Am französischen Nationalfeiertag lief alles schief. Frankreich gelang im Semifinale von Dallas gegen Spanien gar nichts, der Europameister steht nach dem 2:0 (1:0) erstmals seit 16 Jahren wieder in einem WM-Finale. Im 26.WM-Spiel von Didier Deschamps, womit er Rekord-Teamchef bei Weltmeisterschaften ist, starb sein Traum vom dritten WM-Endspiel mit Frankreich hintereinander. Weil Spanien im zentralen Mittelfeld mit Rodri. Dani Olmo, und Fabian Ruiz deutlich besser besetzt, die Defensive stabiler war, bis zur Pause keine Topchance Frankreichs zuließ. Die Spanier nahmen Michael Olise total aus dem Spiel, er wurde nach 72 Minuten ausgetauscht. Auch sieben Minuten Nachspielzeit halfen am Ende „Les Bleus“ nicht. Das Spiel um Platz drei am Samstag in Miami, mit dem die Ära von Deschamps anch 14 Jahren zu Ende geht, wird keinen wirklich mehr interessieren.
Spanien kam nach 19 Minuten billig zur Führung, weil Aston Villa-Verteidiger Lucas Digne Laurent Yamal traf, als er im Strafraum eine Flanke zu klären versuchte. Die Elfmeterentscheidung war eine klare Sache, die Versuche der Franzosen, den Schützen Mikel Oyarzabal, blieben erfolglos. Oyarzabal ließ Torhüter Mike Maignan keine Chance. Zum Überdruss schied mit William Saliba Frankreichs bester Abwehrspieler ohne Fremdeinwirkung nach einer halben Stunde verletzt aus. Frankreich wirkte über den ersten Rückstand bei dieser WM geschockt, konnte nie seine Dynamik ins Spiel bringen. Daher gab es die dritte Niederlage gegen Spanien nach dem Semifinale der EM 2024 und dem in der Nations League 2025. Auch fünf Wechsel änderten daran nichts.
Nach 58 Minuten war Spanien endgültig auf der Siegesstraße: Als Rechtsverteidiger Pedro Porro, ein Mitspieler von Kevin Danso bei Tottenham, nach Doppelpass mit Olmo das 2:0 erzielte (Bild). So wie im Sechzehntelfinale gegen Österreich erzielte Porro den zweiten Treffer. Frankreich wirkte auch ähnlich ratlos wie Österreich. Von einer „Rehabilitierung“ der österreichischen Verlierer, weil sie gegen einen Finalisten ausschieden, sollte man aber besser nicht reden. Aber ein kleiner Trost ist es schon, wenn selbst Topstars wie Kylian Mbappe, Osmane Dembele, Olise oder Bradley Barcola an Spanien zerbrechen, harmlos und ungefährlich wirken. Das spanische Kollektiv war zu gut, wenn auch nicht spektakulär.
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