Fußball

Für Sieg nicht stark genug, aber Salzburg kann auch mit 1:1 leben

Der FC Salzburg bleibt auch nach dem vierten Gruppenspiel der Champions League ungeschlagen. Daher war das 1:1 (1:1) bei Dinamo Zagreb ein Resultat, mit dem Österreichs Meister leben kann, auch wenn Platz eins an Chelsea verloren ging, da die „Blues“ im Meazza-Stadion Milan 2:0 (2:0) bezwangen. Salzburg steht als Zweiter auf einem Aufstiegsrang, hat das direkte Duell gegen Kroatiens Serienmeister gewonnen. Es sieht danach aus, als sollte der FC Salzburg im Europacup überwintern. Fragt sich nur, ob in der Königsklasse oder in der Europa League. Fakt ist aber auch, dass Salzburg im Stadion Maksimir die bisher schwächsten 60 Minuten dieser vier Partien bot. Trotz der etwas glücklich zustande gekommenen schnellen Führung durch das erste Tor von Nicolas Seiwald in der Champions League nach 12 Minuten. Glücklich deshalb, weil ein Pass von Benjamin Sesko in Richtung Noah Okafor via Josip Sutalo zur idealen Vorlage für Seiwald wurde, dessen Schuss zwischen den Beinen von Dino Peric ins Tor ging.

Aber Salzburg ließ mit der jüngsten Mannschaft aller Zeiten in der Champions League (Durchschnittsalter 22,5 Jahre) danach alles vermissen, was die Sensationstruppe zuvor auszeichnete. Zu wenig Dynamik, zu wenig Aggressivität. Noah Okafor, in jedem der ersten drei Spiele Torschütze, tauchte völlig ab, auch von Luka Sucic und Maurits Kjaergaard sah man wenig. „Sicher nicht unser bestes Spiel“, gab Kapitän Andreas Ulmer zu. So kam Dinamo Zagreb durch einen Österreicher, durch Robert Ljubicic (Bild oben) nach 41 Minuten zum verdienten Ausgleich. Strahinja Pavlovic fälschte den Schuss des Ex-Rapidlers ab, der deutsche Referee Tobias Stieler ging wegen einer möglichen Abseitsstellung vor Tormann Nicolas Köhn zum On Field-Review, aber der Treffer zählte. Der erste Treffer eines Österreichers in der Champions League gegen einen österreichischen Klub.

Sportchef Christoph Freund klagte zur Pause über zu wenig Zugriff, forderte mehr Überzeugung bei den Umschaltmöglichkeiten. Das wurde besser, als Trainer Matthias Jaissle nach 62 Minuten für Okafor Junior Adamu brachte. Der Schweizer reagierte wütend, trat gegen die Getränkebox. Vielleicht auch als Ärger über die eigene Leistung. Ein Wechsel von Zagrebs Trainer Ante Cacic wirkte sich zudem positiv für die Salzburger aus. Cacic riskierte mehr, wollte mit einem Stürmer (Josip Drmic) statt des zentralen Mittelfeldspielers Arjan Ademi den Sieg erzwingen. Dadurch bekam Salzburg mehr Raum im Mittelfeld, das Geschehen besser in den Griff, hatte Sucic seine stärksten Szenen, traf die Latte. Es gab noch Möglichkeiten, die ungenützt blieben. Andererseits hätte es am Ende auch 2:1 für Dinamo Zagreb stehen können. Weil ein Freistoß von Peter Bockaj in der Nachspielzeit an die Latte ging. Verschuldet hatte ihn mit einem unnötigen Ellbogenfoul Pavlovic, der erneut neben dem herausragenden Oumar Solet im Abwehrzentrum statt Max Wöber zum Zug kam. So kampfstark Pavlovic auch war, hat er in fast jedem Spiel Aussetzer. Beim 1:1 gegen den LASK das Tor verschuldet, beim 1:0 gegen Dinamo Zageb musste Köhn nach einem Fehler des Serben den Ausgleich verhindern, in Zagreb brachte Pavlovic den Punktegewinn in Gefahr.

Am 25. Oktober wird es in Salzburg zum Duell gegen Chelsea um Platz eins kommen. „Eine brutale Gruppe“, urteilte Trainer Matthias Jaissle, „was wir mit der jüngsten Mannschaft in der Champions League bisher schafften, ist ein Grund stolz zu sein. Aber ich merke es, die Ansprüche steigen!“ Stimmt. Bei Chelsea zweitem Sieg über Milan spielte eine Fehlentscheidung des deutschen Referees Daniel Siebert die entscheidende Rolle. Nach 18 Minuten wertete Siebert einen Zweikampf zwischen Milans englischem Abwehrspieler Fikayo Tomori gegen Mason Mount, der trotzdem zum Abschluss kam als Torraub, gab Elfmeter, zeigte Tomori sogar rot. „Mehr Kuscheln als ein Zweikampf“, bemerkte dazu Andreas Herzog im Sky-Studio. Rätselhaft, warum Video Assistent  Marko Fritz bei dieser schweren Fehlentscheidung nicht eingriff

Salzburgs Unentschieden war eines von fünf am Dienstag, eines von vier 1:1. Dazu gab´s drei 2:0-Siege. Von Milan, von RB Leipzig mit Xaver Schlager und etwas Glück bei Celtic Glasgow, von Maccabi Haifa sensationell gegen Juventus Turin. Eine schlimme Blamage für die „alte Dame“, die nach dem zweiten 1:1 zwischen Paris St. Germain und Benfica Lissabon in sechs Tagen wohl nicht ins Achtelfinale aufsteigen wird. Nur ein glückliches 1:1, das zum Aufstieg reichte, schaffte Titelverteidiger Real Madrid in Warschau gegen Schachtjor Donezk und Borussia Dortmund daheim gegen den sieglosen FC Sevilla. Real glich erst in der 95. Minuten durch den deutschen Innenverteidiger Antonio Rüdiger aus, Trainer Carlo Ancelotti verzichtete zu Beginn wegen des Classico gegen Barcelona am Sonntag auf acht Stammspieler, darunter auf David Alaba, Eder Militao, Luka Modric und Vinicus Junior. Alaba kam nach 68 Minuten für Linksverteidiger Ferland Mendy. Ein unerwartetes 0:0 gab es zwischen FC Kopenhagen und Manchester City. Erling Haaland wurde für den Sonntag-Schlager gegen Liverpool geschont, Riyad Mahrez vergab einen Elfmeter.

 

Foto: UEFA.

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