Kein Befreiungsschlag für den Wolfsberger AC beim Einstand des vierten Trainers in dieser Saison, Thomas Silberberger. Es gelang nicht der erste Sieg seit vier Monaten. Nur starken Reaktionen von Torhüter Nicolas Polster war es zu verdanken, dass es keine Heimniederlage gegen Ried gab, sondern eine „Nullnummer“, die den Kärntnern aber nicht half. Denn das 0:0 vergrößerte in Wahrheit die Abstiegsgefahr. Weil der große Schock erst nach dem Spiel kam. Durch die 0:5 (0:2)-Abfuhr von Silberbergers Ex-Klub WSG Tirol beim Letzten Blau Weiß Linz. Der nach dem höchsten Bundesligasieg seit dem Aufstieg 2023 nur noch zwei Punkte hinter Wolfsberg liegt. In den nächsten zwei Runden folgten die direkten Duelle: Nächsten Samstag empfängt der Vorletzte Wolfsberg das Schlußlicht, drei Tage später gibt es das „Rückspiel“ in Linz.
Silberberger bot wieder drei Innenverteidiger auf. Wie es in den erfolgreichen Zeiten unter Didi Kühbauer der Fall war. Aber damit konnte er nicht die Verunsicherung beseitigen. Dass Wolfsberg erstmals seit Dezember kein Tor kassierte, lag nur an Polster (Bild), der bei fünf Topchancen der Rieder den Punkt festhielt. Gefährliche Wolfsberg-Aktionen? Im Finish hätte ein Kopfball des eingewechselten Verteidigers Fabian Wolmuth nach einem Eckball an die Latte, das 1:0 bedeuten können. Aber danach gab es noch zwei „Matchbälle“ für Ried, die dank Polsteer nicht genutzt wurden. Silberberger sprach von einem Lebenszeichen: „Aber es bleibt noch sehr, sehr viel zu tun!“
Bei Blau Weiß setzte Trainer Michael Köllner erstmals zu Beginn auf Ronivaldo und Shon Weissmann. Das sicherte vier Tore. Wolfsbergs Ex-Torjäger Weissman verwandelte einen Elfmeter nach einem Foul an Ronivaldo nach 41 Minuten zur Führung. In der fünften Minute der Nachspielzeit verwandelte Ronivaldo selbst einen Elfmeter. Den gab es aus einem kuriosen Grund: Tirols Verteidiger Benjamin Böckle spielte einen zweiten Ball, der gerade am Rasen war, in die Aktion, die gerade in Tirols Strafraum lief. Dafür gibt es nach einem Passus im Regelwerk Elfmeter. Darauf wies VAR Alan Kijas Schiedsrichter Arnes Talic hin. Nach der Pause köpft Weissman nach Flanke von Ronivaldo das 3:0, dann traf der 37 jährige selbst. Ronivaldos erster Doppelpack in dieser Saison, seine Saisontore sieben und acht. Danach behaupteten Ronivaldo und Weissman im Doppelinterview, am wichtigsten sei gewesen, kein Tor zu bekommen. Sky-Experte Andreas Heerzog nahm ihnen dies zu Recht nicht ab.
WSG Tirol muss sich nach dem Debakel trotz fünf Punkten Vorsprung auf Blau-Weiß wieder Sorgen machen. Jetzt gibt es zwei Duelle gegen Cupfinalist Altach. Der durch den 1:0-(0:0-) Heimsieg gegen den GAK wieder Erster der Qualifikationsgruppe ist. Ex-Rapidler Patrick Greil schoss im Finish das Goldtor, beendete mit seinem zehnten Treffer in dieser Saison die Erfolgsserie der Grazer nach drei Siegen. Altach ist momentan die Mannschaft, die nicht nur die wenigsten Tore kassierte, sondern auch erzielte. Eine Rarität. Im Ländle hoffen viele Fans auf die Qualifikation für den Europacup.
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