Fußball

Feiern kann Salzburg besser als Bayern

In München waren letzten Samstag die sonst bei Bayern München nach dem Meisterstück obligatorischen Weißbierduschen behördlich verboten. Bei Red Bull Salzburg durfte vier Tage später nach dem 2:0 gegen Rapid hingegen literweise Stiegl-Bier  verschüttet werden. Nicht nur das war der Unterschied. Obwohl Serienmeister Salzburg inzwischen auch schon im Titel feiern eine Routine hat, wirkte die Freude um einiges emotionaler und weniger abgebrüht als zuvor 120 Kilometer entfernt bei Bayern, obwohl dort der  Sieg (6:0 gegen Mönchengladbach)  höher ausfiel. Welche Kabinenparty nachher ausgelassener war? Da soll es auch in München hoch her gegangen sein.  Salzburgs Trainer Jesse Marsch wirkte wegen des bevorstehenden Abschieds viel mehr aufgewühlt als Kollege Hansi Flick. Man musste auch Torjäger Patson Daka den Spruch, wirklich glücklich in Salzburg zu sein, glauben.  Aber das wird trotzdem nichts daran ändern, dass er als Schützenkönig bald seine Glücksgefühle „vergessen“ und in eine Topliga übersiedeln wird. Dann folgt zum Abschied wie bei Marsch die Versicherung, dass Salzburg immer in seinem Herzen bleiben wird.

Meistertitel feiern wird laut Kapitän Andreas Ulmer nie langweilig, sondern laut Max Wöber immer geil sein. Auch zum Saisonschluss am Pfingstsamstag beim Westderby gegen WSG Swarovski Tirol, wenn Ligavorstand Christian Ebenbauer mit dem Meisterteller kommt. Dann dürfen wenigstens 3000 Salzburg-Fans im Stadion sein, muss Ebenbauer mit einer Stiegl-Bierdusche rechnen. In München wird am gleichen Tag Bayern den Teller von Liga-Präsident Christian Seifert in einem leeren Stadion bekommen.  Ohne Zuschauer. Auch dann wird  Salzburg die bessere Feier haben. Wenigstens etwas. Denn es wird wahrscheinlich ebenso lange dauern, dass Salzburg, wie von Wöber als Ziel ausgegeben, in der Champions League nicht nur mitspielt, sondern die Großen ärgert, wie dass in Österreich ein Klub den Serienmeister wirklich in Gefahr bringen kann.  Zur gleichen Zeit, wie Salzburg sicher Rapid bezwang, verlor übrigens Marsch-Nachfolger Matthias Jaissle nur wenige Kilometer entfernt in Grödig mit der Filiale Liefering als Tabellenführer  in Grödig gegen Austria Klagenfurt 2:3. Unbeachtet. Das wird Jaissle ab Juli nicht mehr sein.

Salzburg hat´s derzeit auch besser als Bayern,  weil die Mannschaft für die letzten zwei Runden nicht in ein Corona-Trainingslager muss. In Österreich schrieb das die Liga nicht vor, in Deutschland schon. Bayern bezog Mittwoch Abend das Viersternehotel „Achental“ in Grassau am Chiemsee, schottet sich dort total ab. Der Platz, auf dem Robert Lewandowski & Co trainieren oder besser gesagt regenerieren, wurde mit Planen abgedeckt. Davor patrouillieren Polizisten, zum Teil berittene.  Auch das Hotel wird streng bewacht. Eine Ausnahme gab’s: Auch die Familien der  Spieler durften Mittwoch Abend im Hotel einchecken, wenn die es wünschten, und sich dem Hygiene-Konzept unterordnen, auch jeden Tag testen lassen. Einige machten davon Gebrauch, wie David Alaba, Joshua Kimmich, Leroy Sane, Correntin Tolisso und Niklas Süle. Fotografen hielten fest, wie Alaba seiner Partnerin Shalimar Heppner, die den Sohn hielt, beim Ausladen des Autos half, Kinderwagen,  Windeln und viele Koffer ins Hotel trug. Das Bayern bis 22. Mai nur für das Spiel in Freiburg am Samstag verlassen wird. Salzburg muss nur noch für eine Nacht ins Hotel: Vor dem Sonntag-Spiel gegen den LASK in Pasching.

 

Foto: Red Bull Salzburg.

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