Wie es aussieht, wird Ferdinand Feldhofer Samstag bei der GAK-Premiere in der Qualifikationsgruppe gegen WSG Tirol in Graz erstmals Trainer der Grazer Rotjacken sein. Das könnte ein brisantes Kapitel werden. Nicht wegen der Sturm-Vergangenheit des 45 jährigen, sondern wegen des erfolgreichsten Kapitels in seiner Trainerkarriere bei Wolfsberg. Dort legte er im Frühjahr 2021 nach 14 Monaten offenbar darauf an, seinen Kapitän Michael Liendl, der nach drei guten Jahren im Lavanttal als unantastbar galt, zu demontieren. Der war ihm plötzlich nicht mehr gut genug. Nach zwei 0:1-Heimniederlagen gegen Altach und den LASK zog Präsident Dietmar Riegler die Reißleine. Gegen die Linzer ging es um den Aufstieg ins Finale des Uniqa-Cups, Liendl gehörte nicht zum Kader. Feldhofer musste gehen, Liendl blieb noch ein Jahr bei Wolfsberg, eher er zum GAK wechselte.
Mit dem verpasste er den Aufstieg, steht bei den Fans trotzdem hoch im Kurs. Jetzt ist der 39 jährige Liendl Trainer der zweiten GAK-Mannschaft, dazu neuerdings auch Experte im ORF. Zuletzt bei Österreichs 1:1 gegen Serbien. Feldhofer ist künftig praktisch wieder Liendls „Chef“. Ob das interne Klima, die notwendige Zusammenarbeit, wegen der Vergangenheit belastet sein könnte? Acht Monate nach dem Aus in Wolfsberg begann Feldhofer bei Rapid, blieb aber nur elf Monate, in denen es unter anderem die Jahrhundertblamage gegen Vaduz gab. Nach einem 0:1 beim Schlusslicht Ried war die Qualifikation für die Meisterrunde in Gefahr, daher war nach 40 Partien Schuss. Nach eineinhalb Jahren Pause übernahm er im Juni letzten Jahres Dinamo Tiflis, wechselte im Dezember nach Belgien zu Cercle Brügge. Übernahm den Partnerclub von AS Monaco auf Platz 15, sollte ihn bis zum Ende des Grunddurchgangs auf Platz zwölf bringen, um die Relegationsrunde zu vermeiden. Feldhofer brachte Cercle zwar ins Achtelfinale der Conference League, aber lediglich um zwei Plötze nach vorne. Cercle wurde 13., punktgleich mit dem Zwölften. Half nichts. Nach 17 Spielen, mit fünf Siegen, acht Unentschieden und vier Niederlagen, war Feldhofers Zeit in Brügge vorbei. In der steirischen Heimat beginnt eine neue, die Rückkehr in die Bundesliga nach 29 Monaten.