Fußball

Ist Thomas Letsch der richtige Trainer für Austria?

Wenn schon nicht durch einen Sieg über Meister Red Bull Salzburg versteht es Rapid auf andere Art für Schlagzeilen zu sorgen: Durch eine Privataudienz bei Papst Franziskus Mittwoch Vormittag in Rom. Kardinal Christoph Schönborn und „Rapid-Pfarrer“ Christoph Pelczar begleiten die grün.weiße Delegation um Präsident Michael Krammer, die Vorstände Fredy Bickel und Christoph Peschek, Trainer Goran Djuricin und einige Spieler um Ehrenkapitän Steffen Hofmann und Kapitän Stefan Schwab in die ewige Stadt.Man kann darauf wetten, dass der Papst einen Rapid-Dress überreicht bekommt. Aber die auf der Zunge liegenden Behauptungen, Rapid brauche eben in den letzten zwei Runden gegen Altach und Wolfsberg göttlichen Beistand, um vor dem LASK Dritter zu bleiben, sind unangebracht.

Die Austria meldete sich schon Montag Abend zu Wort: Sie machte es ihre grün-weißen Erzrivalen nach und verlängerte den Vertrag mit dem Trainer. Nicht wie bei Djuricin  um ein Jahr, sondern gleich um zwei. Ein Vertrauensvorschuss für Thomas Letsch. Der Schwabe sass in der 25. Runde Anfang März erstmals auf der violetten Bank. Was anfangs gut aussah, mit vier Siegen in fünf Runden mit dem 2:0 in Graz gegen den nunmehrigen Cupsieger und Vizemeister Sturm als Highlight, , funktionierte in den fünf Partien danach nicht mehr. Nur noch ein Punkt.  Die Austria blieb auf Platz sieben, auf dem sie Letsch übernommen hatte. Nur zum Vergleich: Austrias letzter Meistertrainer  Peter Stöger übernahm Borussia Dortmund im Dezember auf Platz acht, führte sie auf Rang vier und in die Champions League, ging aber trotzdem. Und in Kroatien ist es nich viel extremer: Meister Dinamo Zagreb entließ den erst im März geholten Nicola Jurcevic, den ehemaligen Torjäger von Austria Salzburg, machte Ex-Austria-Trainer Nenad Bjelica zum Nachfolger. Dessen Vertrag bei Lech Posen in Polen wurde nicht verlängert.

Natürlich werden sich nach den letzten Wochen und insgesamt vier Siegen, einem Unentschieden und nach dem 1:2 in Wolfsberg beim Nachtragsspiel am Dienstag fünf Niederlagen mit  13 von möglichen 30 Punkten und 13:16-Toren viele fragen: Ist Letsch der richtige Mann für eine bessere Zukunft der Austria, für den geplanten großen Umbau des Kaders? Da man es nie allen recht machen kann, wird es sicher Zweifler geben. Vorstand Markus Kraetschmer und Sportchef Franz Wohlfahrt stellten auch fest, dass es vieler Gespräche bedurfte, bis man Letsch das volle Vertrauen schenkte. Jetzt haben beide Wiener Großklubs kein gestandenen Trainerpersönichkeiten auf der Bank. Wird das reichen, um den Abstand zu Red Bull Salzburg und Sturm Graz zu verringern? In Wolfsberg konstatierte der enttäuschte Letsch nicht zum ersten Mal, dass es viel zu leicht ist, gegen Austria Tore zu erzielen.

Wenn man so herumhört, fragt man sich, mit wem außer Stögers Assistenten Manfred Schmid  Kraetschmer und Wohlfahrt noch ernsthaft verhandelten. Ex-Austria-Legionär Rashid Rachimow, der immer wieder ins Gespräch gebracht wird, versichert, mit Wohlfahrt zuletzt bereits vor drei Monaten gesprochen zu haben, ihm dabei gesagt zu haben, mit entsprechender guter Organisation, taktischer Disziplin und Aggressivität müsse man Salzburg schon besser als zuletzt Paroli bieten können. Aber mehr gab es auch nicht. Rachimow sieht in Letsch nur einen Nachwuchstrainer. U21-Teamchef Werner Gregoritsch bekam auch nur einen Anruf, ob er sich das vorstellen könne. Die Antwort des Steirers lautete ungefähr so: Ich bin mit meinem derzeitigen Job zufrieden, aber wenn alles passt, würde es schon sehr interessant sein. Mehr passierte nicht mehr.

Also scheint alles auf die Frage Letsch oder Schmid hinausgelaufen zu sein. Ob sich jetzt die Austria für den 48jährigen Deutschen entschied, auch weil er die erfolgreiche Salzburg-Philosophie aus seiner Zeit bei Liefering kennt oder Schmid eine Rückkehr zu Violett doch nicht wollte, ist letztlich egal. Fakt ist: Wenn Wohlfahrt nicht einige Volltreffer bei Personalien zur Verstärkung  gelingen, wird trotz den Zuzügen  des Admiraners Maximilian Sax sowie von Innenverteidiger Christoph Schoissengeyr von Sturm zu wenig Qualität vorhanden sein, um große Sprünge in Richtung der ersten Drei machen zu können. Die Erfahrung, dass ein neues, attraktives Stadion nicht spielt, macht seit zwei Jahren bereits Rapid.  Bei Austria wird´s nicht anders sein.

 

 

 

Foto: FK Austria Wien Media.

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