Blau Weiß Linz machte bereits gute Erfahrungen mit dem Engagement eines vereinslosen Stürmers. Mit dem des ehemaligen Schützenkönigs Shon Weissman. Mit dem Israeli gewann Blau Weiß von drei Spielen zwei, holte sechs seiner sieben Punkte. Dem Beispiel von Blau Weiß-Sportchef Christian Schösswendter folgen auch seine Kollegen von Altach (Philipp Netzer) und WSG Tirol (Stefan Köck). Mittwoch präsentierte Altach, als Sechster bisher über den Erwartungen, als neuen Offensivspieler den 27 jährigen Blendi Idrizi, der ein Jahr pausierte, davor bei Schalke und Jahn Regensburg war. Der in Bonn geborene Idrizi bestritt drei Spiele in der deutschen Bundesliga, 56 in der zweiten Liga, hatte bisher neun Einsätze im Nationalteam des Kosovo, davon drei im Frühjahr 2024 unter Österreichs Ex-Teamchef Franco Foda. Das Engagement von Idrizi, der bereits der neunten Legionär im Kader der Vorarlberger ist, signalisiert auch Hoffnungen auf einen Platz in der Meisterrunde, von denen offiziell nicht gesprochen wird.
Auch nicht bei WSG Tirol, die zwar seit der zweiten Runde sieglos ist, aber nur drei Punkte hinter Altach liegt. Zwar spricht Trainer Philipp Semlic immer nur vom wichtigen Punkte sammeln für die Qualifikationsgruppe nach der Punkteteilung, aber die Rückholaktion des mittlerweile 25 jährigen dänischen Stürmers Nikolai Baden Frederiksen spricht für mehr. Denn mit seinem 18 Toren aus der Saison 2020/21 als Juventus-Leihgabe sind auch Erinnerungen an die Qualifikation für die Meistergruppe verbunden. Frederiksen war damit Zweiter der Schützenliste hinter dem damaligen Salzburg-Torjäger aus Sambia, Patson Daka, erzielte in den zehn Runden der Meistergruppe acht Treffer, mehr als jeder andere. Auf den fünf Stationen danach funktionierte es aber nie so gut wie in Tirol unter Thomas Silberberger: Weder in Holland bei Vitesse Arnheim unter dem jetzigen Salzburg-Trainer Thomas Letsch, noch bei Ferencvaros Budapest, Austria Lustenau, Lyngby Kopenhagen und zuletzt in Schweden bei IFK Göteborg. Beim Trainings in der vergangenen Woche konnte Frederiksen Semlic auf ganzer Linie überzeugen. Daher ist er der dritte Mittelstürmer im Tiroler Kader nach Lukas Hinterseer und dem Engländer Ademoli Adebomi. Tirol braucht den „alten“ Frederiksen in der Form seiner ersten Saison in Österreich, damit die Prognose von Köck stimmt: „Er wird auch diesmal wieder eine wichtige Rolle für uns einnehmen!“
Foto: WSG Tirol.