Egal ob Hartberg gegen LASK, Rapid gegen Red Bull Salzburg oder Sturm Graz gegen Austria: Sonntag gibt es in der Meistergruppe nur Schlüsselspiele im Kampf um den Meistertitel, den nur noch Sturm und Salzburg aus eigener Kraft schaffen können, und die Euopacupplätze: „Wenn der LASK das Bollwerk in Hartberg knackt, dann wird er Meister“, prophezeite Sky-Experte Andreas Herzog Mittwoch nach dem zweiten 1:1 zwischen Sturm und LASK. Das Bollwerk Hartberg bedeutet: Nur sieben Niederlagen in 28 Runden, so wenige hat in der Liga nur n0ch Salzurg. Allerdings konnte die Mannschaft von Manfred Schmid in diesem Kalenderjahr nur zwei von elf Partien gewinnen – der LASK ist in den letzten neun Duellen gegen Hartberg ungeschlagen, alle drei Duelle in dieser Saison endeten mit einem Unentschieden. Das vierte würde den Linzern in ihrem letzten Spiel vor dem Cupfinale am Freitag nicht wirklich helfen. Trainer Didi Kühbauer muss nach den Ausschlüssen in Graz Innenverteidiger Joao Tornich ebenso vorgeben wie Sturmtank Samuel Adeniran. Für den Amerikaner könnte der Ex-Hartberger Max Entrup beginnen. Gefahr droht dem LASK vor allem von einem mit LASK-Vergangenheit: Elias Havel. Er wurde nach einer Saison in Linz 2024 an Hartberg verliehen. Die Steirer zogen bereits um 300.000 Euro auf den 12-fachen Torschützen in dieser Saison, um ihn im Sommer um Millionen verkaufen zu können. Auf keinen Fall sollte beim LASK so wie in Graz alles zwischen Dummheit und Unfähigkeit dabeisein. Diese Erkenntnis hatte letzten Mittwoch Sasa Kaajdzic.
Rapid bräuchte den dritten Sieg gegen Salzburg hintereinander. Andreas Weimann hat gegen Teamtormann Alexander Schlager (Bild) Nachholbedarf: Hätte er gegen Hartberg den Sitzer zur Führung genutzt, wer weiß, was dann passiert wäre? In der Meistergruppe erzielt er noch kein Tor. Es wird Zeit. Rapid gewann drei der letzten vier Heimspiele gegen die Salzburger, holte damit einen Sieg mehr als zuvo aus den ersten zehn Heimspielen gegen die Bullen seit der Ligareform. Salzburg gewann neun der 13 Duelle in der Meistergruppe gegen Grün-Weiß, vertraut der ansteigenden Form: Drei Siege in den letzten vier Runden, seit drei Auswärtsspielen ungeschlagen. 22.000 Karten sind für den Klassiker verkauft. Salzburgs Trainer Daniel Beichler, der gegen Rapid noch nicht gewonnen hat, kündigte spezielle Adaptierungen in der Spielweise an, um Hütteldorf als Sieger und vielleicht als Tabellenführer zu verlassen.
Dazu wär aber die Schützenhilfe der Wiener Austria notwendig, die in Graz gegen Sturm nicht verlieren dürfte. Das 5:2 zum Start der Meistergruppe in Wien beendete Sturms Serie von sieben sieglosen Duellen gegen die Austria, die aber die vorangegangenen zwei im Grunddurchgang gewann. Damals mit Johannes Eggenstein und Abubakr Barry – beide dürfen Sonntag wieder fehlen. Es wird das Duell der Mannschaften, die nach Standards die wenigsten Tore bekamen (Sturm kassierte nur acht) und die die meisten erzielten – Austria gelangen 19. Das ist Ligahöchstwert.
Foto: Yigit Oerme.