Fußball

Kara erfand den „Steh-Rückzieher“ zu Rapids Siegestor

Keine Veränderung an der Tabellenspitze der Bundesliga: Meister Red Bull Salzburg führt weiter einen Punkt vor Rapid. Salzburg tat sich beim 3:0 (3:09) gegen Aufsteiger Ried wesentlich leichter als Rapid beim 2:1 (1:1) gegen St.Pölten. Trotz besserer Leistung als fünf Tage zuvor beim 4:1 gegen Sturm Graz. Aber diesmal ließ die Effizienz zu wünschen übrig. Auch im Allianz-Stadion hätte das Spiel schon zur Pause entschieden sein können wie in Salzburg durch Tore von Rasmus Kristensen, Sekou Koita und Patson Daka von der 15. bis zur 45. Minute. Rapid begann erstmals in dieser Saison mit unveränderter Aufstellung, Salzburgs Trainer Jesse Marsch rotierte drei Tage nach dem 2:0 in Altach hingegen ziemlich kräftig: Bernardo 56 Minuten lang linker Verteidiger statt Kapitän Andreas Ulmer, im Mittelfeld „Dopingsünder“ Mo Camara 63 Minuten lang statt Antoine Bernede, Winterkauf Brenden Aaronson, der den Assist zum Führungstor lieferte, 63 Minuten statt Enock Mwepu, Koita statt Mergim Brisha, der im Finish für Daka kam. Die zweite Hälfte war nur noch Schaulaufen.

Das hätte es auch in Hütteldorf, wo am Spielfeld zum Unterschied der Absage vom Dienstag Abend kein Stäubchen Schnee mehr zu finden war, geben können. Aber Rapid brachte sich selbst in Schwierigkeiten gegen die mit ihren schnellen Spitzen gefährlichen St.Pöltener. Ließ zwei Sitzer zur Führung aus, geriet nach einer Viertelstunde in Rückstand, als ein Pass von St. Pöltens Verteidiger Michael Blauensteiner zwischen  Max Hofmann und Mateo Barac Alexander Schmidt freie Bahn verschaffte. Auch weil Rapids Tormann Richard Strebinger beim Herauslaufen auf halbem Weg abbremste. Rapid gelang eine Minute später durch den Kopfball von Christoph Knasmüllner per Kopf nach perfekter Flanke von Filip Stojkovic der Ausgleich, aber die Führung ließ bis zur 66. Minute auf sich warten. Trotz spielerisch überzeugender Vorstellung in einem attraktiven Match, trotz guter Spielverlagerung. Immer wieder kam Rapid über die Flanken durch, doch viermal sündigte Ercan Kara bei der Chancenverwertung, je zweimal Knasmüllner und Thorsten Schick, je einmal Marcel Ritzmaier und Kapitän Dejan Ljubicic. Bei diesen zehn Sitzern waren nur vier Glanztaten von St.Pöltens Keeper Christoph Riegler notwendig, um Tore zu verhindern, ansonst gingen die Schüsse vorbei. Einmal traf Kara nur Knasmüllner.

Aber es war dann doch Rapids bester Schütze Kara, der das Match entschied. Mit einer Erfindung, die zu einem Kunsttor, das Ex-Torjäger Marc Janko im Sky-Studio zu der Bemerkung veranlasste, jeder Ballettschüler würde Kara um diese Bewegung beneiden. Er verwertete verkehrt zum Tor stehend eine Flanke von Schick durch einen Steh-Rückzieher mit rechts. Womit es dabei blieb, dass Rapid gewinnt, wenn Kara trifft. Es war das achte Saisontor von Kara, den den Treffer mit den Worten „mit den Füßen bin ich beweglich“ kommentierte. Am Jahrestags seines Wechsel von Horn aus der zweiten Liga zu Rapid. Eine beachtlich starke Entwicklung. St.Pölten kam zu einer Ausgleichschance, bei der Schmidt an Strebinger scheiterte. Im Finish lieferte Rapids Trainer Didi Kühbauer  lautstark den Beweis, dass seine Behauptung,  er sei wesentlich ruhiger geworden, nicht ganz stimmt. Die neuerliche Verletzung von Ljubicic nach einem Foul von Peter Pokorny erzürnte Kühbauer maßlos, weil Referee Rene Eisner dem Slowaken nicht gelb zeigte. Eisner kam zur Betreuerbank, forderte Kühbauer zu mehr Ruhe auf. Dessen Ärger war nachvollziehbar.

Rapid hat damit zwei Punkte mehr als Sturm Graz und drei mehr als der LASK, den die Heimpleite gegen WSG Swarovski Tirol nicht aus der Bahn warf, der im Wolfsberger Eiskasten durch einen Doppelpack von Andreas Gruber und das zweite Tor von James Holland in diesem Jahr 3:0 (0:0) gewann, den zweiten Auswärtssieg dieser Saison feierte. Sonntag geht es in Pasching bei LASK-Rapid um Platz zwei.  Wolfsberg blieb damit in allen drei Spielen dieses Jahres trotz Heimvorteil ohne Sieg und Tor, liegt nur noch einen Punkt vor der Austria. WSG Swarovski Tirol  bestätigte sich im Westderby gegen den Vorletzten Altach als Sensationstruppe, überzeugte beim 3:1 (3:1) Altach in der ersten Hälfte total. Die drei Treffer durch Anthony Yeboah, Nikolai Fredriksen und Florian Rieder fielen innerhalb von 14 Minuten. Damit waren die Tiroler mit ihrem „Dreier“ um 16 Minuten schneller als die Salzburger. Die Tiroler haben fünf punkte mehr als der erfolgreiche Europa League-Fighter Wolfsberg.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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