Aus finanziellen Gründen, weil der neue TV-Vertrag der Bundesliga weniger Geld brachte als der letzte, gab es in den letzten Monaten Überlegungen, künftig auf den Video Assistant Referee zu verzichten, was zweifelsohne einen Rückschritt bedeutet hätte. Die Diskussionen darüber sind seit Freitag endgültig vom Tisch. Für die nächsten acht Saisonen ist die Zukunft des VAR geklärt, wird in der Bundesliga und im österreichischen Cup weiter mit VAR gespielt. Allerdings mit einem neuen Technikpartner. Ein deutsches View-System hält ab Sommer Einzug in die neue VAR-Zentrale im ÖFB-Campus Aspern. Darauf einigten sich der Fußballbund und die Bundesliga. Es gelang, die Kosten zu senken, um einen Kompromiss aus wirtschaftlichen Möglichkeiten und den unterschiedlichen Interessen zu finden: einen renommierten Partner mit einem qualitativ hochwertigen Angebot.
Der neue technische Dienstleister, Sportec Solution, für Ligavorstand Christian Ebenbauer ein internationales Vorzeigeunternehmen, ist ein Joint Venture der deutschen Liga mit Sitz in München und internationalen Referenzen. Das System kommt in der deutschen Liga, der spanischen Liga, in der höchsten Spielklasse von Portugal und auch der nordamerikanischen Major Soccer League. Aus dem Actjahresvertrag kann die Bundesliga nach vier Saisonen aussteigen: „Die Einführung des VAR hat den Fußball gerechter gemacht. Deshalb entschieden sich die Klubs in Zeiten großer finanzieller Herausforderungen für die Fortführung des VAR“, erklärte Ebenbauer. Ali Hofmann, der Leiter der Schiedsrichterabteilung des ÖFB, glaubt, in Zusammenarbeit mit der Liga das beste Gesamtpaket gefunden zu haben: „Das bietet die Möglichkeit, dass sich die Schiedsrichter und die technischen Innovationen im VAR-Bereich weiterentwickeln, um international attraktiv und wettbewerbsfähig zu sein!“
VAR-Entscheidungen sorgten erst in dieser Woche im Europacup, etwa bei Atalanta – Dortmund in Bergamo oder Juventus – Galatasaray in Turin, für Riesenaufregung und Kopfschütteln. Europaweit gibt es immer wieder Gesprächsstoff um den VAR. In Deutschland lieferte das System, das ab Sommer die Bundesliga übernimmt, zuletzt nach fast jeder Runde mehr negative Schlagzeilen als zu dieser Zeit in Österreich. Das muss aber nicht am System liegen, sondern hat höchstwahrscheinlich auch etwas mit dem „Personal“ im VAR-Zentrum zu tun.
Foto: Yigit Oerme.