Fußball

Im 55.Spiel von Gregoritsch warten serbischeWeltmeister

Seit Jänner 2012 ist Werner Gregoritsch Österreichs U 21-Teamchef. Der Schlager in der  EM-Qualifikation gegen Serbien am Freitag Abend in der Südstadt ist bereits sein 55. Länderspiel. Die Bilanz liest sich gewaltig: 32 Siege, 11 Unentschieden, nur neun Niederlagen. Ein Punkteschnitt von 2,01 pro Match. So gewaltig, dass der ehemalige ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner im Juni den 59jährigen Grazer darauf ansprach, Nachfolger von Marcel Koller zu werden. Mit dem Wechsel von Ruttensteiner zu Peter Schöttel hatte sich das Thema wieder erledigt. Er schaffte nicht den Sprung auf die „Short List“, es gab keine ernsten Gespräche. Gregoritsch versichert, weder enttäuscht noch neidig zu sein, konzentriert sich auf den erfolgreichen Abschluss eines starken Jahres, in dem es bisher nur eine Niederlage (0:1 in Moskau gegen Russland gab).

Gregoritsch will in der Südstadt den Biss und den Elan sehen, der Österreichs Hoffungen in diesem Jahr auszeichnete. Was er in den letzten Tagen beim Training in Bad Tatzmannsdorf sah, stimmt ihn optimistisch. Nicht nur wegen Max Wöber, da sind auch andere, die einen starken Eindruck machen: Innenverteidiger Darko Maresic, der Schützling von Teamchef Franco Foda, mit dem Gregoritsch bisher immer gut auskam, bei Sturm Graz. Der Tiroler Linksverteidiger Marco Friedl, bei Bayern München auch unter Jupp Heynckes oft auf der Bank. Rapids Senkrchtstarter im Mittelfeld Dejan Ljubicic, für den das Match auf Grund seiner serbischen Wurzeln etwas besonderes ist, Leipzig-Legionär Konrad Laimer, der von Altach aus Salzburg geliehene Flügelflitzer Mathias Honsak oder mit der früheren Austria-Zaubermaus Sascha Horvath auch ein früherer Spieler von Foda. Von 2015 weg zwei Saisonen bei Sturm, im Juni für 400.000 Euro zu Dynamo Dresden gewechselt. Der 1,65 Meter große Horvath muss sich zwar erst in der Knochenmühle der zweietn deutschen Liga durchsetzen (bisher  vier Einsätze in der Punktejagd mit je einem Tor und Assist, zwei im deutschen Pokal), aber Gregoritsch hält große Stpcke auf ihn. Bei Wöber und dem verletzten Kapitän Philipp Lienhart stimmte die Gregoritsch-Prognose  vom Teamspieler von morgen bereits in Kollers Ära, bei den anderen hält er sich zurück.

Einem „Lokalmatdor“ dürfte er in Südstadt  die erste Chance geben: Admira-Stürmer Sasa Kaladzjic. Serbien ist mit bisher drei Siegen (4:0 über Gibraltar, 2:0 in Mazedonien, 3:2 gegen Russland in Belgrad) derzeit Tabellenführer vor Russland und Armenien, könnte mit einem Heimsieg die Serben einholen. Das wäre eine Ansage in Sachen Gruppensieg. Eine gewaltige Herausforderung, denn das ist der Großteil der serbischen Mannschaft, die 2015 in Neuseeland durch ein 2:1 im Finale gegen Brasilien U 20-Weltmeister wurde. In der Startelf beim letzten Sieg gegen Russland standen nur drei Spieler aus der serbischen Liga, aber acht Legionäre aus  Italien, der Türkei, Frankreich, Spanien, Portugal, England und der deutschen Bundesliga. Darunter Liverpools Mittelfeldspieler Marko Grujic, der bei Jürgen Klopp regelmäßig seine Einsätze bekommt, und Frankfurt-Stürmer Luka Jovic.

Dementsprechend gross ist auch der Aufmarsch der Scouts: Nicht weniger als 45 sind angemeldet. Die meisten kommen aus Deutschland, Holland und England. Darunter auch zwei ehemalige österreichische Teamspieler: Harald Cerny, der vor 27 Jahren von der Admira zu Bayern München gewechselt war, für den deutschen Meister, Manfred Linzmaier für Zweitligist Ingolstadt. Dazu Nils Schmadtke, der Sohn des zurückgetretenen Sportvorstand des 1.FC Köln, für den Klub von Peter Stöger. Ebenfalls angesagt sind  Clemens Hartenbach, der Sportchef des SC Freiburg, Fritz Bischoff von Mönchengladbach und Erwin Hadewicz vom VfB Stuttgart.  Auch Ex-Rapid-Scout Bernhard Schuiteman steht auf der Liste. Jetzt arbeitet er für Manchester United. Die österreichischen Klubs? Red Bull Salzburg schickt den ehemaligen Mittelstürmer Srecko Kurbasa, Rapid Fritz Riedmüller.

 

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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