Eishockey

Mit erstem Torschuss zur Führung: Viertefinalchance für Eishockeyteam

Zweiter Sieg für Österreichs Eishockeyteam bei der WM in Stockholm, der erste nach der regulären Spielzeit. Nach vier WM-Niederlagen gegen Frankreich gelang im „Schlüsselspiel“ vor 4.873 Zuschauern im Globe ein verdienter 5:2 (3:0, 0:0, 2:2)-Sieg, der erste seit 21 Jahren, womit der vierte Klassenerhalt hintereinander praktisch gesichert ist, da Slowenien am Abend gegen Schweden 0:4 verlor.  Schön langsam müssen viele Teamchef Roger Bader erneut Abbitte leisten. Etwa im eigenen Verband, die seine Arbeit eher behindern als unterstützen. Oder Schriftsteller Franzobel, der als Kolumnist der „Kleien Zeitung“ den Abstieg befürchtete, weil diesmal Baders Schweizer Freund Arno del Curto als Assistent und „Motivationsguru“ nicht dabei war.

Nur 16 Stunden nach dem Schlusspfiff zur 1:5-Niederlage gegen Kanada führte gegen Frankreich der erste Torschuss nach nur 31 Sekunden zur Führung gegen Frankreich: Detroit-Center Marco Kasper traf nach Assist von Dominic Zwerger ins kurze Eck. In diesem Startdrittel lief alles für die Österreicher: Der zweite Torschuss durch Vinzenz Rohrer, der zum besten Österreicher gewählt wurde, bedeutete nach 7:58 Minuten das 2:0, ein Slapstick von Frankreichs Goalie Antoine Keller ermöglichte dem WM-Debütanten Ramon Schnetzer sein erstes WM-Tor. Danach war für Keller das Spiel beendet. 7:7 hieß das Schussverhältnis nach dem ersten Drittel, aber Österreich führte 3:0, kontrollierte das Spiel, überstand auch drei Powerplays der Franzosen. Beim vierten gab es nach einem Foul an Vinzenz Rohrer einen Penalty für Österreich, den Zürich-Legionär Rohrer auch verwandelte. Aber die Referees aus Finnland und Deutschland entschieden nach einem Videocheck, dass Frankreichs neuer Keeper Quentin Papillon den Puck berührte, Rohrer anschoss, von dem der Puck ins Tor ging. Das ist nicht regelkonform, war auch vertretbar. Aber hingegen gar nicht, dass die Schiedsrichter zwei Fouls an Rohrer übersahen, daraus das Anschlusstor Frankreichs entstand, das 9:51 Minuten vor Schluss nochmals für Spannung sorgte. Eine Skandalentscheidung, die  Bader wütend machte. Offenbar wollen mit solchen Entscheidungen für Frankreich die Referees den französischen IIHF-Präsidenten Luc Tardif von ihrer „WM-Reife“ überzeugen. Schlimm. Doch Österreich ließ sich nicht beeindrucken, ließ die Franzosen kaum gefährlich vor das Tor des erneut überzeugenden David Kickert kommen.

Bereits 2:41 Minuten vor Schuss nahmen die Franzosen Papillon für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Das nützte Kasper, um den Dreitorevorsprung wieder herzustellen. 19 Sekunden später folgte der Ausschluss von Peter Schneider, Frankreich brauchte nur elf Sekunden zum zweiten Treffer. Doch 51 Sekunden vor der Schlusssirene traf Schneider ins leere Tor, machte alles klar. Wenn Sonntag ein Sieg gegen Schlusslicht Slowenien gelingt, dann gibt es Dienstag ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg ins Viertelfinale gegen Lettland. Vor einem Jahr in Prag wurde der Aufstieg ins Viertelfinale durch eine Niederlage gegen Absteiger England vergeben.

Foto: APA/AFP.

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