Fußball

Glück und TV-Alarm bei Rapid! Schaub wird Papa

An dem Sonntag, an dem Real Madrid durch ein 2:0 in Malaga spanischer Meister wurde, Juventus Turin mit dem 3:0 gegen Crotone den sechste Meistertitel und das vierte Double hintereinander in Italien fixierte, in England Pep Guardiola mit Manchester City den dritten Fixplatz in der Champions League nach Chelsea und Tottenham schaffte, Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool als Vierter ins Champions League-Playoff kam, der Ex-Austrianer Alex Gorgon mit Rijeka Kroatiens Meistertitel holte, der VfB Stuttgart und Hannover 96 den Aufstieg in die deutsche Bundesliga fixierten, 1860 München mit Michael Liendl hingegen die Relegation gegen den Abstieg aus der zweiten Liga gegen  Jahn Regensburg nicht verhindern konnte, der Steirer Thorsten Schick Adi Hütters Young Boys Bern zum 2:1, den  zweiten Saisonsieg über Meister FC Basel, bei dem Marc Janko im Kader fehlte,  schoss, beseitigte Rapid die theoretische Abstiegsgefahr. Durch den  ersten Saisonsieg gegen  Sturm Graz. Mit dem Goldtor zum 1:0 (1:0) bestätigte sich Tamas Szanto als Sturm-Spezialist: Der Ungar traf auch beim zuvor einzigen Punkt Rapids in dieser  Saison gegen Sturm,  im letzten September beim 1:1 in Graz.

Riesenerleichterung in Hütteldorf, aber Trainer Goran Djuricin ordnete den vierten Sieg seiner Ära richtig ein: „Wir hatten oft Pech, aber jetzt ist das Glück zu uns zurückgekommen.  Das freut mich für die Mannschaft. Die hat sich das nach vielen Nackenschlägen verdient.“ Aber hätte Sturm eine seiner drei Topchancen in der ersten Hälfte genützt, Referee Andreas Heiss nicht in der zweiten Hälfte beim Ausgleich des eingewechselten Deni Alar zuvor ein Foul an Max Wöber gesehen, was nicht nur Sturms Trainer Franco Foda als Fehlentscheidung einschätzte, hätte Djuricin nicht so locker plaudern können. Und wäre der zweite von drei Wechsel des Trainers  stärker hinterfragt worden: Warum brachte  er statt des am  Knie verletzten Mittelfeldspielers Szanto mit Matej Jelic einen Stürmer und nicht Steffen Hofmann, der auf Szantos Position jederzeit spielen kann? Mit Jelic musste er noch zwei andere Positionen wechseln: Aus Linksverteidiger Stephan Auer wurde ein zentraler Mittelfeldspieler, aus Mittelfeldspieler Manuel Thurnwald ein linker Verteidiger. Drei Umstellungen mit einem Wechsel, das ist nicht gut. Irgendwie  stimmte die Balance in der Mannschaft danach nicht, entwickelte sich ein Rückzugsgefecht. Das dank Schiedsrichterhilfe  erfolgreich blieb.  Der Fahrplan von Hofmann zum grün-weißen Rekordspieler geriet aber  durcheinander: Soll es der grün-weiße Fußballgott noch in dieser Saison schaffen, Peter Schöttel mit 528 Partien zu übertreffen, müsste er Donnerstag in Mattersburg, Sonntag daheim gegen St. Pölten und vier Tage später beim Cupfinale gegen Salzburg in  Klagenfurt zum Einsatz kommen.

Es war auch ein grün-weißer Pyrrhussieg: Weil für Giorgi Kvilitaia die Saison mit einer  Adduktorenverletzung  wohl beendet ist. Da erinnerte man sich, dass der Georgier bereits letzten Sommer mit lädierten Adduktoren nach Wien gekommen war, die Verletzung des Stürmers sich im ersten Training verschlimmert hatte. Wie schwer die Knieverletzung von Szanto ist, wird sich Montag bei einer Magnetresonanz herausstellen. Entwarnung gab es bei Louis Schaub, der für die spektakulärsten Rapid-Aktionen sorgte: Das Ausscheiden hatte nichts mit der überstandenen Muskelverletzung im linken Oberschenkel zu tun, sondern mit einem sogenannten „Pferdekuss“ im rechten. Sein Berater, der renommierte Holländer Rob Groener, sass  auf der Tribüne,  unterhielt sich nachher auch mit seinen anderen Rapid-Klienten, Max Wöber und Mario Pavelic.  Bei Schaub gibt´s einen speziellen  Grund zum Gratulieren: Louis wird mit 22 zum ersten Mal Papa. Termin ist Mitte August, mitten in der Transferzeit.

Zu Rapid kehrte am Sonntag nicht nur das Glück zurück, sondern auch der  TV-Alarm. Mit der Ankündigung von Servus- TV, dass Montag ab 21.15 Uhr im „Talk aus Hangar 7“ Ex-Trainer Damir Canadi  der zweite Gast aus der Fußballszene mit  Leipzigs Erfolgscoach Ralph Hasenhüttl sein wird, dabei erstmals öffentlich zu seinem Scheitern bei Rapid nach fünf Monaten oder nur 17 Spielen reden wird. Zur gleichen Zeit berät in Hütteldorf das Präsidium mit Sportchef Fredy Bickel die Trainerfrage für die nächste Saison.  Ob man da kurz den  Fernseher aufdrehen wird? Packt Canadi ähnlich aus wie Ex-Sportvorstand Andreas Müller  am 23. April bei „Sky“, reitet er ähnliche verbale Attacken, hätte Rapids Riesenerleichterung nicht lange gedauert.  Wobei sich Djuricin trotz Sieg  ohnehin weiter den Kopf zermartern muss. Etwa über die Form von Stefan Schwab, die trotz seines großen Aufwands nicht besser wird. Mit Ballfehlern sorgte er sogar für gefährliche Szenen vor Rapids Tor.

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