Fußball

Jobgarantie bei Sturm Graz? Das passt nicht zusammen

Christian Ilzer hat mit dem Wechsel von Austria zu Sturm Graz, den er selbst wünschte, etwas geschafft, was für ihn durchaus ein Grund zum Jubeln ist: Er beginnt als einziger Trainer die Vorbereitung auf die neue Saison mit einer Jobgarantie für die nächste, für 2021/22. Bekommen hat er die von Sturms Sportchef Andreas Schicker, der im Interview mit der Kleinen Zeitung dezidiert erklärte, Ilzer hab keinen Druck wie die anderen Trainer und werde seinen Job behalten, selbst wenn er mit Sturm so wie mit der Austria nicht den Sprung in die Meisterrunde der ersten sechs schaffen sollte. Begründet hat Schicker dies auch mit dem im Vergleich zu 2019/20 stark reduzierten Budget, das geringer sei als das von LASK und Wolfsberg, mit dem Sturm nicht mehr zu den großen Vier der Bundesliga gehöre. Und bei einem Neubeginn mit Blickpunkt auf der Entwicklung von jungen Spielern müsse man mit Rückschlägen rechnen.

Schicker, am Dienstag gerade 100 sehr ereignisreiche Tage im Amt, hat dies garantiert ehrlich gemeint. Auch Präsident Christian Jauk steht zu dem neu eingeschlagenen Weg, nicht den kurzfristigen Erfolg anzustreben. Aber bei allem Respekt: Sturm Graz ist ein Klub mit der Rekordzahl von 3200 Mitgliedern, der von Emotionen lebt, zu dem eine Jobgarantie für den Trainer einfach nicht passt. Die Fans werden sich nie damit abfinden, dass Sturm irgendwo im grauen Niemandsland der Tabelle sozusagen herumdümpelt, nichts mit der Vergabe der Europacupplätze zu tun hat. Sie werden nie die Geduld aufbringen. darauf zu warten, ob Sturm am Ende des Dreijahresvertrags mit Ilzer eine Mannschaft sein wird, mit der sie sich voll identifizieren können. Das nannte nämlich Schicker als Ziel seines Dreijahresplans.

Es heißt ja, dass man aus Erfahrungen lernt. Schicker musste schon in den ersten 100 Tagen etwas tun, was er eigentlich nicht wollte: Nämlich einen Trainer zu beurlauben. Aber die Negativspirale ließ ihm keine andere Wahl, als dies zu tun. Zudem lieferte Nestor el Maestro Nebengeräusche, die das Ende seiner Ära beschleunigten. Ähnlichen Szenen kann man bei Ilzer fast ausschließen, auch wenn mit ihm in der Coaching Zone mitunter das Temperament durchgeht. Aber so weit wie bei el Maestro wird das nicht führen.  Der Druck des Führungsetage auf Schicker, die Trennung von el Maestro zu vollziehen, war zweifelsohne vorhanden. Sollte es wieder eine ähnliche Niederlagenserie wie im Juni geben, dann wird die Situation ähnlich sein, auch der Präsident nicht mehr von der steirischen Lösung Ilzer so überzeugt sein wie jetzt. So läuft das eben im Fußballgeschäft. Darum war es etwas „leichtsinnig“ von Schicker, Ilzer eine Jobgarantie in dieser Form zu geben. Die könnte auch ihn noch in Schwierigkeiten bringen, wenn er konsequent azu steht. Was man bei Schicker durchaus erwarten kann.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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