Eishockey

Ende mit Frust – aber es war dennoch eine sensationelle WM

Sicher tut es weh, wenn Österreichs Eishockeyteam, das bei der WM in Prag das letzte Drittel gegen Weltmeister Kanada 5:0 gewann, den Olympiasieger Finnland durch ein Tor 0,2 Sekunden vor Schluss 3:2 besiegte, sich gegen die Schweiz erst in letzter Minute geschlagen gab, zum Abschluss  gegen einen Absteiger verlor. Das passierte Dienstagmittag mit dem 2:4 (0:0, 1:1, 1:3) gegen Großbritannien nach 1:0-Führung wobei die entscheidenden Treffer in Unterzahl kassiert wurden. Zu viel Energie in den starken Partien verbraucht? Österreich wirkte nie so gut drauf wie zwei Tage zuvor beim Sieg gegen Norwegen. Deswegen sprach Teamchef Roger Bader von einer verdienten Niederlage. Verteidiger Clemens Unterweger, der zum besten Österreicher des Spiels, gemeinsam mit Tormann David Kickert und Marco Rossi (Bild) zu den drei besten des Teams bei der WM, gewählt wurde, vermutete: „Vielleicht war die Euphorie zu groß!“ Statt Viertelfinale am Donnerstag in Ostrau gegen Schweden daher Mittwoch als Gruppenfünfter die Heimfahrt aus Prag.

Aus Unterweger in der 23. Minute im Powerplay die Führung erzielte,  schien das Spiel in Richtung Österreich zu laufen.  Aber die erste Unterzahl, zum vierten Mal bei der WM eine 3:5-Situation, brachte den  Umschwung. Dominic Zwerger und Paul Stapelfeld sassen auf der Strafbank, nach 59 Sekunden fiel der Ausgleich. Der raubte Österreichs Team offenbar die Energie. Rossi hatte noch das 2:1  auf dem Schläger, nützte die Chance nicht. Einen Ausschluss von Kapitän Thomas Raffl nütze Großbritannien zu Beginn des letzten Drittels zum zweiten Treffer, nach dem 1:2 lief nur  noch wenig zusammen. Bader riskierte, holte bei 1:3 bereits 4:35-Minuten vor Schluss Kickert vom Eis, doch nur sechs Sekunden später gelang Großbritannien das empty-Net-Tor. Österreichs zweites Tor durch Mario Huber im Powerplay war in letzter Minute nur noch Kosmetik, half nicht mehr.

„Ich denke, dass wir nervös waren“,  meinte Bader, „weil wir etwas ganz Großes erreichen konnten, die Engländer spielten unbeschwerter.“ Das unbefriedigende Ende konnte aber nichts daran ändern, dass Bader mit der Weltmeisterschaft sehr zufrieden war: „Nicht normal, was wir in Prag geleistet haben, sondern sensationell! Die Leitungen gegen die Schweiz, Kanada, Finnland und Norwegen waren überragend. Das hat gezeigt, dass wir Ende August auch in Bratislava eine Chance haben, uns gegen die Slowakei für Olympia zu qualifizieren!“ Zumal Verteidiger David Reinbacher und Center Marko Kasper dort höchstwahrscheinlich zur Verfügung stehen werden, die Mannschaft damit besser besetzt sein müsste als bei der WM.

 

 

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