Fußball

Kainz machte sich wichtig! Wie lange ist Hütter ein Erfolgsopfer?

Mehr Scorerpunkte als in der letzten Saison, als er nur auf je vier Tore und Assists kam, wichtiger für die Mannschaft werden. Das nannte  Florian Kainz als persönliche Ziele für seine dritte Saison bei Werder Bremen.Und wie es aussieht, konnte sich Österreichs Teamspieler mit Vergangenheit bei Rapid und Sturm Graz in der Vorbereitung wichtig machen. Er ballerte sich in den Startelf für das Nordderby gegen Hannover 96 mit Kevin Wimmer im Abwehrzentrum am Samstag fest, wie „FussballBild“ bereits am letzten Montag titelte. Vorausgegangen war ein Traumtor beim Cupaufstieg in Worms: Fast aus dem Stand traf er beim 5:1 genau ins Kreuzeck zum 2:0. Die Führung hatte der Steirer mit einem Freistoß auf den Kopf des Japaners Yoyo Osako vorbereitet.

Schon beim Trainingslager im Tiroler Zillertal hatte Trainer Florian Kohfeldt Kainz versichert, auf ihn zu setzen. Obwohl beide Flügelpositionen bei Werder doppelt besetzt sind. Dass im Zuge des teuersten Einkaufs der Vereinsgeschichte, des Holländers Davy Klaassen, der um 13,5 Millionen aus Liverpool von Everton kam, manche sogar schon der Qualifikation für die Europa League reden, stört Kainz nicht: „Besser hohe Ziele setzen als nur kleine.“ Klaassen soll im zentralen Mittelfeld das Spiel ordnen. Wie früher bei Ajax Amsterdam. Im August 2015 gelang ihm das in der verpassten Qualifikation für die Champions League gegen Rapid nicht so gut. Da schied er durch das 2:3 von Amsterdam gegen Kainz aus. Obwohl Klaassen zuvor beim 2:2 im Happel-Stadion Ajax mit einem Doppelpack 2:0 in Führung gebracht hatte. Kainz leitete dann mit dem Anschlusstor die große Aufholjagd ein. Das Thema streiften die beiden bisher in Bremen nur am Rande. Klaassen verlor in der Premier League in einer Saison, in der er kaum zum Zug kam, praktisch die Hälfte seines Marktwerts: Gekauft hat ihn Everton ein Jahr zuvor von Ajax um 27 Millionen,

Von keiner Aufbruchstimmung wie im Norden an der Weser kann man am Main nicht reden. Ganz im Gegenteil. Dort herrscht beim Cupsieger Eintracht Frankfurt nach dem 0:5-Debakel um den Supercup gegen Bayern sowie die Cupblamage in Ulm fast Depression, lernt Adi Hütter in seiner bisher so erfolgreichen Trainerkarriere so brutal wie noch nie zuvor kennen, wie schnell man plötzlich angezweifelt wird. „Ich hab mir das anders vorgestellt“, gesteht der in  Bern als Meistermacher gefeierte Hütter vor dem Start am Samstag in Freiburg. Die Erwartungshaltung, die der  Cupsieg im Mai bei Eintracht schuf, ist  schwer zu erfüllen. So lernte er in einer Form wie zuvor noch nie kennen, wie brutal die Medien sein können. Ein Wettanbieter veröffentlichte eine Liste mit den Quoten auf den Trainer, der als erster beurlaubt wird. Seit letztem Wochenende steht Hütter mit der Quote von 2,50, der niedrigsten, auf Platz eins, gefolgt von den Kollegen bei den Aufsteigern 1.FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf, Michael Köllner (5,50) und Friedhelm Funkel (6,00).

Es zählt nicht, dass Hütter nicht den Kader hat, den er für sein Spiele im 4-4-2 mit hohem Gegenpressing bräuchte. Vier Stützen sind weg, der Abgang von Kevin Prince Boateng erwischte Hütter am falschen Fuß. Vizewerltmeister Ante Rebic, Frankfurts Finalheld, steht erst seit zwei Wochen im Training. Möglich, dass der nach der Blamage in Ulm verpflichtete serbische Flügelspieler Filip Kostic, der auf zwei Jahre vom Absteiger Hamburger SV ausgeliehen wurde,  in Freiburg beginnt, um den  totalen Fehlstart zu verhindern Sportchef Fredi Bobic predigt Geuld. Wohlwissend, dass Hütters erfolgreicher Vorgänger Niko Kovac 2016 aus seinen ersten fünf Spielen nur einen Sieg holte. Wie lange noch ist Hütter ein Erfolgsopfer? „Es geht nicht von heute auf morgen, wenn man etwas umkrempelt. Auch wenn ich gehofft habe, dass es schneller klappt.“

Sein erstes Spiel in der Bundesliga seit über einem Jahr, seit dem 1:3 mit Leverkusen bei Bayern München am 18.August 2017  wird nach einer Saison bei Leicester  Samstag Aleksandar Dragovic bestreiten: Leverkusen muss in Mönchengladbach ohne die Brüder Sven und Lars Bender auskommen. Somit ist Dragovic im Abwehrzentrum neben Jonathan Tah erste Wahl. Trainer Heiko Herrlich sieht darin kein Problem: „Drago hat eine wirkliche starke Vorbereitung hingelegt.“

 

 

 

Foto: Fussball Bild .

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