Fußball

Erstmals seit 1985 0:2 in 3:2 verwandelt: Rapid lebt!

Wolfsberg hatte am Nachmittag durch das 1:0 (0:0) in Pasching beim LASK vorgelegt, Rapid vier Tage nach der 2:7-Rekordpleite gegen Salzburg noch mehr unter Druck gesetzt, beim Letzten Sturm Graz drei Punkte zu holen. Und der schien zu groß zu sein: Zur Pause lag Rapid 0:2 zurück und nur noch einen Punkt gegen Wolfsberg. Aber dann gelang noch ein kräftiges Lebenszeichen durch eine Aufholjagd mit dem Siegestor in letzter Minute durch dein eingewechselten Ercan Kara. Ein 0:2 in ein 3:2 zu verwandeln gelang Rapid erstmals seit 35 Jahren. So lange ist es schon her, dass dies in Salzburg gegen den SAK gelang. Am 13. September 1985 lag Rapid bis zur 78. Minute lag im Lehener Stadion 0:2 zurück, dann fielen drei Tore in zehn Minuten. Zunächst traf Hans Krankl aus einem Elfmeter, dann schlug zweimal Zlatko „Zizo“ Kranjcar zu. Sonntag begann in Graz die Aufholjagd früher, dauerte insgesamt 39 Minuten.

Was Rapid bis zur Pause zeigte, bezeichnete Trainer Didi Kühbauer nachher als Angsthasenfußball. Er brachte mit  Max Hofmann, Christoph Knasmüllner und Kelvin Arase vier Neue, ließ Dejan Ljubicic im Mittelfeld beginnen und überraschend Ercan Kara auf der Bank. Yusuf Demir fehlte überhaupt. Knasmüllner prolongierte seine Serie als Chancenvernebler zweimal nach guter  Vorarbeit von Koya Kitagawa, daher führte zur Pause Sturm 2:0. Weil Rapid wieder ein Tor nach einer Standardsituation kassierte, dabei zu tief, zwischen Elfmeterpunkt und kleinem Strafraum verteidigte: Nach einem Freistoß von Jakob Jantscher, der bei seinem ersten Spiel in der Startelf seit er Corona-Pause,in der ersten Hälfte einige Akzente setzte, durch Stefan Hierländers Kopfball.  Kurz vor der Pause fiel ein zweites Kopftor, als der Georgier Otar Kiteishvili bei einer Flanke von Kiril Despodov zwischen den Innenverteidigern Filip Stojkovic und Max Hofmann frei stand. Sturms Interimstrainer Thomas Hösele richtete Sturm im 4-2-3-1 mutiger, beweglicher und offensiver als in den letzten drei Partien aus.

Kühbauer reagierte. Stellte von Fünferabwehr auf Viererkette um, ließ Hofmann, der Gelb gesehen hate und Mittwoch gegen LASK gesperrt ist, in der Kabine, verstärkte mit Dejan Petrovic das Mittelfeld. Kelvin Arase,  der Rapidler mit dem größten Laufpensum, erweckte nach 51 Minuten mit dem dritten Kopftor dieser Partie hintereinander nach Stojkovic-Flanke seine Mannchaft zum Leben, Kitagawa hätte für den raschen Ausgleich sorgen können. Aus zwei Metern nicht ins praktisch leere Tor zu treffen, das darf einem Legionär, der eine siebenstellige Ablöse kostete, nicht passieren.  Danach hatte Kühbauer zu seinem Glück mit  Einwechslungen ein ähnliche goldenes Händchen wie einen Tag zuvor Robert Ibertsberger bei St. Pölten und Zvonimir Soldo bei Admira. Nach einer Stunde kam Kara für Kitagawa, sorgte mit seiner körperlichen Präsenz bei Sturms Defensivabteilung  für mehr Unruhe als Kitagawa. Eine Viertelstunde vor Schluss ersetzte Kühbauer Knasmüllner durch den 19 jährigen Melih Ibrahimoglu. Acht Minuten später foulte Sturms Ivan Ljubic Ibrahimoglu knapp innerhalb des Strafraums – eindeutig Elfmeter. Die Chance ließ sich Kapitän Stefan Schwab nicht entgehen. Aber Rapid wollte mehr als das 2:2 und einen Punkt.  Die Belohnung kam in der 90.Minute: Greiml setzte Thorsten Schick in Szene, der mit seinem bisher besten Pass im Rapid-Dress Kara freie Bahn verschaffte. Der umkurvte Tormann Jörg Siebenhandl, traf mit links zu seinem dritten Tor in der Bundesliga. Das wichtigste bisher zum vielleicht bisher auch wichtigsten Sieg von Rapid in dieser Saison, um den noch sechs Minuten gezittert werden musste.

Kühbauer über ie Gründe des Umschwungs, der eigentlich nicht zu erwarten war: „Mehr Bewegung, den Ball laufen gelassen. Jetzt haben wir zum Glück alles selbst in der Hand!“ Marc Janko zollte im „Sky“-Studio Respekt, dass die Aufholjagd mit einer Rumpfelf gelang, Aber offenbar schlummern in Rapids „Ergänzungsspielern“ mehr Qualitäten als man glaubt. Kara ist bei all den Problemen, die er mitunter hat, wenn es gilt, zu kombinieren, der Brecher, den man für solche Situationen braucht. der auch den Ball sichern kann. Die 150.000 Euro Ablöse,die Rapid im Winter an Horn zahlte, war der 24 jährige allemal wert. Er könnte daher Mittwoch gegen den LASK wieder die richtige Wahl sein. Mit einem Heimsieg würde Rapid Platz zwei fixieren, hätte fünf Punkte Vorsprung auf die Linzer, würde auch ohne Punkteabzug vor den Linzern liegen, und könnte auch von Wolfsberg nicht mehr eingeholt werden. Ohne Corona wäre dies eine Konstellation für ein fast ausverkauftes Allianz-Stadion am Mittwoch Abend.

Auch bei der dritten Heimniederlage des LASK in der Meisterrunde spielten die Joker eine Rolle. Beim LASK der nach 83 Minuten eingewechselte Dominik Reiter, der wenig später den zur zweiten Hälfte gekommenen Cheikhou Dieng unnötig elferreif foulte. Der Israeli Shon Weissman nützte den Penalty zu seinem 27. Saisontreffer. Im Kampf um die Torjägerkrone führte er gegen Salzburg Patson Daka mit 27:24.

Foto: SK Rapid.

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