Fußball

Erst Liverpool in Violett war Endstation für Rapid

Der Mercedes Benz JuniorCup in Sindelfingen, ein Hallenturnier für U19-Teams auf Kunstrasen, ist seit Jahren ein guter Boden für die Rapid-Hoffnungen. Vor 2016 Turniersieg mit dem goldenen Tor von  Dejan Ljubicic im Finale, der 35 Monate später letzten Dezember Rapid gegen die Glasgow Rangers ins Sechzehntenfinale der Europa League schoss. 2017 machte Kelvin Arase als Torschützenkönig sogar Bayern München auf sich aufmerksam. Derzeit ist er an Horn, das Schlusslicht der zweiten Liga, verliehen. Jetzt hat Rapid wieder eine Generation, die zu Hoffnungen Anlass gibt. Auch wenn Erfolge im Bandenzauber und am grünen Rasen zwei verschiedene Paar Schuhe sind, steht das außer Diskussion. Zwei Tage vor dem 120. Geburtstag Rapids bedeutete erst der FC Liverpool im Endspiel mit dem 2:3 das Ende des Höhenflugs. Das Ärgerliche an dem Prestigeerfolg: Wenige Stunden vorher hatte Rapid in der Zwischenrunde die Engländer noch 4:2 besiegt. Und Liverpool spielte nicht in seinen traditionellen roten Dressen, sondern in Violett. Der Farbe von Rapids Erzrivalen Austria.

Bis zum Finale war Rapid die herausragende Mannschaft des Turniers. Die Samstag die Gruppenspiele gegen Hertha BSC Berlin 3:0 und gegen Bayern München 4:0 (!) gewann, trotz 0:1 gegen die Glasgow Rangers mit dem 4:2 gegen VfB Stuttgart den Aufstieg ins Semifinale fixierte. Sonntag ging es mit einem 4:2 gegen Liverpool weiter, das den Gruppensieg fixierte. Im Semifinale   warteten wieder die Rangers und da hatten die grün-weißen Talente mit 4:3 das bessere Ende für sich. Galten auch für das Endspiel vor ausverkauftem Haus, sprich 10.000 Zuschauern, als Favorit. Es gelang zwar das Führungstor, aber Liverpool drehte das Spiel. Und das Anschlusstor zum 2:3 gelang erst eine Minute vor Schluss. Zu spät. So konnte sich Rapid wie es Coach Muhammet Akagündüz ausdrückte, nur als Turniersieger der Herzen fühlen: „Wir haben uns auf Topniveau präsentiert.“ Was auch der deutsche Ex-Internationale Thomas Hitzlsperger (Bild oben links ) bestätigte: „Rapid spielte von allen Mannschaften am attraktivsten.“

Die Mannschaft hatte mit Niklas Hedl und Nik Polster zwei starke Torhüter, stellte mit dem jüngsten Spieler des Turniers, dem 15jährigen Yusuf Demir, auch den, der zum besten gewählt wurde. Und mit Daniel Markel den beste Torschützen. Drei der sechs Treffer gelangen ihm im Semifinale. Die Rapid-Legende Steffen Hofmann war als Talentemanager natürlich vor Ort. Wie im August, als Rapid den internationalen  U 19-Ruhr-Cup in Dortmund gewann. An Hofmann wird´s nicht liegen, wenn Rapid aus den Hoffnungen der Jahrgänge zwischen 2000 und 2003 nicht entsprechend fördert. Demir gehört beispielsweise auch zu Österreichs U17 von Manfred Zsak, die im März gegen Italien, Rumänien und die Türkei in Antalya um das Ticket für die Europameisterschaft kämpfen wird. Ein grün-weißes Umdenken, mehr als zuletzt den eigenen Hoffnungen zuzutrauen, wovon Hofmann seit Sommer redet, drängt sich nach den Erfolgen in Dortmund und Sindelfingen geradezu auf. Ihnen nicht nur Profiverträge zu geben, sondern auch Spielpraxis. Für die Aufstellung ist aber nicht Hofmann zuständig, das gehört zu den Aufgaben des Trainers. Das wäre ein guter Vorsatz zum 120. Geburtstag. Es sollte nicht mehr passieren, dass Rapid Spieler kauft, die praktisch eine Beleidigung für die Talente aus den eigenen Reihen sind. Letzten Sommer gab es solche Fälle.

 

 

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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