Auftakt zur Frühjahrssaison der Bundesliga, zu den spannenden letzten fünf Runden des Grunddurchgangs mit dem Duell zwischen Winterkönig Red Bull Salzburg und dem Vierten, der Wiener Austria, das zeitgleich als „Konkurrenz“ zur Olympiaeröffnung im Mailänder San Siro-Stadion läuft, live bei Sky Austria mit Andreas Hezog als Experte zu sehen ist. Zwischen dem Dritten Sturm Graz und dem Achten Wolfsberg, der wochenlang auf den am Knie verletzten Stümer Markus Pink verzichten muss, liegen nur vier Punkte, den Vierten Hartberg trennen von Wolfsberg nur zwei. Punktgleich mit Hartberg sind die Austria und Ried – da kann bis 8. März viel passieren. Auch die Wiener Horror-Vorstellung, dass sowohl Austria als auch Rapid die Meisterrunde verpassen. Die könnte nach der Punkteteilung, die es heuer letztmals gibt, ein Photofinish werden.
Die Austria hat einen schweren Start. Freitag Salzburg, wo es seit dem 3:2 am 21. September 2014 keinen violetten Sieg mehr gab und eine Runde später daheim das schon so gut wie ausverkaufte Wiener Derby, für das es Freitag eine Sicherheitsbesprechung zwischen Austria und Rapid gibt, da erstmals nach den Krawallen wieder die Fans der Auswärtsmannschaft, in diesem Falle von Rapid, ins Stadion dürfen. Nach Salzburg begleiten die Austria rund 1000 Fans. Ob sie die 16. Niederlage in den Auswärtsspielen seit 2014 sehen werden? Kein Wunder, dass Austria als Lieblingsgegner von Salzburg gilt. Beim letzten violetten Heimsieg waren übrigens beide Trainer beteiligt: Als die Austria in der letzten Runde der Saison 2017/18 das Heimspiel gegen den bereits feststehenden Meister Salzburg in Wr. Neustadt 4:0 gewann, war der jetzige Salzburg-Trainer Thomas Letsch bei Austria und Stephan Helm sein Analyst. „Ich habe Hochachtung vor Thomas“, bekräftigte Helm.
Am Tag vor dem Start versuchte die Austria bei der Präsentation des neuen Sportvorstands Tomas Zorn neue Einigkeit zu demonstrieren. Wirklich glauben konnte man nicht, das sich alle freuen, dass der Berliner Jurist auf Vorschlag der Sponsoren da ist, wie Präsident Kurt Gollowitzer versicherte. Zugleich bekräftigte, dass weder der Sportvorstand noch der für Wirtschaft zuständige Harald Zagiczek allein etwas entscheiden können. Bei Zorns Vorgänger Jürgen Werner war das noch anders. Gollowitzer glaubte, dass es gelingen könnte, die Anteile der WTF-Sponsorengruppe um Werner an der Austria-AG zu kaufen. Die finanzielle Situation spricht dagegen, auch wenn Zagiczek als Erfolg verbuchte, dass die Austria erstmals seit zehn Jahren in der letzten finanziellen Halbjahresbilanz einen Gewinn stehen hat. Zorn versicherte, für die Aufgabe zu brennen, sich nicht auf Stellvertreterkriege einzulassen und auf Einkäufe zu verzichten, von denen er nicht restlos überzeugt ist. Das soll in der kurzen Zeit seiner Ära bei der Stürmersuche zu einer ersten leichten Irritation zwischen Sportchef Michael Wagner, Helm und ihm geführt haben. Das Thema Vertragsverlängerung mit Helm hat Zorn bereits angesprochen: „Ich habe ihn gebeten, mir Zeit zu geben, ihn etwas besser kennenzulernen!“
Wenn die Austria Freitag so gut spielt, wie Zorn Donnerstag redete, dann kann es Punktezuwachs geben: „Ich weiß, wo wir ansetzen müssen, um Salzburg die Stärken zu nehmen“, behauptete Helm, der nicht glaubt, dass ein entscheidender Faktor sein könnte, dass Salzburg heuer bereits drei Bewerbspiele bestritt, Austria aber keines. Das erste Duell in dieser Saison verlor Austria daheim 0:3, in der vergangenen Saison gelang in Salzburg kein Treffer (zweimal 0:2), in Favoriten gewann Salzburg 3:1 und 1:0. Bei Austria fehlt der gesperrte Innenverteidiger Philipp Wiesinger, dürfte das im Finish der Herbstsaison verletzt gewesene Talent Sanel Saljic ebenso beginnen wie der 18 jährige Philipp Maybach im zentralen Mittelfeld. Salzburg hat fünf Ausfälle, darunter den verletzten Yorbe Vertessen und den gesperrten Soumalia Diabate. Kapitän Mads Bistrup (Bild oben) versicherte: „Die ganze Truppe ist gut drauf, wir sind eine richtige Einheit!“
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