Fußball

Fodas Härtefälle hielten sich in Grenzen: Weimann wird wieder interessant

Welche Anforderungen ein guter Trainer erfüllen muss, verriet Franco Foda Montag Abend beim „Talk im Hangar 7“ von Servus-TV. Da es um Gefühle und Druck geht, muss er seiner Ansicht nach Psychologe und Pädagoge sein, dazu auch  viel kommunizieren. Gab´s beim Kader für den Test gegen den WM-Viertelfinalisten Schweden am 6. September in der Wiener Generali-Arena, für den bisher 10.000 Karten verkauft sind, und den Start in die Nations League gegen Bosnien in Zenica fünf Tage später, viel Grund zum Kommunizieren? Die großen Härtefälle durch die Rückkehr der zuletzt verletzt ausgefallen Marcel Sabitzer (Bild oben beim letzten 1:1 gegen Bosnien), Valentino Lazaro und Michael Gregoritsch hielt sich in Grenzen. Auch dadurch wurden sechs aus dem letzten Kader auf die Liste der 16 Spieler, die auf Abruf bereit stehen, rückversetzt.

Kein Neuling steht im 23 Mann-Aufgebot, sieben Spieler aus der österreichischen Liga (die Torhüter Cican Stankovic und Richard Strebinger, die Salzburger Stefan Lainer, Andreas Ulmer und Xaver Schlager sowie Stefan Hierländer und Peter Zulj von Sturm Graz) sowie 16 Legionäre.  Dreizehn davon kommen aus Deutschland, davon mit dem neuen Kölner Publikumslieling Louis Schaub nur einer aus der zweiten Liga, zwölf aus der ersten. Von David Alaba über Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Kevin Wimmer, Florian Grillitsch, Stefan Ilsanker, Florian Kainz,  Lazaro, Sabitzer, Alessandro Schöpf, Guido Burgstaller bis zu Gregoritsch. Zwei sind aus der Premier League (Marko Arnautovic, Sebastian Prödl), einer aus der Schweiz (Grasshoppers-Tormann Heinz Lindner).  Der Härtefall der sechs „Absteiger“ auf die Abrufliste? Sicher weniger die Rapidler Marvin Potzmann,  Deni Alar und Thomas Murg, Augsburg-Joker Kevin Danso und Verteidiger Moritz Bauer, der im Moment bei Stoke nicht erste Wahl ist: Wenn man will am ehesten Sturm-Torhüter Jörg Siebenhandl, weil er  Anfang Juni  beim historischen 2:1 über Deutschland in Klagenfurt spielte. Aber in der neuen Saison zeigten Salzburgs Stankovic und der Rapidler Strebinger die überzeugenderen Leistugen. Das wird auch Siebenhandl einsehen. Außerdem kann er nicht so viel Kredit haben wie Spieler, die im Moment bei ihrem Klubs zwar nicht richtig zum Zug kommen, aber sich über einen längeren Zeitraum im Teamdress bewährten. Bei Prödl erstreckt sich der Zeitraum auf mehr als ein Jahrzehnt,  Schöpf erzielte das Siegestor gegen Deutschland. Ilsanker hat den Vorteil, dass ihn Foda sowohl im zentralen Mittelfeld wie auch als Innenverteidiger bringen kann,. Ähnlich variabel ist Lazaro: Entweder im Mittelfeld  kann oder rechter Verteidiger wie letzten Samstag bei Hertha BSC Berlin.

Foda ließ durchblicken, sich auch zum Start in die Nations League nicht auf eine fixe Nummer eins bei den Torhütern festzulegen. Will erst mit dem Spielerrat über den Stellvertreter von Julian Baumgartlinger als Kapitön für die Zeit seiner Verletzung reden. Die heißesten Kandidaten sind  Prödl und  Alaba. Interessant auch der Blick auf die Abrufliste: Auf der stehen sieben Legionäre wie beispielsweise Georg Margreitter vom 1. FC Nürnberg, Hoffenheim-Reservist Stefan Posch oder Thorsten Röcher von Zweiligist Ingolstadt, ein Neuling mit LASK-Kapitän  Gernot Trauner und erstmals bei Foda Andreas Weimann. Ein Hinweis, das der England-Legionär nach fünf Toren in fünf Spielen für Bristol wieder interessant wird.

Foda weiß, dass alle die Fortsetzung der positiven Frühjahstendenz sehen wollen: „Auch bei Testspielen wird man an den Ergebnissen gemessen.“ Noch mehr in der Nations League,wo ja gegen Bosnien und Nordirland der Gruppensieg als Ziel gilt. Die Überraschung bei Startgegner Bosnien: Teamchef Robert Prosinecki holt von  Österreichs Meister Red Bull Salzburg nicht den torgefährlichen Stürmer Smail Prevljak, sondern Verteidiger Darko Todorovic, den „Back.Up“ für Stefan Laineer oder Andreas Ulmer. Foda kann´s nur recht sein.

Foto: © ÖFB (GEPA-Pictures.com).

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