Fußball

It´s coming home: Nur noch ein Sieg fehlt zum Ritterschlag

Seit dem 2:0 gegen Deutschland im Achtelfinale überrollt eine Welle der Begeisterung England. Die sich von Tag zu Tag, von Sieg zu Sieg steigert. Man könnt es durchaus bereits Hysterie nennen, was sich nach dem 2:1 gegen Dänemark, dem Aufstieg ins Endspiel am Sonntag gegen Italien abspielt. Vielleicht wächst auch die Selbtüberschätzung. Alle singen „It´s coming home“. Inklusive Politiker und Medien wie die Schlagzeilen zeigen. Trotz steigender Corona-Zahlen. 55 Jahren Leiden sind vorbei (siehe oben). Endlich wieder in einem Finale. Wie bei der WM 1966 in Wembley. Der Traum, wiederzugewinnen, lässt alles andere schrumpfen. Nur noch ein Sieg fehlt zum Ritterschag. Dann wird Teamcehf Gareth Southgate garantiert zum Sir ernannt wie seinerzeit Alf Ramsey.  Southgate brachte seine Stars dazu,  Fußball als Mannschaftsspiel zu begreifen.

In England geht es nur noch um Fußball. Schwarzmarkthändler verlangen 3000 Pfund, rund 3500 Euro, für Finaltickets. Bis Sonntag werden die Preise noch merkbar steigen. Außerhalb von England sieht man alles reservierter. Spricht kritisch von unfairen Bedingungen. Zurecht. Fans aus Europa müssten bei der Einreise in eine zehntägige Quarantäne, anderseits durften 65.000 zu Semifianle und Endspiel ins Wembley-Stadion. Das ist ein Widerspruch. Der verstärkt die Meinung, dass alles getan wird, damit England erstmals Europameister wird.  Der viel zu harte, nicht gerechtfertigte Elfmeterpfiff von Hollands Referee Danny Makkelie, der zum Siegestreffer von Harry Kane gegen die Dänen führte, befeuert noch diese Meinung. Und jetzt pfeift auch ein Holländer  das Finale. Zum dritten Mal ein  holländischer Referee bei England. So wie gegen Deutschland und gegen Dänemark. Nur Zufall?

Björn Kuipers dürfte eigentlich bei der Europameisterschaft gar nicht pfeifen. Weil er seit März im 49. Lebensjahr ist,  das Alterslimit schon überschritten hat Trotzdem wird er der erste Holländer sein, der ein EM-Finale leitet. Erfahrung hat er genug. Er war schon bei den Europameisterschaften 2012 und 2016 im Einsatz, bei den Weltmeisterschaften 2014 und 2018, pfiff 014 in Lissabon das Champions League Finale zwischen Real und Atletico Madrid. Bei der Europameisterschaft war er Referee in Kopenhagen bei Belgiens 2:1 gegen Dänemark, in Sevilla bei Spaniens 5:0 gegen die Slowakei und im Viertelfinale beim 2:1 Dänemarks gegen Tschechien in Baku. Als ein „falscher Eckball“ Dänemarks 1:0 ermöglichte. Dennoch bekam er das Finale. Als Abschiedsgeschenk oder steckt mehr dahinter? Die Schiedsrichterkommission der UEFA leitet der Italiener Roberto Rosetti, zu ihr gehören ein Engländer (David Elleray) und der Holländer Jaap Uilenberg. Der hat offenbar viel zu reden, denn seine Landsleute Kuipers und Makkelie bekamen zusammen acht Einsätze. Makkelie leitete in Rom die Eröffnung, lieferte schon bei Italiens 3:0 gegen die Türkei durch falsche Entscheidungen Gesprächsstoff.

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