Sowohl für die Wiener Austria als auch für Red Bull Salzburg wird das Doppel richtungsweisend, wie das aisonfinish verläuft. Für Austrais Heimspiel zur „Halbzeit“ der entscheidenden zehn Runden am Sonntag sind fast 14.000 Karten verkauft. Einen violetten Sieg in der Meistergruppe gab es bisher gegen Salzburg bei acht Versuchen noch nicht, hingegen sechs Niederlagen und zwei Unentschieden. Gewonnen hat die Austria zuletzt im Grunddurchgang vor zwei Monaten in Salzburg. Das 2:0 am 6. Februar mit Toren von Abubakr Barry und Johannes Eggenstein (Bild) innerhalb von drei Minuten bedeutete den Start ins Salzburger Krisenfrühjahr. Thomas Letsch war danach nur noch in einem Spiel Trainer, dann löste ihn Sportvorstand Marcus Mann durch Daniel Beichler ab. Der brachte Salzburg bisher auch nicht in Schwung: nur zwei Siege in acht Partien, von denen vier verloren gingen. Austria und Salzburg liegen je fünf Punkte hinter Sturm Graz.
Ob Eggestein nach seiner Muskelverletzung einsatzfähig ist, entscheidet sich erst am Spieltag. Mit ihm hätte die Austria wahrscheinlich letzte Runde das Derby gewonnen und nicht zwei Punkte liegen gelassen. Die Alternativen für Trainer Stephan Helm sind überschaubar: Wie gegen Rapid Kelvin Boateng, und dann noch Romeo Vucic und der 20-jährige Abdoulye Kante. Der Legionär von der Elfenbeinküste spielte in dieser Saison eine Minute in der Bundesliga, 29 für Stripfing in der zweiten Liga, Vucic kam auf 62 Minuten in der Bundesliga. Da hat Beichler schon mehr und bessere Varianten für den Angriff: Mit Karim Konate, der bei der Niederlage gegen den LASK seinen 30. Treffer in der Bundesliga erzielte, Edmund Baidoo, Moussa Yeo oder Yorbe Vertessen. Was zeigt, dass Salzburgs Kader mehr hergibt. Salzburg ist der Klub mit den meisten erzielten Toren, acht mehr als die Austria. Dennoch gibt es bei den Salzburgern, die im Gedenken an den tödlich verunglückten Alexander Manninger mit einem Trauerflor spielen werden, mehr Verbesserungsbedarf als bei der Austria.
Austria stellt in dieser Saison bisher die älteste Startelf der Liga (im Schnitt 28 Jahre und 57 Tage), Salzburg hingegen die jüngste (23 Jahre, 166 Tage). „Unsere Leitungen in der Meistergruppe waren in Ordnung, wenn wir mit Elf gegen Elf spielten“, meint Helm. Beutet: Nur ja keine rote Karte riskieren. Sowohl Austria als auch Salzburg feierten in den ersten vier Runden der Meistergruppe nur einen Sieg: jeweils in Hartberg.
Foto: Gepa Admiral.