Fußball

Schiedsrichter gegen VAR: Die Austria ließ sich nicht bremsen

Nach verpatztem Saisonstart gemeinsam in die Meisterrunde – das schafften die Austria und der LASK gemeinsam durch ein 2:2 (0:1). Daher kommt es zu zwei weiteren Saisonduellen. Von einem „verabredeten“ Unentschieden, wie manche vorher prophezeiten, weil es beiden half, war keine Spur. Es blieb bis ins Finish hart umkämpft. Die Austria, die den verletzten Sanel Saljic vorgeben musste, ließ sich auch von Referee Arnes Talic, der keinen guten Tag hatte, nicht irritieren. Lag zweimal zurück, schaffte zweimal den Ausgleich. Trainer Stephan Helm fand den Einzug in die Meisterrunde top: „Das wird mir ein bisschen zu klein geredet“. Kollege Didi Kühbauer sprach seiner Mannschaft sogar ein „übersteigertes Lob“ aus. Verständlich, wenn man bedenkt, dass er sie im Herbst als Vorletzter übernahm. Auf der Intensivstation, wie es Sky-Experte Thomas Silberberger ausdrückte.

Es gab umstrittene Szenen. Etwa das Führungstor der Linzer nach 23 Minuten durch Moses Usor, weil zur Melayro Bogarde den Ball durch eine grenzwertige Aktion mit gestrecktem Fuß gegen Tin Plavotic erkämpfte. Dafür kann man auch Foul pfeifen. So sah es auch VAR Walter Altmann, schickte Talic zum On Field-Review, der blieb jedoch bei seiner Entscheidung, dass alles korrekt war. Meist ist es so, dass der Schiedsrichter nach einem Blick auf die TV-Bilder anders entscheidet. Diesmal kam es anders. Austria schlug knapp nach der Pause zurück. Nach einem Freistoß von Johanens Eggetsein und einem Kopfballduell von Plavotic im LASK-Strafraum nahm Aleksandar Dragovic den Abpraller knapp vor dem Strafraumvolley. Das Risiko machte sich bezahlt: Ausgleich, sein erster Treffer seit der Rückkehr zur Austria, den der Abwehrchef stürmisch bejubelte, zur Trainerbank sprintete (Bild). Für Kühbauer war das Tor nicht in Ordnung wie für Helm die LASK-Führung. Grund: Vor dem Freistoß ein nicht geahndetes Foul an Sasa Kalajdzic.

Kalajdzic traf in seiner letzten Aktion vor seinem Austausch nach 61 Minuten die Stange. Da war Glück für Austra dabei.  Usor war auch an der zweiten Linzer Führung beteiligt: Seinen Pass verwertete der für den Tschechen Krystof Fanek gekommene Ex-Rapidler Christoph Lang. Schon zuvor wechselte Helm zum zweiten Mal in der Bundesliga U17-Vizeweltmeister Vasilije Markovic ein, ebenso mit Romeo Vucic einen Offensivspieler. Als letzte Hoffnung kam nach 84 Minuten Ex-LASK-Torjäger Marko Raguz. Die erste Aktion, an der er beteiligt war, führte zum Ausgleich: LASK-Innenverteidiger Modou Cisse berührte im Luftkampf den Ball mit der Hand, Talic sah es nicht. Aber Altmann. Wieder musste Talic vor den TV-Schirm, diesmal änderte er seine Entscheidung. Es gab Elfmeter, mit dem Johannes Eggetsein der Austria den entscheidenden Punkt rettete.

„Wir haben auch nach dem schlechten Start immer an uns geglaubt“, versicherte Dragovic, „wir werden uns jetzt nicht ausruhen, sind mit all den Nebengeräuschen, die hier passieren, stolz. Es gibt  bei uns keinen Chef, einer ist für den andern da. Hauptsache, wir holen die Punkte!“ So wird sich die Austria auch in der Meisterrunde präsentieren – das könnte für Platz drei reichen.

 

 

 

Foto: Yigit Oerme.

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