Seit Mittwoch ist es hochoffiziell: Hartberg braucht einen neuen Innenverteidiger. Denn Abwehrchef Paul Komposch erlitt Montag knapp vor Ende seines ersten Trainings unter Protest einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechte Knie, wird am 1. Juli in Hochrum bei Innsbruck vom Tiroler Kniespezialisten Christian Fink operiert und heuer nicht mehr spielen. Möglich, dass Komposch nicht konzentriert war, weil er seinen Protest zeigen wollte, anderseits kann ein unglücklicher Schritt immer passieren. Hartbergs Reaktion verdient Respekt. Präsidentin Brigitte Annerl und Obmann Erich Korherr erheben zurecht Vorwürfe gegenüber der Vereinigung der Fußballer und das Management des Spielers, Komposch mit Klage gegen die gezogene Vertragsoption und Protest gegen das Urteil des Bundesligasenats, der feststellte, dass juristsch alles in Ordnung war, schlecht beraten zu haben: „Leidtragend ist Komposch und den Schaden hart Hartberg“, stellte Annerl fest. Aber Hartberg lässt Komposch nicht fallen. Ein Zeichen der Wertschätzung. Nicht nur, dass der Vertrag, der bis 30. Juni 2026 läuft, natürlich eingehalten wird, Komposch wurde eine Verlängerung bis 2027 angeboten. Der 22 jährige bedankte sich dafür und kündigte an, in drei Tagen Bescheid zu geben. Hartberg ist aktuell damit beschäftigt, einen gleichwertigen Ersatz für ihn zu suchen.
Einen neuen Stürmer fand Aufsteiger Ried. Einen aus Sambia. Der 22 jährige Kingstone Mutandwa, der zwei Länderspiele absolvierte, kam auf Leihbasis von Italiens Erstligist Cagliari. So wie letzte Saison der Slowene Nik Prelec zur Wiener Austria. So wie die Austria hat auch Ried eine Kauoption. Austria war sie zu teuer (zwei Millionen), bei Ried muss man abwarten, wie sich Mutandwa entwickelt. In der Serie A kam er nur zu sechs Einsätzen über insgesamt 121 Minuten. Wunderdinge darf man daher keine erwarten.
Der bei Austria nicht mehr gefragt gewesene Andreas Gruber fand in der Slowakei einen neuen Klub: Der 30 jährige Offensivspieler unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei Dunajska Streda, dem Vierten der letzten Saison. Die Stadt ist das Zentrum der ungarischen Minderheit in der Slowakei.
Foto: Cagliari Calcio.