Fußball

Erstmals kein Tor, daher nicht der erste Titel: Aber Moser ist WM-Torschützenkönig

Die Krönung einer starken Weltmeisterschaft war Österreichs Unter 17-Team bei der WM in Doha nicht vergönnt. Nach einem Jahr ohne Niederlage gab es im Endspiel gegen den bis zur Pause besseren Europameister Portugal ein 0:1 (0:1). Auch wenn nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung sehr groß war, Tränen flossen, können alle Beteiligten stolz darauf sein ins Endspiel gekommen zu sein. Fast hätte es zum Elfmeterschießen gereicht, doch der eingewechselte Ried-Stürmer Daniel Frauscher traf bei seiner ersten Aktion fünf Minuten vor Schluss nur die Innenstange. Pech. Der „Trostpreis“: Johannes Moser (Bild) kehrt Samstag als WM-Torschützenkönig nach Österreich zurück, obwohl er im Finale leer ausging. Er blieb dennoch einen Treffer vor Anisio Cabral, der nach 32 Minuten Portugal zum WM-Titel schoss. Zum ersten Mal geriet Österreich in Rückstand, der nicht mehr aufgeholt werden konnte. Damit kostete das einzige Tor, das Daniel Posch bei der WM bekam, Österreich den ersten Titel. Weil Österreich im achten WM-Spiel erstmals kein Treffer gelang.

Im Finale musste Österreich als „Auswärtsteam“ von den roten „Erfolgsdressen“ auf die weißen Trikots wechseln.  Aber das hat nicht mit der zu passiven Spielweise in der ersten Hälfte zu tun. In der die Devise „mehr Lust zu gewinnen als Angst zu verlieren“, die Nachwuchschef Sebastian Prödl ausgab, nicht umgesetzt wurde, obwohl es für Hasan Deshisku nach 14 Minuten die Chance gab, in Führung zu gehen. Zu statisch war das Spiel, es gab keine Anspielstationen, zu viele Ballverluste, massive Probleme auf der linken Abwehrseite. Über die auch das entscheidende Tor fiel, nach der Teamchef Hermann Stadler die Challenge zog. Doch Schiedsrichter Robert Perez aus Peru änderte die umstrittene Entscheidung nicht. Für ihn verhinderte die Fußspitze von Ideany Ndukwe bei der Vorlage von Cunha die Abseitsstellung von Anisio verhinderte.

Die zweite Hälfte war wie gewohnt die bessere der Österreicher, die einen großen Fight lieferten. Aber die defensiv stabilen Portugiesen waren bei Umschaltsituationen lange dem zweiten Tor näher als Österreich dem Ausgleich. Erstmals bei einem Kopfball von Ndukwe, danach beim Stangenschuss von Joker Frauscher.  Auch in der fünfminütigen Nachspielzeit gab es keine Ausgleichschance, aber am Ende stimmt die WM-Bilanz von Stadler: „In Summe haben wir über diese vier Wochen in Katar Unglaubliches geleistet, hatten einen sensationellen Teamspirit. Ich bin unglaublich stolz auf die Burschen, aber auch auf mein Betreuerteam.“ Dem Lob des Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll, „ganz Österreich kann stolz sein auf dieses Team“ kann man nichts entgegensetzen. Auch Vize-Weltmeister Österreich hört sich gut an.

Etwa komisch wird Samstag nur die Rückkehr laut FIFA-Reiseplanungen: Mit dem Flugzeug nach Budapest, dann mit dem Autobus zum ÖFB-Campus nach Aspern, wo es ungefähr zur Zeit der drei Samstag-Spiele in der Bundesliga einen Empfang gibt. Ehrlich: Einen Charter von ÖFB-Partner Austrian Airlines nach Wien hätten sich die Vize-Weltmeister schon verdient.

Foto: ÖFB/A.Pichler.

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