Eishockey

Gegen 17 Millionäre immerhin das erste Drittel gewonnen – am Ende 1:5

Vor einem Jahr gewann Österreich bei der Eishockey-WM in Prag gegen Kanada das letzte Drittel sensationell mit 5:0, holte ein 1:6 auf, verlor dann in der Verlängerung 6:7. Donnerstag in Stockholm gewann Österreich gegen den Rekordweltmeister das erste Drittel unerwartet 1:0, am Ende hieß es 1:5 (1:0, 0:2, 0:3). Aber es war ein würdiger Auftritt, keine andere Mannschaft konnte bisher den Kanadiern so lange, praktisch zwei Drittel, Paroli bieten. Das lag auch an der starken Leistung des 25 jährigen WM-Debütanten Florian Vorauer im Tor, der beim KAC die Nummer zwei hinter dem Dänen Sebastian Dahm ist. Nach 47 abgewehrten Schüssen wurde Vorauer zum Spieler des Abends gewählt.

23:4 hieß nach dem ersten Drittel das Schussverhältnis für Kanada, aber Österreich führte. Durch einen perfekten Konter, den Zürich-Legionär Vinzenz Rohrer nach Pass von Brian Lebler mit einem Schuss ins Kreuzeck abschloss, dem 40 jährigen kanadischen Goalie Marc-Andre Fleury keine Chance ließ. Der Ausgleich fiel in der 23. Minute, als Lukas Haudum auf der Strafbank saß.  Nathan McKinnon ließ Vorauer keine Chance, ebenso beim 2:1 elf Minuten später. Das war der 32. Schuss der Kanadier. Für den Endstand sorgte Kapitän Sid Crosby, die Tore zum 3:1, 4:1 und 5:1 fielen innerhalb von 9:45 Minuten. „Es hat trotzdem Spass gemacht“, sagte Dominique Heinrich, der Thomas Raffl als Kapitän vertrat. Noch etwas zeigt den Riesenunterschied zwischen Kanada und Österreich: Die Kanadier haben 17 Millionäre im Kader, die meisten der WM-Teilnehmer, gefolgt von Schweden (15), Österreich hat keinen. Bestbezahlter WM-Spieler ist mit McKinnon der Doppeltorschütze gegen Österreich. Der 29jährige Colorado-Star kassiert im Jahr 12,6 Millionen US-Dollar, das sind 14,84 Millionen Euro. Das sind um einige mehr als die lebende Legende Crosby (9,36 Millionen Euro) bei Pittsburgh. Österreichs NHL-Legionär Marco Kasper verdiente in dieser Saison bei Detroit  915.750 Euro.

Teamchef Roger Bader schonte sowohl Raffl als auch Tormann David Kickert für das sicher wichtigere Spiel gegen Frankreich am Freitagnachmittag. Es ist offenbar nicht mehr damit zu rechen, dass der nach dem Auftakt gegen Finnland nach Helsinki zur Geburt seines ersten Kindes abgereiste Keeper Atte Tolvanen nochmals zur WM zurückkehrt. Die Franzosen hatten Donnerstag einen freien Tag, sind damit im Vorteil. Den Österreichern bleiben eigentlich nur 17 Stunden zur Erholung. Die bisherigen Resultate von Frankreich: 1:4 gegen Lettland, 3:4 nach Verlängerung gegen Finnland, 1:2 gegen Schweden, 0:5 gegen Kanada und 1:2 gegen die Slowakei.

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