Fußball

Im Derby will keiner nur Unentschiedenkönig sein

Tipp 3 registrierte ein starkes Wettaufkommen vor dem 335. Wiener Derby. Das meist gespielte Resultat ist ein 1:1, das es in dieser Saison bereits zweimal gab. Dabei tippen nur 13 Prozent auf ein Unentschieden, 53 Prozent auf den ersten Derby-Heimsieg Rapids im Allianz-Stadion, 34 Prozent trauen der Austria den sechsten Sieg  hintereinander in diesem Jahr zu. Ein 1:1 ist weder bei Rapid noch bei Austria wirklich gefragt, keiner will der Unentschiedenkönig sein. Obwohl die Austria besser damit leben könnte, weil sie damit einen Punkt vor Rapid bleiben würde.

„Wir haben die bessere Mannschaft und wollen das mit einem Sieg auch zeigen“, kündigte Rapids Innenverteidiger Kevin Wimmer (Bild), dessen Comeback die grün-weiße Abwehr stabilisierte, an. Die Rolle des Unentschiedenkönigs in Derbys erlebte er in seiner Zeit beim 1. FC Köln nach dem Aufstieg 2014/15 unter Peter Stöger in den Rheinduellen gegen Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen. Für die Kölner bedeutete damals ein Punkt ein Erfolg, bei Rapid ist das diesmal komplett anders. Vor allem mit den eigenen Fans im Rücken. Freitag waren 25.000 Karten verkauft. Das volle Stadion wird auch zur Herausforderung für ein Großaufgebot an Polizei und Ordnern, um Zwischenfälle zu verhindern.

Austrias Trainer Manfred Schmid sprach aus der Covid-Quarantäne davon, dass es ein Derby in dieser Konstellation und mit so vielen Zuschauern schon „ewig“ nicht mehr gegeben hat. Er liegt damit sogar richtig. Denn seit der Bundesligareform trafen Rapid und Austria in der Meistergruppe noch nicht aufeinander. 2018/19 verpasste die Rapid, in den letzten zwei Saisonen der Erzrivale in Violett. In den drei Monaten seit dem 1:1 im letzten Aufeinandertreffen am 5. Dezember in Hütteldorf hat sich bei beiden Teams etwas verändert, daher kommen neue Namen zum Zug. Bei Rapid etwa Niklas Hedl satt des verletzten Paul Gartler im Tor. Grün-Weiß verlassen haben Max Ullmann, Ercan Kara und praktisch auch Taxiarchis Fountas, der die Erlaubnis erhielt, zum medizinischen Check bei FC United nach Washington zu fliegen. Um 400.000 Dollar (rund 360.000) Euro würde er sofort die Freigabe bekommen, bisher wurden Rapid nur 200.000 Euro geboten. Neu gegenüber dem letzten Derby sind so wie Hedl auch Wimmer, Barcelona-Heimkehrer Yusuf Demir, Ferdy Druijf und Bernhard Zimmermann. Ein Erfolgserlebnis vor dem Derby bekam Dejan Petrovic: Einberufung ins slowenische Nationalteam. „Im Vergleich zum Dezember haben wir uns nicht nur personell verändert, sondern spielen auch anders. Wir sind gefestigter, es spricht nichts gegen uns“, behauptete Trainer Ferdinand Feldhofer.

Bei Austria fehlen gegenüber dem bisher letzten Derby  Ziad el Sheiwi, der damals einen Kreuzbandriss erlitt und der verletzte Georg Teigl, Vesel Demaku  und Johannes Handl dürften nicht mehr erste Wahl sein. Hingegen andere: Kapitän Markus Suttner und Marvin Martins, die im Dezember verletzt waren, Winterkauf  Luis Galvao und Alexander Grünwald. Ob es Schmid schafft, sich von Corona für das Derby freizutesten, entscheidet sich am Samstag. Gelingt es nicht, steht Plan B fest: Er würde mit der Bank in Verbindung sein, daheim die Bilder von Videoanalyst Lorenz Kutscher-Lissberg  ebenso sehen wie die Live-Übertragung von Sky Austria. Bei der Marc Janko im Studio und Hans Krankl im Allianz-Stadion im Einsatz sein werden.

Eröffnet wird die Derby-Runde Samstag mit zwei Partien der Qualifikationsgruppe. Ried empfängt Schlusslicht Altach, das dringend Punkte braucht, WSG Tirol die geschwächte Admira. Stürmer Marlon Mustapha und Verteidiger Leonardo Lukacevic erwischte das Virus, Innenverteidiger Luan erlitt vor einer Woche bei seinem Debüt in letzter Minute einen Muskelfaserriss. Der LASK kommt erst Sonntag in Hartberg dran, vermeldete Freitag einen Neuzugang mit 22 jähriger Austria-Vergangenheit: Nicht unerwartet wurde der gebürtige Linzer Ralf Muhr neuer technischer Direktor und zugleich Geschäftsführer der Akademie. Die Position wurde für Muhr neu geschaffen, er soll als Bindeglied zwischen Profis, Akademie und Nachwuchs fungieren.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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