Fußball

Auch für Austria wird St. Pölten eine harte Nuss sein!

Wer hätte das gedacht, dass St. Pölten als Prügelknabe der letzten Saison nach vier Runden als ungeschlagener Zweiter hinteer Tabellenführer Red Bull Salzburg die Austria empfängt, dass Wolfsberg beim Heimspiel gegen Sturm Graz punktgleich mit dem Vizemeister sein wird, dank des historischen 6:0 in Mattersburg die bessere Tordifferenz hat, auf Platz drei liegt? Solche Überraschungen sind die Würze einer Saison, sofern sie sich nicht nur auf den Beginn beschränken.  Stellte sich  die Frage, wie lange der Höhenflug in Niederösterreichs Hauptstadt sowie im Lavanttal weiter gehen kann. Bei St. Pölten dauert er mit Didi Kühbauer als Trainer schon ziemlich lang: Saisonübergreifend zehn Pflichtspiele nicht verloren davon acht gewonnen. Seit er heuer auf drei Innenverteidiger und Fünferabwehr umgestellt hat, kassierte St. Pölten beim LASK, daheim gegen Sturm und in Innsbruck kein Tor. Das alles kann kein Zufall sein. Auch nicht dass keine anderee Mannschaft in der Schlussviertelstunde so viele Treffer erzielte wie die Niederösterreicher, nämlich vier.

Für  Kühbauer und seinen vom Sky-Experten Alfred Tatar als Königskauf gefeierten 32jährigen Torjäger Rene Gartler ist das Austria-Gastspiel auf Grund ihrer grün.weißen Vergangenheit, in der Gartler durch jugendlichen Leichtsinn eine internationale Karriere verschenkte, so etwas wie ein kleines Derby. Das vielleicht besondere Emotionen hervorkitzelt: „Wir wollen auch für die Austria ein schwer  bespielbarer Gegner sein“ hält Kühbauer den Ball ziemlich flach, spukt keine großen Töne. Aber er will mit Gartler die Jubeltage wie am Bild oben prolongieren.. „Wenn wir in Führung gehen, sind wir leider danach zu passiv. wir dürfen dann nicht nur reagieren, sollen mehr agieren“, wusste Gartler eine Schwäche, die sein Trainer ähnlich sah: „Wir dürfen das Glück nicht überstrapazieren, spielen zu oft mit dem Feuer. Irgendwann wird es einmal lichterloh brennen.“ Die Erfolge am grünen Rasen ermöglichten auch einen für das Budget: Mit dem Mobilfunkanbieter spusu fand sich ein neuer Hauptsponsor, der gleich für fünf Jahre unterschrieb, es gegen Austria möglich macht, dass 3000 Karten zum Preis von zehn Euro aufgelegt werden. Da sollte es den besten Besuch im Zuge des Höhenflugs geben.

Die Austria zählt zu den Opfern des St. Pöltener Aufschwungs unter Kühbauer, verlor dort Ende Mai 0:2. Seit 7. Apirl, seit dem 2:0 in Graz gegen Sturm, wartet Violett auf einen Auswärtssieg: „Wir haben etwas gutzumachen“, wusste Trainer Thomas Letsch, wusste aber zugleich, dass dies „eine harte Nuss“ werden wird. Im Zuge der geplanten violetten Aufholjagd  sind eigentlich drei Punkte eingeplant. Erfolgreich scheinen die Bemühungen zu verlaufen, mit Ex-Sportdirektor Franz Wohlfahrt nach seiner Beurlaubung zu einer außergerichtlichen Einigung über den erst im Februar verlängerten Vertrag zu kommen. Markus Kraetschmer, der violette AG-Vorstand begründete es mit den Verdiensten des ehemaligen Klassekeepers als Spieler. Aber nicht vergessen: Mit ihm als Sportdirektor erkämpfte Austria letzte Saison Platz zwei. Beim Amtsantritt im Winter 2015 übernahm Wohlfahrt Violett auf  Rang sechs.

Noch eine interessante Frage der drei Samstag-Partien: Wer schießt das 1000. Tor von Salzburg in der Red Bull-Ära, die in der Saison 2005/06 begann? Dass es nicht fällt, scheint ausgeschlossen. Denn gegen Altach feierte der Meister in den letzten sieben Duellen sieben Siege. Warum sollte es anders sein, wenn der Tabellenführer beim bisher sieglosen Letzten Altach gastiert? „In solchen Kategorien denken wir nicht“, versicherte Trainer Marco Rose, „wir wissen, dass Altach gut drauf ist, daheim gegen Mattersburg und Wacker Innsbruck nur mit Pech verlor.“ Mit Hinblick auf das Play-off gegen Roter Stern Belgrad am kommenden Mittwoch wird er rotieren, Zlatko Junuzovic ist wegen einer Muskelverletzung ohnehin kein Thema. Rasch reagiert hat Sportchef Christoph Freund auf die guten Leistungen von Marin Pongracic, der seit dem Rekordverkauf  von Duje Caleta-Car an Olympique Marseille der Mann im Abwehrzentrum neben Andre Ramalho ist: Er verlängerte den Vertrag mit dem 20jährigen Kroaten, der letztes Jahr von 1860 München kam, vorzeitig bis 2022.

 

Foto: © SKN St. Pölten Media .

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