Rumpeln wie zuletzt in Richtung gegen Europacup geht in den letzten fünf Runden der deutschen Bundesliga für Peter Stöger und den 1. FC Köln nicht mehr. Obwohl die Laufleistung der Mannschaft sich pro Match auf 11,8 Kilometer im Schnitt  steigerte, mehr Zweikämpfe pro Match bestritten wurden als im Herbst (191 statt 182), kassierte Köln schon bis jetzt sechs Tore mehr als in der gesamten Hinrunde. Stöger hat keine Lust, nach Ausreden zu suchen, obwohl ihm die von den Medien in Sachen Verletzungspech praktisch offeriert oder sogar in den Mund gelegt werden. Stöger redet anders: „Es gibt nur eine Konsequenz: Trainieren, arbeiten, verbessern“.

Also müssen Freitag Abend in Köln gegen den Sensationsdritten Hoffenheim mit Jungstar Julian Nagelsmann auf der Trainerbank Stögers Rachewochen beginnen, damit es mit dem Sprung in die Europa League  klappt. Denn im Herbst gelang weder gegen Hoffenheim, noch gegen Borussia Dortmund, noch gegen Werder Bremen, noch gegen den Lokalrivalen Bayer Leverkusen, noch gegen Mainz ein Sieg.  Da holte Köln mit vier Unentschieden nur vier Punkte. Jetzt müssen es mehr werden, um sich den Traum von einem Platz unter den ersten sechs zu erfüllen. Gegen Hoffenheim bezog Köln mit 0:4 die höchste Niederlage der  S aison, andereits gelang daheim dieRevanche im Cup. Der Siegestorschütze von damals, Marcel Risse, ist jetzt der einzige Langzeitausfall von Stöger.  Ansonst hat er die stärkste Besetzung zur  Verfügung. Was nach den letzten zwei Niederlagen gegen Mönchengladbach und in Augsburg noch Hoffnung macht: Bisher fanden die Kölner unter Stöger immer, wenn es die Anzeichen für eine  Krise gab, zum Erfolg zurück.  Und dreimal hintereinander verloren sie diese Saison noch nie.  Vielleicht hat Stöger eine 17jährige Wunderwaffe in der Hinterhand: Den Dänen Nicolas Nartey, ein zentraler Mittelfeldspieler, im Winter geholt. Erst jetzt kam die Spielberechtigung für den Youngster.  Stöger ist von den Trainingsleistungen Narteys beeindruckt: „Wirklich richtig gut.“

Was sicher in der angespannten Situation stört, aber durch die bisher 23 Tore von Anthony Modeste nicht zu verhindern ist: Der Transfer-Alarm  um den Franzosen, den Sportvorstand Jörg Schmadtke und Stöger 2015 von Hoffenheim, wo er in einer Saison nur siebenmal getroffen hatte, um 4,5 Millionen Euro holten, wird mitten im Endspurt lauter.  Sechs Klubs stehen bei ihm Schlange. Vier aus Englands Premier  League, zwei aus  Frankreich. Nämlich seine „alte Liebe“  Olympique Marseille und OGC Nizza. Aus England sind es Stoke, der Klub von Marko Arnautovic, vor allem der  Londoner Traditionsverein West Ham mit Kroatiens Ex-Teamchef Slaven Bilic und dem Ex-Salzburg-Torjäger Nicola Jurcevic als Assistenten sowie noch West Bromwich und Burnley. Da könnte Köln sicher 40 Millionen Ablöse kassieren. Und wäre mit einem Schlag schuldenfrei. Als Stöger vor vier Jahren beim Traditionsklub in der zweiten Liga begann, waren die Verbindlichkeiten noch höher.

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Jetzt müssen Peter Stögers Rachewochen beginnen

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