Fußball

„Hütter passt abolut“: Start mit Geisterspiel

Ausser Red Bull Salzburg und Rapid gibt´s noch vier Klubs mit Österreicher-Beteiligung in der Europa League: Eintracht Frankfurt mit Adi Hütter  auf der Trainerbank, Bayer Leverkusen nach seinem bisher schlechtesten Start in der Bundesliga mit Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan, erst ab November wieder mit Julian Baumgartlinger gegen Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien, den FC Zürich und AEK Larnaca, den zypriotischen Bezwinger von Sturm Graz. Dazu  Dinamo Zagreb mit dem Ex-Austrianer Emir Dilaver im Mittelfeld, Ex-Austria-Trainer Nenad Bjelica auf der Bank gegen Anderlecht, Fenerbahce Istanbul und Spartak Trnava mit dem ehemaligen Wr.Neustädter Fabian Miesenböck. Für Hütter (Bild oben) beginnt es bei Olympique Marseille, dem Finalisten der vergangenen Saison, mit einem Geisterspiel ohne Fans, zu dem die UEFA Marseille gegen Pyro-Exzessen seiner Fans verurteilte. Gegner und Kulisse erinnern ihn an seinen Ex-Klub-Salzburg.

Nach nur einem Sieg in den ersten drei Bundesligarunden macht sich Hütter keine Illusionen: „Wir brauchen Ergebnisse!“  Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic machte sich letzten Sonntag bei „Sky“ für Hütter stark, zeigte sich überzeugt, mit dem Meistertraeiner von Young Boys Bern die richtige Wahl als Nachfolger für Niko Kovac gefunden zu haben: „Er passt absolut zu uns“. Hütter läßt Personalsorgen, wie den Ausfall von alle drei linken Verteidigern, als Ausrede nicht gelten, verzichtet auf den kroatischen Vizeweltmeister Ante Rebic: „Weil ich ihn  nach seiner Verletzung noch nicht einsatzfähig sehe“. Also nahm ihn Hütter gar nicht nach Frankreich mit.  Der Torjäger soll in Frankfurt an seiner Fitness arbeiten: „Marseille spielt nicht nur gut Fußball, sondern ist auch physisch stark“, weiß Hütter, der zur Vorbereitung  auch nochmals die Semifinalduelle zwischen Marseille und Salzburg studierte.

Die Europa League-Begeisterung in Frankfurt war riesig. Alle drei Heimspiele waren bereits vor der Auslosung zur Gruppenphase ausverkauft. Hütter bringt aus seiner Zeit in Salzburg und Bern die Erfahrung von 20 Partien in der Europa League mit. Zu den Stars, mit denen Salzburg schon zu kämpfen hatte, wie Abwehrchef Adil Rami, der ebenso wie Tormann Steve Mandanda und Flügel Florian Thauvin zum Aufgebot von Weltmeister Frankreich gehörte, der Brasilianer Luiz Gustavo als Schaltzengrale und Offensivkünstler Dimitri Payet kamen noch drei dazu: Der Holländer Kevin Strootman im Mittelfeld, den Trainer Rudi Garcia aus seiner Zeit bei AS Roma kannte, für den 25 Millionen Euro Ablöse flossen, der serbische Flügelspieler Nemanja Radonjic, der mit Roter Stern Belgrad noch im Play-off gegen Salzburg gespielt hatte, sowie Duje Caleta-Car für die Innenverteidigung. Für Hütter wird das ein Wiedersehen mit seiner Salzburger Vergangenheit: Denn unter ihm bestritt der Kroate im Herbst 2015 sein erstes Bundesligaspiel. Beim 3:3 gegen Rapid im Happel-Stadion.

Hütter ist erstmals bei einem Geisterspiel dabei, weiß aus den Salzburger Erfahrungen in Belgrad, dass beide Mannschaften unter der stimmungslosen Kulisse leiden: „Aber ein Nachteil ist das für uns sicher nicht. Denn die Marseille-Fans haben ja den Ruf, ziemlich fanatisch zu sein und die eigene Mannschaft sehr zu pushen.“ Rund 1000  Eintracht-Fans wollten trotzdem nach Marseille, um der Mannschaft Mittwoch bei der Fahrt zum Abschlusstraining und Donnerstag bei der zum Spiel im Stade Velodrome zuzujubeln. Aber Frankreichs zweitgrößte Stadt verhängte ein ungewöhnliches Zutrittsverbot für alle Eintracht-Anhänger. Wer am Spieltag zwischen acht Uhr früh und Mitternacht am Stade Velodrome oder im Stadtzentrum aufgegriffen wird, dem drohen bis zu sechs Monate Haft oder Geldstrafen. Denn die Polizei fürchtet ein Aufeinandertreffen von Frankfurter Ultras mit den hitzigen Olympique-Fans. Ob das die richtigen Methoden sind? Hitzig sind auch die Anhänger von Frankfurts nächstem Gegner Lazio Rom. Auch davor  wird sich Hütter de Spiele der vergangenen Saison gegen Salzburg ansehen, als Lazio im Viertelfinale gescheitert war. Der dritte Gegner für Hütter: Apollon Limassol, der zypriotische Bezwinger des FC Basel und Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller.

Für Dragovic und Leverkusen muss der Start im bulgarischen Razgrad nach den drei Niederlagen in der Bundesliga einen Neustart bedeuten. Vor 30 Jahren gewann Leverkusen den Vorgänger des Europa League, den UEFA-Cup. Das Highlight der Vereinsgeschichte, in der es seit 25 Jahren  keinen Titel mehr gab. Allein in den letzten fünf Jahren gab Leverkusen 240 Millionen für neue Spieler aus. Also fliegen ihnen derzeit  in den Medien die Vorwürfe nur so um die Ohren: Sie gehen im Training nicht mehr an die Grenze, genießen das Leben. In der Wohlfühloase soll die Gier nach Erfolgen fehlen, ebenso Mentalität, Biss und eine Leitfigur. Etwas, was Österreichs Ex-Teampeeer Özcan nach den den ersten zwei Niederlagen gegen Gladbach und Wolfsburg, bei denen „Rambo“ im Tor stand, offen angesprochen hatte. Auch Dragovic wurde mit dem Satz „für unsere Möglichkeiten war das bisher zu wenig“ zitiert. Jetzt muss die Wende her. In Razgrad und Sonntag gegen Mainz.

 

 

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