Es war von den Temperaturen her ein heißer Vorbereitungsstart Rapids vor einigen Fans, die Freitagvormittag den Verlockungen des nahe gelegenen Stadionbads widerstanden. Trainer Hoff Thorup versicherte nach zweiwöchigem Urlaub, glücklich zu sein . Auch weil es mit seinem dänischen Landsmann Tonni Adamsen eine neue Hoffnung auf mehr Effizienz und Tore als in der letzten Saison gibt, weil er seit dem letzten Saisonspiel gegen Ried, in dem Rapid noch den Europacupplatz eroberte, überzeugt ist, dass sich Tobias Gulliksen und Marco Tilio künftig viel besser als bisher präsentieren werden. Darum hörten die Spieler von ihm vor dem ersten Training eine große Vorgabe: „Wir müssen die beste Mannschaft in Österreich werden!“ Er glaubt, dass der Kader dies hergeben müsste, wenn einiges besser wird. Etwa die Effizienz und die Fitness. Daher stellten die Athletiktrainer Julian Helml und Tobias Hammerschmied das „Urlaubsprogramm“ für die Spieler so um, dass vom Start weg intensiver als bisher trainiert werden kann. Thorup hätte auch nichts dagegen, wenn sich in den nächsten Wochen bis zur ersten Bundesligarunde Spieler zu neuen Leadern entwickeln.
22 Spieler hörten Freitag auf Thorups Kommandos. Unter ihnen sechs Talente, die zwar die Vorbereitung mitmachen, aber eigentlich für die zweite Mannschaft eingeplant sind, und Heimkehrer. Wie Moritz Oswald, der aus Altach zurückkam, und Ismail Seydi. Thorup will sich den Flügerlflitzer, der mit Portugals Zweitligist Torrense sensationell Cupsieger wurde, aber nicht aufstieg und daher nicht fix verpflichtet wurde, genau ansehen. Die nach der Saison Länderspiele bestritten oder mit der U 21 im Trainingslager waren, wie Bendegüz Bolla, Nikolaus Wurmbrand, Ried-Heimkehrer Nikolas Bajlitz oder Jakob Schöller haben noch einige Tage frei. Recht groß ist noch die „Reha-Abteilung“. Mit Claude Mbuyi, Martin Ndzie, Jean Marcelin, Talent Daniel Nunoo, den Heimkehrern Dominik Vincze, Benjamin Böckle und Andrija Radulovic sowie Jannes Horn. Mbuyi und Horn sollen in zwei Wochen, wenn Rapid nach Freistadt ins Trainingslager fährt, im Mannschaftstraining dabei sein. Es zeichnet sich ab, dass der Kader eindeutig zu groß sein wird, wenn einmal alle an Bord sind. Aber die Transferzeit ist noch lang, dauert bis zum 1. September.
Rapid und der Erzrivale Austria zählen zu den vier Wiener Klubs, die um den ehemaligen Teamspieler Hans Buzek trauern, der im 89. Lebensjahr verstarb . Buzek wurde bei der Vienna groß, gehörte 1955 zur blau-gelben Meistermannschaft, wurde acht Jahre später bei der Austria ebenso Meister und Schützenkönig. Danach spielt er auch beim Wiener Sport-Club und in Vorarlberg (FC Dornbirn), ehe er mit 32 zu Rapid kam. In den zwei Saisonen mit Grün-Weiß wurde er 1972 Cupsieger, stürmte damals auch mit dem jungen Hans Krankl. Die Karriere beendete Buzek bei Austria Klagenfurt. Er war über Jahrzehnte bis zu David Alaba der jüngste Feldspieler, der in Österreichs Team debütierte. Mit 17 Jahren und 161 Tagen. Er bestritt 42 Länderspiele, war auch bei der WM in Schweden 1958 dabei. Als es beim 0:2 im zweiten Gruppenspiel gegen die damalige UdSSR einen Elfmeter gab, übernahm kein Routinier die Verantwortung, musste Youngster Buzek ran und scheiterte am berühmten Torhüter Lew Jaschin.
Foto: SK Rapid/Widner.