden „Er legt keinen Wert darauf, sah keine Notwendigkeit“, berichtete Bruckner. Er steht auch für Kontinuität zum Unterschied von Grüneis und Schmid, die mit der Devise Rapid braucht Erneuerung antreten. Bruckener ist nicht dafür zu haben, alles bei Rapid, schlecht zu reden, besteht klare Positionen: „Es geht darum, auch im Sport Strukturen zu schaffen, um in die Erfolgsspur zu finden. Das geht nicht, wenn man ständig das Personal wechselt.“ Wirtschaftlich sei das gelungen, sieht Bruckner Rapid sehr gut aufgestellt, auch im internationalen Vergleich: “

Und darum bekennt sich Bruckner auch klar zu den Geschäftsführern, zu Christoph Peschek und zu Zoran Barisic: „Mit ihm und Didi Kühbauer als Trainer haben wir jetzt zwei, die Rapid wirklich verstehen“. Für Peschek, gegen den die anderen zwei Kandidaten Vorbehalt haben, würde die finanzielle Situation sprechen.“ So wird Bruckner auch vor dem Wahlkomitee argumentieren. Im Wettkampf der Ideen, wie er es ausdrückt. Die sportliche Meldung aus Hütteldorf: Kelvin Arase wechselt als Kooperationsspieler in die zweite Liga zu Ried,, könnte jederzeit zurückbeordert werden: „Er braucht vor allem viel Spielpraxis auf hohem Niveau“, begründete Barisic die Ausleihe des 20jährigen Offensivspielers, dessen größte Stärke die Schnelligkeit ist. Vor drei Jahren hatte er unter Mike Büskens debütiert, spielte aber danach bei keinem Trainer eine große Rolle. Aber Barisic glaubt an Arases Talent.

Foto: © SK Rapid Wien.

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