Fußball

Gefahr Prosenik? Im Gefrierfach muss Rapid Cupgeschichte schreiben

Das Viertelfinale im Uniqa-Cup, das Dienstag bei minus zehn Grad mit dem 4:1 (2:0)-Favoritensieg von Mattersburg gegen Hartberg und drei Toren der Salzburg-Leihgaben Masaya Okugawa (zwei) und Smail Prevljak begann, wird auch Mittwoch zur eiskalten Angelegenheit. In Graz und Salzburg bei den Pflichtübungen von Sturm Graz gegen den burgenländischen Landesligaklub Wimpassing sowie von Titelverteidiger Red Bull Salzburg gegen Austria Klagenfurt, den Achten der Regionalliga Mitte, dessen Name an bessere Fußballzeiten in Kärntens Landeshauptstadt erinnert. Aber noch mehr in Hütteldorf. Anpfiff zu Rapid gegen Ried  erst um 20.30 Uhr. Und in diesem Gefrierfach muss Rapid Cupgeschichte schreiben: Denn noch nie gelang es dem Favorit in grün, den Außenseiter zu eliminieren. Weder in Hütteldorf noch im Innviertel. Bleibt´s dabei, beginnen mit dem Schlusspfiff wieder unruhige Zeiten. Für alle Beteiligten.

Wenn 10.000 Zuschauer trotz TV-Direktübertragung auf ORF 1 sich das Gefrierfach antun, wäre das sensationell. Bis Dienstag waren 7500 Karten weg. Wenn das wer schafft, dann der populärste Klub Österreichs. Der auch eine Caritas-Aktion im Zeichen der Kälte zum Erfolg ma hte: Steffen Hofmann, Louis Schaub und Stefan Schwab übergaben der Wiener Gruft, der wärmenden Zuflucht für obdachlose Menschen, 500 Jacken, 300 Hosen und zahlreiche wärmespendende Gegenstände. Rapid lud alle Abonnenten, dle wegen der bevorstehenden Sektorensperre durch das Urteil nach dem Derbyeklat bei einem Bundesligaspiel ihren Platz verlieren werden, als Schadensersatz zum Cup ein. Fragt sich, ob alle die Einladungen bei gefühlten minus zehn Grad oder noch darunter annehmen werden. Aber egal, wie kalt, wie wenige oder viele Zuschauer, Rapid ist gegen den Tabellenführer der Ersten Liga zum Siegen verdammt. Ein drittes Scheitern darf gegen Ried nicht passieren. Die Negativerlebnisse liegen schon sieben Jahre zurück, als Ried unter Paul Gludovatz noch in der Bundesliga spielte: Am 14. Mai 2011 verlor Rapid im Semifinale auswärts 1:2 (0:2), am 26. Oktober, dem Nationalfeiertag, im Hanappi-Stadion mit dem gleichen Ergebnis. Nach Verlängerung. Von der Rieder Mannschaft, die letzten Freitag beim Saisonstart spielte, war damals schon Tormann und Kapitän Thomas Gebauer dabei. Von Rapid Steffen Hofmann und Mario Sonnleitner. Goran Djuricin darf es nicht seinen Vorgängern Zoran Barisic und Peter Schöttel nachmachen. Ansonst beginnen mit dem Schlusspfiff Diskussionen. Djuricin ist guter Dinge: „Wir nehmen die Favoritenrolle gerne an!“

Aber der Aussenseiter traut sich ein drittes Husarenstück gegen Rapid zu, wie Trainer Lassaad Chabbi bereits letzten Sonntag bei Sky in „Talk und Tore“ verriet: „Wir fahren nicht nach Hütteldorf, um Fotos von einem wunderschönen Stadion zu machen.“ Locker plauderte er  auch über kolportierte Differenzen mit Sportchef Fränky Schiemer, der ihn im Frühjahr verpflichtet hatte: „Vor der Mannschaft reden wir mit einer Stimme.“ Nach intensiven Diskussionen davor, bei denen Chabbi für sich in Anspruch nimmt, mehr als Schiemer vom Fußball zu verstehen, obwohl er ihm konzediert, viel zu verstehen, fünfmal mit Salzburg Meister geworden zu sein: „Aber die Trainersicht ist eine andere.“

Den Rapid-Aufschwung mit dem 2:0 gegen den LASK hat er registriert, aber nicht mehr: „Wir haben im Herbst den LASK daheim 4:1 besiegt und aus dem Cup geworfen.“ Das kam fast einer Kampfansage gleich. Im Jänner bekam Chabbi einen Spieler mit Rapid-Vergangenheit dazu: Philipp Prosenik (Bild), im Herbst von Djuricin fast immer ignoriert, obwohl Joelinton und Giorgi Kvilitaia Ladehemmung hatten. Bei einem der wenigen Kurzeinsätze bewies Prosenik seinen Torinstinkt, sorgte gegen Mattersburg für den späten Ausgleich, wusste aber, dass dieses Tor für ihn nichts ändern wird. Letzten Freitag sass er bei Ried 70 Minuten auf der Bank. Chabbi setzte auf seinen Sohn Seifeddin, Rieds besten Torschützen, und Ex-Rapidler Thomas Fröschl. Bleibt´s auch in Hütteldorf einen Tag vor Proseniks 25. Geburtstag dabei? Dort sorgte Prosenik schon einmal, im Oktober 2016,  als Gegner für ein schweres Erdbeben. Als er im Wolfsberg-Dress das goldene Tor zu 1:0 gegen Rapid erzielte. Am Tag danach mussten Sportchef Andreas Müller und Trainer Mike Büskens gehen. Dieser Aktionismus würde zwar diesmal nicht passieren, aber es wäre doch ein grün-weißer Supergau!

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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